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L193: Straßen.NRW startet Rückbau der Brücke über die Bahngleise in Königswinter-Oberdollendorf

Königswinter (straßen.NRW). Ein wichtiger Meilenstein beim Ersatzneubau der Bahnbrücke im Zuge der Landesstraße 193 in Königswinter-Oberdollendorf ist erreicht: Am Mittwoch (15.07.) beginnen die Abbrucharbeiten an der bestehenden Brücke. Rückbau und Neubau erfolgen innerhalb der Sperrpause der Deutschen Bahn, die vom 11. Juli bis Anfang November 2026 angeordnet ist.

Der rund 70 Meter lange Brückenüberbau wird bis Sonntag (19.07.) im 24-Stunden-Betrieb zurückgebaut. Zum Schutz der Gleisanlagen wurde vor Beginn der Arbeiten ein sogenanntes Fallbett aus Baggermatten, Stahlplatten sowie einer Schüttschicht aus Schotter und Recyclingmaterialien errichtet. Es fängt herabfallende Beton- und Stahlteile auf und schützt die Gleise während des Abbruchs vor Beschädigungen. Das anfallende Abbruchmaterial wird anschließend sortenrein getrennt, entsprechend den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes aufbereitet und weitgehend wiederverwertet.

Für den Rückbau kommen sechs Großbagger mit einem Einsatzgewicht von bis zu 60 Tonnen, ausgestattet mit Hydraulikhämmern, Abbruchzangen und Greifern, zum Einsatz.

„Der Rückbau der bestehenden Brücke ist ein hochkomplexer Bauabschnitt. Die Arbeiten finden in einem eng begrenzten Zeitfenster während der DB-Sperrpause statt und erfordern eine präzise Planung sowie eine enge Abstimmung aller Beteiligten“, sagt Adrian Kappes, zuständiger Projektleiter der Regionalniederlassung Rhein-Berg von Straßen.NRW.

Die bestehende Brücke führt die L193 über fünf Gleise der Deutschen Bahn auf der Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden und verbindet den Königswinterer Stadtteil Oberdollendorf mit der B42 sowie der A562. Das 1963 errichtete Bauwerk in Stahlverbundbauweise entspricht aufgrund seines Alters und erheblicher Schäden nicht mehr den heutigen Anforderungen an Tragfähigkeit und Verkehrssicherheit, u. a. wurden Beulen an den Stahlträgern festgestellt. Zudem galt zuletzt eine Gewichtsbeschränkung von 16 Tonnen. Eine Sanierung oder Verstärkung erwies sich als technisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll. Straßen.NRW ersetzt das Bauwerk deshalb durch einen modernen Neubau.

Funktionale Ausschreibung verkürzt Projektlaufzeit

Um das Projekt besonders schnell und effizient umzusetzen, setzt Straßen.NRW auf eine funktionale Ausschreibung. Dieses innovative Vergabeverfahren verzahnt Planung und Bau eng miteinander. Vom ersten Spatenstich im April 2026 bis zur geplanten Verkehrsfreigabe Anfang 2027 vergehen lediglich zehn Monate. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 21 Millionen Euro und werden aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur finanziert.

„Mit der funktionalen Ausschreibung gehen wir bei diesem Projekt bewusst neue Wege und halten durch die verkürzte Projektlaufzeit die Beeinträchtigungen für Anwohnerinnen und Anwohner sowie den Verkehr so gering wie möglich“, sagt Mohamed Abodahab, Leiter der Abteilung Bau der Regionalniederlassung Rhein-Berg von Straßen.NRW.

So geht es weiter

Nach Abschluss der Abbrucharbeiten beginnen unmittelbar die Arbeiten an den neuen Widerlagern, die außerhalb der Gleisanlagen stehen. Parallel dazu wird die neue, 85 Meter lange Stahl-Stabbogenbrücke auf dem Vormontageplatz aus insgesamt 18 Einzelteilen zusammengesetzt und verschweißt. Ende Oktober soll das Bauwerk mithilfe selbstfahrender Modulfahrzeuge (SPMT) in seine endgültige Position eingeschoben werden. Anschließend folgen der Aufbau der Fahrbahn, Asphaltierungsarbeiten sowie die Fertigstellung des Damms und der Rad- und Gehwege.

Mit einem drei Meter breiten, gemeinsamen Rad- und Gehweg auf der Ostseite sowie einem zusätzlichen Gehweg auf der Westseite verbessert die neue Stabbogenbrücke zudem erstmals die Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr. Die Verkehrsfreigabe des Ersatzneubaus ist für Anfang 2027 vorgesehen.

„Mit dem Rückbau endet die Geschichte eines Bauwerks, das den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Gleichzeitig schaffen wir die Grundlage für eine moderne und zukunftsfähige Verbindung, von der alle Verkehrsteilnehmenden profitieren werden. Dass wir dieses anspruchsvolle Projekt in so kurzer Zeit umsetzen können, ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten“, sagt Mohamed Abodahab, Leiter der Abteilung Bau der Regionalniederlassung Rhein-Berg von Straßen.NRW.

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