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B58: Verkehrsfreigabe der B58-Ortsumgehung Beckum – Mehr Ruhe für die Stadt, starke Verbindung für die Region

Beckum (straßen.nrw). Nach erfolgreichem Abschluss der Bauarbeiten wurde die neue Ortsumgehung Beckum im Zuge der Bundesstraße 58 heute offiziell für den Verkehr freigegeben. Damit schließt sich eine zentrale Lücke im überregionalen Verkehrsnetz zwischen der A2 und dem östlichen Münsterland. Zugleich wird das Stadtzentrum von Beckum künftig vom Durchgangsverkehr – insbesondere von schweren Lkw – deutlich entlastet.

Ein Meilenstein für die Region – und ein technisches Großprojekt

Die rund 3,8 Kilometer lange neue Trasse beginnt im Westen nahe der Anschlussstelle Beckum (A2) und bindet östlich an die B58 und L586, der „Stromberger Straße“ an. Der besonders anspruchsvolle westliche Abschnitt der Strecke verläuft durch das aktive Kalksteinabbaugebiet. Dort wurde ein rund 35 Meter hoher Straßendamm errichtet – auf einer Fläche, die künftig nach Ende des Abbaus renaturiert und zu einem neuen See umgestaltet wird. Insgesamt wurden für das Projekt rund zwei Millionen Kubikmeter Bodenmaterial bewegt. Das anstehende Gestein musste dabei aufwändig lagenweise aufbereitet und verdichtet werden, um langfristige Standsicherheit zu gewährleisten. Zusätzlich wurden sieben Brückenbauwerke, drei Regenrückhaltebecken sowie zahlreiche Entwässerungs- und Amphibienleitsysteme gebaut.

Finanziert wurde das Projekt mit Mitteln des Bundes in Höhe von rund 89 Millionen Euro. Bundesminister für Verkehr, Patrick Schnieder, betonte bei der feierlichen Freigabe die Bedeutung für die Region – und weit darüber hinaus:

„Diese neue Umgehung ist weit mehr als eine Verkehrsmaßnahme für Beckum. Sie stärkt eine der zentralen Ost-West-Achsen in Nordrhein-Westfalen und leistet einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Landes. Gleichzeitig entlasten wir die Menschen vor Ort – das ist gelebte Verkehrspolitik mit Verantwortung“, erklärt der Bundesverkehrsminister.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer hob die Qualität des Projekts im Zusammenspiel von Infrastruktur und Umwelt hervor: „In Beckum sieht man, wie moderner Straßenbau funktioniert: sicher, leistungsfähig und umweltgerecht. Neue Gewässerläufe, Biotopverbindungen und Schutzräume für Uhu und Kammmolch zeigen: Auch beim Straßenbau kann Natur mitgedacht werden.“

Dr. Petra Beckefeld, Direktorin des Landesbetriebs Straßenbau NRW, betonte die hohe technische Komplexität und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten:

„Ein Damm durch ein aktives Abbaugebiet zu führen, unter Berücksichtigung der späteren Renaturierung, verlangt höchste ingenieurtechnische Sorgfalt. Die Wahl des lagenweisen Einbaus mit Zementverfestigung war ein entscheidender Faktor für die Standsicherheit. Gleichzeitig war es uns wichtig, eine neue Landschaft zu gestalten, die Raum für Artenvielfalt lässt – und einen echten Mehrwert für die Region schafft.“

Für die Stadt Beckum ist der heutige Tag ein Wendepunkt. Der Verkehr wird künftig spürbar abnehmen, innerstädtische Räume können neu gedacht und entwickelt werden. Bürgermeister Michael Gerdhenrich erklärte:

„Die Menschen in Beckum haben lange auf diesen Moment gewartet. Mit der Freigabe der neuen Trasse schaffen wir nicht nur neue Mobilität, sondern auch neuen Raum für Lebensqualität. Die Verbindung zur Zementindustrie bleibt erhalten – aber unter zeitgemäßen, stadtverträglichen Bedingungen.“


Daten und Fakten zur neuen Ortsumgehung B58 – Beckum

Gesamtlänge: ca. 3,8 km
Brückenbauwerke: 7
Dammhöhe: bis zu 35 m
Bodenbewegung: ca. 2 Mio. m³
Asphaltfläche: ca. 50.000 m²
Regenrückhaltebecken: 3
Investitionsvolumen: rund 89 Mio. €
Bauzeit: 2015 bis 2025

Verkehrsfreigabe B58 Ortsumgehung Beckum mit Straßen.NRW-Regionalleiter Thomas Rensing (1.v.l.), Verkehrsminister Oliver Krischer (4.v.l.), Bundesverkehrsminister Patrik Schnieder (mittig), Straßen.NRW-Direktorin Petra Beckefeld (3.v.r.) und Straßen.NRW Niederlassungsleiter Manfred Ransmann (1.v.r.)

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