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L189: Fertigteile für neue Markelsbachbrücke erfolgreich eingehoben

Much (straßen.nrw). Beim Ersatzneubau der Markelsbachbrücke im Zuge der L189 (Wahnbachtalstraße) im Mucher Ortsteil Hillesheim ist Anfang dieser Woche die wichtigste Etappe der Bauarbeiten erfolgreich abgeschlossen worden. Mithilfe eines Mobilkrans wurden fünf Fertigteile für den Überbau der neuen Brücke eingehoben. Damit nimmt das neue Bauwerk nur wenige Wochen nach dem Abbruch der alten Brücke bereits Gestalt an.

Bis zu 28 Tonnen pro Fertigteil

Der neue Überbau besteht aus fünf Fertigteilen – zwei Rand- und drei Mittelteilen, die zwischen 26 und 28 Tonnen wiegen. In jedem Element stecken zudem rund 1,8 Tonnen Bewehrungsstahl.

Anfang nächster Woche werden die Fertigteile mit Ortbeton, der direkt auf der Baustelle eingebracht wird, zu einem durchgehenden Überbau verbunden. Anschließend werden die Kappen hergestellt und die Fahrbahndecke aufgebracht.

Die neue Brücke ist 9 Meter lang und 2,25 Meter breit und erhält zwei Fahrstreifen mit jeweils 3,50 Metern Breite sowie 2,05 Meter breite Kappen und moderne Schutz- und Sicherheitseinrichtungen.

Neue Brücke entsteht innerhalb weniger Monate

Mitte Juni wurde die rund 70 Jahre alte Markelsbachbrücke abgebrochen, bereits im Oktober soll der Ersatzneubau abgeschlossen sein. Möglich wird die kurze Bauzeit unter anderem durch die funktionale Ausschreibung und einen hohen Vorfertigungsgrad. Dabei definiert Straßen.NRW klare Anforderungen an das fertige Bauwerk und den zeitlichen Rahmen, während die Detailplanung der technischen Umsetzung beim Auftragnehmer liegt. So können technische Lösung und Bauablauf optimal aufeinander abgestimmt werden. Die Fertigteile für den Überbau wurden im Werk produziert, während auf der Baustelle parallel die Widerlager entstanden. Das verkürzt die Arbeiten vor Ort und reduziert zugleich die Eingriffe unmittelbar am Markelsbach.

Mehr Platz für den Markelsbach

Der Ersatzneubau bringt die Brücke technisch auf den heutigen Stand und verbessert zugleich den Hochwasserschutz. Die lichte Weite über dem Markelsbach wächst von rund fünf auf neun Meter, der Durchflussquerschnitt von etwa neun auf 13,5 Quadratmeter. Bei Starkregen steht dem Bach damit deutlich mehr Raum zur Verfügung.

Digitale Planung mit BIM

Der Ersatzneubau ist zugleich ein BIM-Pilotprojekt der Regionalniederlassung Rhein-Berg. BIM („Building Information Modeling“) ist eine digitale Planungsmethode, bei der alle Projektbeteiligten mit einem gemeinsamen dreidimensionalen Bauwerksmodell arbeiten. Neben der Geometrie enthält das Modell Informationen zu den einzelnen Bauteilen. So lassen sich Planungen besser aufeinander abstimmen und mögliche Konflikte frühzeitig erkennen. Die Daten können später auch für Betrieb und Unterhaltung der Brücke genutzt werden. BIM trägt damit dazu bei, Infrastrukturprojekte wirtschaftlicher, effizienter und nachhaltiger umzusetzen.

Wichtige Verbindung zwischen Much und Neunkirchen-Seelscheid

Die L189 (Wahnbachtalstraße) verbindet die Gemeinde Much mit Neunkirchen-Seelscheid. Auf diesem Streckenabschnitt wurden 2021 täglich rund 3.900 Fahrzeuge gezählt, darunter mehr als 200 Fahrzeuge des Schwerverkehrs.

Hintergrund: Die alte Brücke

Die bisherige Brücke über den Markelsbach stammte aus dem Jahr 1956. Sie war als Ersatz für eine im Zweiten Weltkrieg zerstörte Vorgängerbrücke errichtet worden und entsprach nach rund 70 Jahren nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen. Die Stahlbeton-Plattenbrücke war rund fünf Meter lang und 11,90 Meter breit.

Die Maßnahme wird im Rahmen des „Nordrhein-Westfalen-Plans für gute Infrastruktur“ finanziert. Die Mittel stammen aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK).

 

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