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B63n: Großer Andrang beim ersten Bürgerinfomarkt zur Planung der Ortsumgehung in Hamm

Hamm (straßen.nrw). Selbst 50 zusätzliche Stühle reichten den über 200 Bürgerinnen und Bürgern kaum aus, die zum ersten Bürgerinfomarkt Ende Juni 2022 in die Pelkumer Bürgerhalle gekommen waren. Bezirksbürgermeister Axel Püttner packte persönlich mit an, denn bereits eine viertel Stunde vor Beginn der Veranstaltung studierten die ersten Gäste die über zehn Meter langen Luftbilder des geplanten Straßenverlaufs.

Marc Herter, Oberbürgermeister von Hamm, eröffnete den Auftakt der Bürgerbeteiligung zur B63n: „Wir wollen so früh wie möglich die Fragen und Anregungen aus der Öffentlichkeit aufnehmen und im Schulterschluss mit den Nachbarkommunen und Straßen.NRW die beste Lösung erarbeiten“. Direkt vor den Bürgerinnen und Bürgern hatte der Politische Begleitkreis mit der Bezirksbürgermeisterin und den Bezirksbürgermeistern, Abgeordneten des Landtags und rund 30 teilnehmenden Ratsmitgliedern stattgefunden. Wichtigstes Thema auch hier: die gemeinsame Planung von Hamm und Bönen. Baudezernent Andreas Mentz nahm den Ball auf: „Eine solche Bundesstraße entsteht nicht für sich allein. Wir arbeiten in enger Synchronisierung mit unseren Nachbarn, Straßen.NRW und der Autobahngesellschaft, die für die Anschlussstelle zur A2 zuständig ist“. Er erläuterte die Notwendigkeit der B63n aufgrund von steigenden Verkehrszahlen insbesondere im Güterverkehr. Die geplanten Wohngebiete, das Creativ-Revier Zeche Heinrich-Robert und der Multi-Hub Westfalen werden für einen weiteren Anstieg der Verkehrszahlen in den heute schon hoch belasteten Ortsdurchfahrten in Pelkum und Wiescherhöfen sorgen. So betonte auch Daniel Langemann, Projektleiter bei Straßen.NRW, dass die B63n nur zusammen mit einer Ertüchtigung der A2-Anschlussstelle in Bönen und einer leistungsfähigen Anbindung an die L664 (Kamener Straße / Hafenstraße) denkbar ist. Dass die B63n eine zentrale Entlastung in den Ortsdurchfahrten bringen wird, belegte der Verkehrsgutachter Christoph Helmert eindrucksvoll. Der Schwerlastverkehrs wird sich halbieren, der Gesamtverkehr um 20 bis 25 Prozent reduziert. „Wir sprechen hier in den Ortslagen von 4.500 bis 4.800 Fahrzeugen weniger als heute“, so der Gutachter.

Peter Gawin, Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamtes in Hamm, dämpfte aber die Erwartung an eine zeitnahe Umsetzung. „Wir befinden uns in einer frühen Phase der Planung und sind an die rechtlichen Verfahrensabläufe gebunden.“ Derzeit werden die Umweltgutachten erstellt. Dr. Eva Huth vom Büro Lindschulte aus Nordhorn berichtete am Themenstand welche Arten derzeit im Feld kartiert werden. Sie nahm eine Vielzahl von Hinweisen aus der Bürgerschaft zu Vögeln, Fledermäusen und Amphibien auf. Intensive Debatten gab es auch am Themenstand zum Multi-Hub Westfalen. Die neu gegründete Entwicklungsagentur für nachhaltigen Güterverkehr der Wirtschaftsförderung Hamm erläuterte das Konzept des Multi-Hub in Zusammenarbeit mit Vertretern der DB Cargo und konnte viele Fragen bereits klären. Ein weiterer Themenstand zeigte die Visualisierung der B63n im Überflug von Bönen bis zur Hafenstraße.

Am großen Planungstisch, der quer durch die ganze Halle lief, brachten die Anwohner und Landwirte eine Vielzahl von Hinweisen und Fragen ein. Themen waren hier vor allem der Lärmschutz und die Frage, wie eine weitere Trennung der Ortsteile verhindert werden kann. So wurde intensiv nachgefragt, wie die bisher bestehenden Bahnübergänge durch Überquerungen oder Tunnel ersetzt werden könnten.

Im Zentrum der Diskussion standen auch die Radwege. Die B63n wird eine neue, schnelle Radverkehrsverbindung vor allem für den Berufspendelverkehr und schnelle E-Bikes bekommen. Es waren aber auch die Anschlussmöglichkeit an das innerörtliche Radnetz und Auf- und Abfahrten für die Schülerverkehre per Rad gefragt.

Pressekontakt

Nadia Leihs
Pressekontakt für Journalist*innen
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