L427: Straßen.NRW informiert zum Neubau der Brücke über den Deilbach in Velbert
Velbert (straßen.nrw). Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) bereitet den Ersatzneubau – also den Abriss und Neubau – der Brücke über den Deilbach an der L427 in Velbert-Nierenhof vor. Dazu hat Straßen.NRW besonders betroffene Gewerbetreibende vor Ort informiert. Der offene Dialog im Rahmen solcher Gesprächsrunden soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden.
Aufgrund eines Schadens an der Brücke ist die L427 (Nierenhofer Straße) seit Ende August zwischen L439 (Kohlenstraße) und Grenzweg gesperrt. Der Fuß- und Radverkehr kann die Brücke weiterhin nutzen. Eine Freigabe der Brücke für den motorisierten Individual- und Lieferverkehr ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich.
Um einen schnellen Neubau zu ermöglichen, wird der Ersatzneubau der Deilbach-Brücke als so genannte „funktionale Ausschreibung“ ausgeschrieben. Bei der funktionalen Ausschreibung gibt der Landesbetrieb nicht jeden Bauschritt im Detail vor. Stattdessen wird das Ziel beschrieben – in diesem Fall also, eine sichere und langlebige Brücke zu bauen. Die detaillierte Planung erfolgt dann durch die Baufirmen, die dabei ihre firmenspezifischen Ressourcen optimal in Planung und Bau einfließen lassen. So entstehen maßgeschneiderte, oft besonders effiziente und vor allem schnellere Lösungen. Ziel von Straßen.NRW ist es, im Sommer 2026 mit dem Bau zu beginnen. Während der baulichen Umsetzung muss die Zufahrt zu einzelnen Gewerbebetrieben im Grenzweg und an der Kohlenstraße 19 bis 25 voraussichtlich zumindest zeitweise voll gesperrt werden.
Nicole de Witt, Leiterin der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr, sagte im Rahmen der Veranstaltung am Donnerstag (4.12.): „Wir wissen, dass die Situation für Anwohnende und Gewerbetreibende schwierig ist und dass die weiträumigen Umleitungen Zeit, Geld und auch Nerven kosten. Deshalb ist es unser Ziel, hier in Velbert-Nierenhof so schnell wie möglich eine neue Brücke zu bauen. Seit klar ist, dass die alte Brücke nicht mehr zu sanieren und ein Neubau erforderlich ist, laufen die Planungen dafür auf Hochtouren. Viele konstruktive Gespräche sind bereits geführt worden und wir sind auf einem guten Weg – nicht zuletzt dank der großen Unterstützung, die wir hier vor Ort durch die Stadt Velbert und ihre Wirtschaftsförderung, durch die Träger öffentlicher Belange, aber auch durch viele anliegende Unternehmen und Privatleute erfahren haben. Ihre Unterstützung und Geduld werden auch während der Bauzeit notwendig sein.“
Dirk Lukrafka, Bürgermeister der Stadt Velbert, betonte im Gespräch: „Wir stehen im engen Austausch mit Straßen.NRW. Der Landesbetrieb und die Stadt Velbert nehmen die Sorgen und Nöte der Anlieger ernst. Wir sind froh, dass Straßen.NRW die Planungen für den Neubau der Brücke mit so viel Nachdruck voran treibt. Als Stadt werden wir Straßen.NRW dafür jede Unterstützung zukommen lassen, die notwendig ist, und wollen auch während der kommenden Monate bis zum Baustart konstruktiv und vertrauensvoll zusammenarbeiten.“
Das Projektteam der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr stellte in zwei Gesprächsrunden Anliegern aus dem Grenzweg und aus dem Bereich Ziegeleiweg / Steinbrink den aktuellen Stand der Arbeiten für den Ersatzneubau vor. In den sich anschließenden Diskussionsrunden äußerten die geladenen Gäste Verständnis wie auch Sorgen. Aus beiden Runden ergaben sich verschiedene Anregungen zur Umsetzung des Projekts. Die Möglichkeit, diese zu realisieren, prüft Straßen.NRW derzeit. Themen waren unter anderem die Erreichbarkeit der Grundstücke während der Arbeiten am Neubau und mögliche Varianten für den Einsatz von Behelfsbrücken. Auch Fragen zur Ampelregelung auf der Umleitungsstrecke, zu möglichen Ergänzungen der Beschilderung und zum Winterdienst wurden erörtert.
So haben Straßen.NRW und die Stadt Velbert etwa bereits vereinbart, sich bezüglich des Winterdienstes auf den Umleitungsstrecken eng miteinander abzustimmen und gegenseitig zu unterstützen. Gegenwärtig führt eine weiträumige Umleitung (siehe Anlage) über die Böckenbuschstraße und die L107 (Vogteier Straße / Tunnel Langenberg / Panner Straße / Hauptstraße / Bonsfelder Straße). LKW können die angrenzenden Industriegebiete ausschließlich aus südlicher Richtung erreichen. Daher regelt im Bereich einer engen S-Kurve auf der L427 zwischen Am Sonnenhang und Nierenhofer Straße 234 eine temporäre Ampelanlage den Verkehr. Straßen.NRW prüft mit Hochdruck weitere Möglichkeiten, die Verkehrsführung bis zur Herstellung des Ersatzneubaus z.B. für Rettungskräfte und Anlieferverkehre zu optimieren. Die Buslinie OV 8 der Verkehrsgesellschaft der Stadt Velbert (VGV) ist zwischen den Haltestellen Steinbrink und Nierenhofer Straße unterbrochen. Fahrgäste müssen aussteigen und die Brücke queren, um ihre Fahrt fortzusetzen.