L193: Ersatzneubau der Bahnbrücke in Oberdollendorf startet im April
Königswinter (strassen.nrw). Ab April 2026 erneuert die Regionalniederlassung Rhein-Berg von Straßen.NRW die stark beschädigte Bahnbrücke der L193 in Oberdollendorf. Die Brücke aus dem Jahr 1963 entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen an Sicherheit, Tragfähigkeit und Verkehrsführung.
Mit dem Ersatzneubau investiert das Land Nordrhein-Westfalen rund 20 Millionen Euro in eine moderne und zukunftsfähige Verbindung zwischen Königswinter und Bonn. Ziel ist es, die wichtige Verkehrsachse langfristig zu sichern und gleichzeitig die Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr zu verbessern.
Bedeutung der Brücke für die Region
Die L193-Brücke führt über die Gleisanlagen der Deutschen Bahn auf der Strecke zwischen Troisdorf und Unkel und verbindet das Stadtgebiet direkt mit der Bundesstraße B42 sowie der Autobahn A562. Rund 6.000 Fahrzeuge passieren täglich die Brücke, darunter etwa 130 Lkw. Sie ist damit eine zentrale Verkehrsachse für Pendler, Gewerbetreibende und Anwohnerinnen und Anwohner.
Die bestehende Brücke weist erhebliche Schäden und Einschränkungen auf: Stahlträger sind verformt, Fahrzeuge über 16 Tonnen dürfen das Bauwerk nicht mehr nutzen. Zudem fehlen getrennte Wege für Fuß- und Radverkehr. Eine Sanierung wäre technisch nicht sinnvoll und wirtschaftlich nicht vertretbar.
Moderne Stabbogenbrücke aus Stahl
Die bestehende Brücke wird komplett zurückgebaut und durch eine moderne Stabbogenbrücke aus Stahl ersetzt. Sie ist 85 Meter lang, 15 Meter breit und kommt ohne Stützen im Gleisbereich aus. Dadurch wird der Bahnbetrieb künftig weniger beeinträchtigt und die Sicherheit erhöht.
Die Verkehrsführung wird neu geordnet:
- zwei Fahrstreifen mit je 3,50 Metern Breite
- ein drei Meter breiter kombinierter Rad- und Gehweg auf der Ostseite
- ein zwei Meter breiter Gehweg auf der Westseite
Bauzeit deutlich verkürzt
Für das Projekt nutzte Straßen.NRW ein funktionales Ausschreibungsverfahren, bei der Planung und Bau eng miteinander verzahnt sind. Die zentralen Arbeiten – Rückbau der alten Brücke und Einschub der neuen Konstruktion – erfolgen während der planmäßigen Sperrpause der Deutschen Bahn vom 11. Juli bis 3. November 2026. Die neue Brücke wird in mehreren Einzelteilen angeliefert vor Ort montiert. Während der Sperrpause wird sie mithilfe spezieller Schwerlasttransporter eingeschoben. Insgesamt soll das Projekt innerhalb von rund zehn Monaten abgeschlossen sein – deutlich schneller als bei vergleichbaren Brückenprojekten.
Bauablauf und Zeitplan
Die wichtigsten Bauphasen im Überblick:
- ab 7. April 2026: Einrichtung der Baustelle und Beginn der Bauarbeiten
- Frühsommer 2026: Vormontage der neuen Stahlbrücke
- Mitte Juli 2026: Abriss der bestehenden Brücke und Bau der neuen Widerlager
- Ende Oktober 2026: Einschub der neuen Brücke
- ab Dezember 2026: Fahrbahnaufbau und Restarbeiten
- Anfang 2027: Fertigstellung und Verkehrsfreigabe
Die vorbereitenden Arbeiten, darunter Baumfällungen und das Herrichten des Baufeldes, sind bereits abgeschlossen. Auch der Bauwerksentwurf ist seit 3. März genehmigt.
Umleitungen während der Bauzeit
Während der Bauarbeiten wird die L193 von April 2026 bis Anfang 2027 vollständig gesperrt. Der Verkehr wird über folgende Straßen umgeleitet: Grüner Weg (L268), Cäsariusstraße (L268) und Heisterbacher Straße (K4). Alle Umleitungen werden frühzeitig ausgeschildert und in Abstimmung mit den zuständigen Behörden umgesetzt, um Belastungen für Anwohnerinnen, Anwohner und den regionalen Verkehr möglichst gering zu halten. Mit Beginn der Baumaßnahme ab 7. April gilt auf der Bergstraße zwischen Heisterbacher Straße und Petersbergstraße ein temporäres Halteverbot.