B56: Ersatzneubau der Erftbrücke in Euskirchen ab Januar 2022

Euskirchen (straßen.nrw). Im Zuge der Hochwasserkatastrophe vom Juli 2021 wurde die Erftbrücke auf der Kölner Straße (B56) in Euskirchen stark beschädigt und wird ab Januar 2022 ersetzt.

Die Hochwasserschäden befinden sich hauptsächlich im unteren Bauwerksbereich, nachdem der gesamte Uferbereich unterhalb des Bauwerks von den Wassermassen weggespült wurde. Eine Sanierung dieser 1949 nach einer veralteten Bauweise errichteten Brücke ist nicht wirtschaftlich durchführbar. Im Januar 2022 startet Straßen.NRW daher in Absprache mit der Stadt Euskirchen und örtlich ansässigen Unternehmen, die auf diese Zufahrtstraße angewiesen sind, mit den Vorarbeiten für den Ersatzneubau. Bis dahin wird der Verkehr dort unter kontinuierlichen Sicherheitsüberprüfungen weitergeführt. Während der Baumaßnahme, die in zwei Neubauabschnitte unterteilt ist und mit dem Abriss der nördlichen Brückenseite im Mai 2022 beginnt, wird der Verkehr mit Einbahnstraßenregelung in Fahrtrichtung Euskirchen-Kuchenheim weitergeführt. Die entgegengesetzte Fahrtrichtung Innenstadt wird gesperrt und umgeleitet.

Wichtige Zufahrtsstraße für Euskirchen und örtliche Unternehmen

Die Bundesstraße 56 ist eine zentrale Zufahrtsstraße nach Euskirchen und eine der wichtigsten Zufahrten für den Zuckerproduzenten Pfeifer & Langen, der wegen der Rübenernte zwingend auf die Zufahrt zum Werksgelände über die Erftbrücke angewiesen ist.

Nach einer umfassenden Schadensanalyse und Sonderprüfungen konnte die bestehende Brücke mit Einschränkungen für den Verkehr offen gelassen werden, da die Schäden überwiegend im Fundamentbereich der Brücke liegen und die Standsicherheit gegeben ist. Der Neubau der Brücke ist jedoch zwingend erforderlich.

In Abstimmung mit der Stadt Euskirchen und dem Unternehmen Pfeifer & Langen, das während der anstehenden Rübenkampagne  mit hunderten Fahrzeugen pro Tag die Brücke passieren wird, um zu einem Werksgelände zu gelangen, plant Straßen.NRW den Neubau der Brücke ab Januar 2022, nachdem die Rübenernte abgeschlossen ist. Der erste Bauabschnitt des Brückenneubaus soll vor Beginn der Rübenkampagne im Herbst 2022 abgeschlossen sein und die neugebaute Nordseite der Brücke gemeinsam mit dem verbliebenen südlichen Brückenteil für den Verkehr freigegeben werden.

Nach Abschluss der Rübenkampagne 2022/2023, voraussichtlich im Frühjahr 2023, beginnt der zweite Bauabschnitt mit dem Abriss der noch verbliebenen südlichen Seite der Erftbrücke, die bis zum Beginn der nächsten Rübenkampagne neugebaut und fertiggestellt wird. Während dieser Bauphase bis Herbst 2023 wird der Verkehr erneut nur in Einbahnstraßenregelung die Brücke passieren können. Der Neubau des gesamten Brückenbauwerks soll im Oktober 2023 abgeschlossen sein.

Derzeit gibt es keine Schäden an dem Bauwerk, die die Standsicherheit gefährden. Dennoch wird die Brücke bis zum einsetzenden Neubau regelmäßig eingehend überprüft.

Innovativer Neubau ohne Vollsperrung des Verkehrs

Die neue Brücke, eine sogenannte „Expressbrücke“, wird aus Fertigbetonteilen mit Widerlagern aus bewehrter Erde hergestellt. Das spart viel Zeit und Kosten.

Dabei werden die Unterbauten, bei dieser neuartigen Bauweise nicht aus Beton, sondern aus einem mit Geogitter bewehrtem Erdkörper errichtet. Dieser erhält im Anschluss eine Fassade aus Betonfertigteilen. Ebenfalls als vorgefertigte Betonfertigteile angeliefert wird die Fahrbahnplatte, womit der Aufwand eines Traggerüstes und einer Holzschalung entfällt.

Die neue Brücke wird auch einen regelkonformen Geh- und Radweg haben. Zudem wird geprüft, ob die Brücke breiter gebaut werden kann, um dem Radverkehr eine eigene Spur zur Verfügung zu stellen.

Mit der neuartigen Bauweise werden Bauzeiten und -kosten insgesamt reduziert und der Eingriff in den fließenden Verkehr durch einen halbseitigen Neubau nur in eine Fahrtrichtung zeitweilig unterbrochen. Da zunächst nur eine Seite der Brücke abgerissen und neugebaut wird, wird der Verkehr auf der alten Brückenhälfte während des Neubaus in Einbahnstraßenregelung in Richtung Euskirchen-Kuchenheim geführt, während für den Verkehr in Gegenrichtung eine Umleitung eingerichtet wird.

Anschließend wird der erste Neubauabschnitt freigegeben und der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen während der Rübenkampagne über die Brücke geführt. Ab Frühjahr 2023, nach Ende der Rübenanlieferungszeit, wird die südliche Seite der alten Brücke abgebrochen und neu gebaut. Auch hier wird der Verkehr wieder in Einbahnstraßenregelung über den neuen Teil der Brücke in Fahrtrichtung Kuchenheim geführt.

Um die verkehrlichen Auswirkungen während der Bauzeit so gering wie möglich zu halten, stehen die Stadt Euskirchen und der Straßen.NRW in enger Abstimmung und planen gemeinsam die bauzeitliche Verkehrsführung und mögliche Alternativrouten.

Dieser Bau unter Verkehr ist deutlich komplexer als ein Neubau unter Vollsperrung und erfordert umfangreiche Vorarbeiten hinsichtlich der Tragwerksplanung und Verkehrsführung, die die Bauplanerinnen und Bauplaner derzeit vorbereiten.

Pressekontakt: Torsten Gaber, Telefon 02251-796-468

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