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L778: Maßnahme an der Dornberger Straße startet in den Sommerferien (27. Juli)

Bielefeld (straßen.nrw). Die Straßen.NRW-Maßnahme im Zuge der Dornberger Straße (L778) hat im Vorfeld zu diversen kritischen Rückmeldungen geführt. Neben der Sanierung der rund 700 Meter langen Strecke zwischen der Berg- und der Mönkebergstraße wird ein Amphibienleitsystem mit 12 Kleintiertunneln („Krötentunnel“) verbaut. Diese Arbeiten können nur unter Vollsperrung durchgeführt werden. Die Baufirma hat mitgeteilt, dass sie am Montag, 27. Juli, mit der Maßnahme beginnt.

Die Arbeiten werden in zwei Bauabschnitten abgewickelt: Der erste Bauabschnitt beginnt an der Bergstraße und endet etwa mittig des Hofladens Meyer zu Bentrup (Dornberger Straße 300). Der zweite Bauabschnitt schließt dort an und endet an der Kreuzung zur Mönkebergstraße, wobei die Zufahrt während der Bauzeit frei bleibt.

Die 12 Kleintiertunnel werden über die ganze Länge, jeweils in einem Abstand von rund 50 Metern, verbaut. Im Anschluss folgt die Deckensanierung.

Die Baufirma kalkuliert vier Monate für die Maßnahme.

Neuer Baustart-Termin

Ursprünglich wurde ein Baustart Anfang Juli, unter anderen im Rahmen der Bezirksvertretung Dornberg der Stadt Bielefeld, kommuniziert. Die Baufirma hat Straßen.NRW in der Zwischenzeit mitgeteilt, dass sich der Baustart wegen der Produktionszeit der Krötentunnel verschiebt. Die insgesamt 12 Tunnel können erst Mitte August geliefert werden. In dieser Zeit hat der Hersteller allerdings Betriebsferien, sodass sich eine Lieferung verzögern würde.

Würde die Baufirma Anfang Juli mit der Maßnahme beginnen, entstünde eine Unterbrechung von zwei Wochen, in der keine Arbeiten auf der Baustelle ausgeführt werden könnten.

Mit dem rund drei Wochen späteren Baustart ist eine durchgehende Abwicklung der Maßnahme laut Baufirma sichergestellt. Sie beginnt damit auch in den Sommerferien, sodass die Schülerinnen und Schüler der nahegelegenen Grundschule weniger betroffen sind. Das gilt ebenso für die Herbstferien.

Umleitung

Der motorisierte Verkehr wird während der Bauzeit über die Dornberger Straße/Johannistal auf die Artur-Ladebeck-Straße, über die Gütersloher Straße auf die Osnabrücker Straße (L756) und die Bielefelder Straße/Bergstraße (L778).

Geh-/Radwegführung noch in der Abstimmung

Straßen.NRW prüft zurzeit, wie der Rad- und Fußverkehr geführt werden kann. Sobald es dazu eine Lösung gibt, wird der Landesbetrieb darüber informieren.

Umleitung Linie 24

Die von der Sperrung betroffene Bus-Linie 24 wird im Bereich Hoberge unterbrochen. Von Sieker kommend fahren die Busse bis zur Haltestelle, wenden auf der Mönkebergstraße und fahren zurück nach Sieker. Von Dornberg kommend fährt die Linie 24 bis zur Haltestelle Twellbach und wird von dort über Twellbachtal, Wertherstraße und Zehlendorfer Damm bis zum Lohmannshof umgeleitet. Dort besteht die Möglichkeit zum Umstieg in die Stadtbahn-Linie 4. An der Haltestelle Lohmannshof wendet die Linie 24.

Zudem arbeitet moBiel aktuell an einem Ersatzkonzept für den Schülerverkehr, das für den Zeitraum nach den Sommerferien gelten soll.

Abwicklung unter Vollsperrung

Zu Kritik in der öffentlichen Berichterstattung führte vor allem die Bauabwicklung unter Vollsperrung. Grundsätzlich prüft Straßen.NRW im Vorfeld jeder Maßnahme – egal, ob Straßen- oder Brückenbau – ob die jeweilige Baustelle auch mit einer Teilsperrung und dem Einsatz einer Baustellenampel durchgeführt werden kann, um den Verkehr grundsätzlich aufrechtzuerhalten. Eine Vollsperrung stellt aus Sicht des Arbeitsschutzes sicherlich die optimale Lösung dar. Aus Verkehrssicht ist sie allerdings die Ultima Ratio, die nur dann zur Anwendung kommt, wenn gar nichts anderes mehr geht.

Im Zuge der Dornberger Straße ist eine Teilsperrung nicht möglich. Eine Straßenbreite von 6,5 Metern reicht rein rechnerisch nicht aus, um den Verkehr an der Baustelle vorbeizuführen und gleichzeitig die gesetzlichen Arbeitsschutzabstände einzuhalten. Nach der Arbeitsstättenregel ASR A5.2 ist eine Vollsperrung hier rechtlich zwingend erforderlich. Die Mindestbreiten, die eingehalten werden müssen (Breite der verbleibenden Fahrspur, Sicherheitsabstand zum fließenden Verkehr, Arbeitsplatzbreite, Breite des eingesetzten Baugeräts) überschreiten zusammengenommen die vorhandenen 6,5 Meter Straßenbreite. Da die Maßnahme im Zuge der Dornberger Straße eine Baustelle längerer Dauer ist, müssen die verkehrlichen Belange hinter dem Schutz von Leben und Gesundheit der Beschäftigen der Baufirma zurückstehen.

Abgesehen vom Arbeitsschutz lässt auch die technische Ausführung der Krötentunnel keine Teilsperrung zu. Um die Tunnel-Fertigteile einbauen zu können, muss der Untergrund über die gesamte Straßenbreite ausgekoffert werden, um das Schotterfundament einbringen zu können und anschließend die Tunnelelemente einzusetzen.

Auslöser der Maßnahme

Im Bereich des Tierparks Olderdissen hat Straßen.NRW 2022 die Fahrbahn erneuert. Der nun folgende Abschnitt ist ein Wanderschwerpunkt verschiedener Amphibienarten. An saisonalen Schutzzäunen, die von der Straßenmeisterei Halle aufgestellt werden, sammeln ehrenamtliche Helfer*innen jedes Jahr durchschnittlich über 3.000 Tiere. Der Bau einer dauerhaften Schutzeinrichtung ist daher zweckmäßig. Auch in der Prioritätenliste des Amphibienschutzkonzepts der Stadt Bielefeld schlägt sich die Bedeutung dieses Wanderschwerpunkts nieder. Die Dornberger Straße steht mit der höchsten Priorität für den Bau einer Schutzanlage auf der Liste.

Gleichzeitig ist die Landesstraße laut straßenbautechnischer Beurteilung in einem schlechten Zustand und muss im Sinne der Verkehrssicherheit saniert werden.

Das Land NRW investiert rund 1,3 Millionen Euro in diese Maßnahme.

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