Kranzniederlegung zum Gedenken an verunglückte Mitarbeitende – Straßen.NRW rückt Arbeitssicherheit in den Fokus
Gescher/Gelsenkirchen (straßen.nrw). Am Buß- und Bettag (19. November) haben Viktor Haase, Staatsekretär im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Vertreter*innen des Landesbetriebs Straßen.NRW und der Autobahn GmbH des Bundes sowie die Personalräte beider Institutionen an der A31-Autobahnkapelle bei Gescher der im Dienst verunglückten Kolleg*innen gedacht. Gemeinsam legten sie Kränze nieder und brachten ihr tiefes Mitgefühl für die Verunglückten und deren Angehörige zum Ausdruck.
Die Gedenkveranstaltung, an der auch zahlreiche Mitarbeitende aus den Straßen- und Autobahnmeistereien teilnahmen, ist ein fester Bestandteil der Erinnerungskultur von Straßen.NRW. Sie soll an das hohe Risiko erinnern, dem die Beschäftigten im Außendienst täglich ausgesetzt sind, und dieses Bewusstsein in der Öffentlichkeit wachhalten. In seiner Ansprache erklärte Staatssekretär Viktor Haase: "Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit steigt das Risiko für die Kolleginnen und Kollegen. Ich appelliere an alle Verkehrsteilnehmenden, besondere Vorsicht und Rücksichtnahme walten zu lassen. Damit kann jeder von uns einen Beitrag für mehr Sicherheit auf unseren Straßen leisten."
Seit 1993 sind 20 Beschäftigte von Straßen.NRW (und den vorangegangenen Organisationen und Einrichtungen) bei Arbeitsunfällen durch Fremdverschulden ums Leben gekommen. Insgesamt hat es 565 fremdverschuldete Unfälle mit Personenschaden gegeben. Im Jahr 2025 ereigneten sich drei schwerwiegende fremdverschuldete Unfälle an Bundes- und Landesstraßen, bei denen ein Mitarbeitender verletzt wurde – eine Gefahr, denen die Beschäftigten im Verkehrsraum ausgesetzt sind. „Neben physischen Verletzungen muss auch die psychische Belastung nach einem Unfall ernst genommen werden und bedarf der professionellen Aufarbeitung“, sagt Dr. Petra Beckefeld, Direktorin für den technischen Bereich bei Straßen.NRW. „Der Landesbetrieb arbeitet fortlaufend daran, das Unfallrisiko so gering wie möglich zu halten. Die Zahl der Unfälle ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Doch das Risiko für die Beschäftigten bleibt hoch.“ Das Risiko im Straßenbetriebsdienst Opfer eines Unfalls zu werden, ist 13-mal höher als in Berufen der gewerblichen Wirtschaft.
Positive Entwicklungen in der Arbeitssicherheit
Arbeitssicherheit hat bei Straßen.NRW einen hohen Stellenwert. Dr. Sascha Kaiser, Direktor für den kaufmännischen und juristischen Bereich bei Straßen.NRW, sagt: „In den vergangenen Jahren haben wir deutliche Fortschritte gemacht, was die Sicherheit unserer Mitarbeitenden angeht. Modernste Schutzausrüstung, innovative Schulungskonzepte und die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Fahrzeuge tragen dazu bei, das Unfallrisiko zu minimieren.“ Nicht zuletzt dadurch konnten viele Unfälle verhindert werden“. Straßen.NRW investiert kontinuierlich in neue Sicherheitsmaßnahmen. So wurde beispielsweise der Fuhrpark mit modernsten Sicherheitssystemen ausgestattet, darunter Abbiegeassistenten und Rückfahrkameras. Zudem hat der Landesbetrieb Schulungsprogramme wie den Risiko-Parcours und Virtual Reality-basierte Trainings etabliert. Im nächsten Jahr wird der Risiko-Parcours für Straßenbetriebsdienstmitarbeitende unter dem Namen Risikodrom für drei Jahre neu aufgesetzt und um virtuelle Trainingseinheiten angereichert, um für die Gefahren im Straßenbetriebsdienst spürbar, aber risikofrei zu sensibilisieren. Dr. Petra Beckefeld unterstrich die Bedeutung der fortlaufenden Sicherheitsmaßnahmen: „Jeder Unfall bleibt ein Unfall zu viel. Daher arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Arbeitsbedingungen durch technologische Innovationen und gezielte Präventionsmaßnahmen kontinuierlich zu verbessern.“
Die Gedenkstätte bei Gescher – seit 1999 fester Bestandteil der Gedenkkultur von Straßen.NRW
Nach mehreren Unfällen in den Jahren 1993 bis 1996 entstand bei den Mitarbeitenden des Straßenunterhaltungsdienstes der Wunsch nach einer zentralen Gedenkstätte für die verunglückten Kolleginnen und Kollegen. Im Oktober 1999 wurde die Gedenksteele an der A31-Autobahnkapelle bei Gescher eingeweiht, entworfen von einem Mitarbeiter des Hochbaus bei Straßen.NRW. Seitdem ist das Mahnmal ein zentraler Ort der Trauer und fester Bestandteil der Gedenkkultur von Straßen.NRW. Jährlich findet hier am Buß- und Bettag eine Gedenkveranstaltung statt, die auf die Gefahren des Straßenunterhaltungsdienstes aufmerksam macht und von Kolleg*innen, Hinterbliebenen sowie Vertreter*innen von Straßen.NRW besucht wird.
Bilder von der Veranstaltung
- v.l.n.r.: Dr. Michael Güntner (vors. Geschäftsführer Autobahn GmbH), Viktor Haase (Staatssekretär MUNV), Dr. Petra Beckefeld (technische Direktorin Straßen.NRW), Elfriede Sauerwein-Braksiek (Direktorin Niederlassung Westfalen Autobahn GmbH) (3,2 MiB, JPG)
- v.l.n.r.: Dr. Sascha Kaiser (kaufmännisch-juristischer Direktor Straßen.NRW), Christoph Jansen (Regionalleiter Straßen.NRW) (4,0 MiB, JPG)
- Die Kranzträger: Straßenmeistereimitarbeitende von der Autobahn GmbH des Bundes und Straßen.NRW (4,1 MiB, JPEG)