L284: Behelfsbrücke in Rösrath-Lehmbach über die Sülz erfolgreich eingehoben
Rösrath (strassen.nrw). Im Rösrather Ortsteil Lehmbach ist heute (20. Mai 2026) die Behelfsbrücke über die Sülz im Zuge der Landesstraße L284 termingerecht eingehoben worden. Die rund 54 Tonnen schwere Behelfsbrücke („D-Brücke“) mit einer Länge von etwa 26 Metern wurde mithilfe eines Mobilkrans eingesetzt.
Die Behelfsbrücke ist ein zentraler Bestandteil des Ersatzneubaus der Sülzbrücke. Sie ermöglicht die Aufrechterhaltung des Verkehrs während der Bauphasen und schafft damit eine wesentliche Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf der Gesamtmaßnahme.
„Wir sind froh, dass wir die Behelfsbrücke termingerecht einheben konnten und den Bürgerinnen und Bürgern dadurch die Aufrechterhaltung des Verkehrs ermöglichen und den Ersatzneubau planmäßig vorantreiben“, sagt Mohamed Abodahab, Abteilungsleiter Bau der Regionalniederlassung Rhein-Berg von Straßen.NRW.
Verkehr wird ab Mitte Juni über die einspurige Behelfsbrücke geführt
Die Behelfsbrücke, die aus mehr als 5000 Einzelkomponenten besteht, wurde in den vergangenen drei Wochen vor Ort unter halbseitiger Sperrung vormontiert. Am 20. Mai erfolgte zuerst der Einhub der Brücke und anschließend der Einbau der Fahrbahnplatten.
Bis einschließlich 17. Juni 2026 wird der Verkehr weiterhin einspurig mit Ampelregelung über die bestehende Brücke geführt. Ab dem 18. Juni wird der Verkehr auf die Behelfsbrücke umgelegt. Im Anschluss wird die bestehende Brücke voll gesperrt und für den Abbruch vorbereitet.
Die Behelfsbrücke verfügt über eine Fahrspur sowie einen Gehweg. Der Verkehr wird per Baustellenampel geregelt. Radfahrende werden gebeten, ihr Fahrrad über den Gehweg zu schieben.
Die Brücke darf von Fahrzeugen bis maximal 30 Tonnen genutzt werden. Schwerlastverkehr über 30 Tonnen wird großräumig umgeleitet:
- aus Richtung Norden ab Untereschbach über Heiligenhaus Richtung Dahlhaus
- aus Richtung Süden ab Hoffnungsthal über Dahlhaus Richtung Heiligenhaus
Für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ist eine besondere Ampelsteuerung vorgesehen: Im Einsatzfall schalten die Anlagen automatisch auf Rot, damit Einsatzkräfte die Brücke jederzeit ohne Zeitverlust passieren können.
Ersatzneubau bis Ende des ersten Quartals 2027 geplant
Ab Sommer 2026 wird das bestehende Bauwerk abgebrochen und durch einen Ersatzneubau ersetzt. Die Behelfsbrücke bleibt bis zum Abschluss der Arbeiten bestehen.
Der gesamte Bauablauf – einschließlich Vorarbeiten, Bau der Behelfsbrücke, Abbruch der bestehenden Brücke sowie Errichtung des Ersatzneubaus – ist auf knapp ein Jahr angelegt und soll bei planmäßigem Verlauf Ende des ersten Quartals 2027 abgeschlossen werden.
Der Ersatzneubau ist als Plattenbalkenbrücke in Spannbetonbauweise mit Fertigteilen vorgesehen. Aufgrund gestiegener Verkehrszahlen und schwererer Fahrzeuge muss der Brückenüberbau stabiler errichtet werden. Der Ersatzneubau erhält eine Stützweite von 18,50 Meter. Die Fahrbahn ist beidseitig jeweils 3,50 Meter breit, ergänzt durch einen kombinierten Rad- und Gehweg auf der Südseite und einen Gehweg auf der Nordseite.
Hintergrund: Bestehende Brücke mit altersbedingten Schäden
Ein Ersatzneubau der Sülzbrücke Lehmbach ist erforderlich, weil das Bauwerk aus dem Jahr 1953 die heutigen technischen Anforderungen nicht mehr erfüllt. Wie viele Brücken aus dieser Zeit wurde auch die Sülzbrücke für deutlich geringere Verkehrsbelastungen ausgelegt.
Altersbedingte Schäden wie Betonabplatzungen, Korrosion tragender Bauteile und Chloridbelastungen beeinträchtigen die Dauerhaftigkeit des Bauwerks erheblich. Bereits heute gelten Einschränkungen: Die Geschwindigkeit ist auf 30 km/h begrenzt, Fahrzeuge über 30 Tonnen dürfen die Brücke nicht mehr befahren.