B475n: 25 Jahre Nordost-Umgehung Soest

Soest (straßen.nrw). Am 15. November 2021 gibt es ein Silberjubiläum zu feiern. Vor genau 25 Jahren gaben der damalige Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium Manfred Carstens und Dr. Dieter vom Rath, ehemaliger Ministerialdirigent des nordrheinwestfälischen Landesverkehrsministeriums zusammen mit den damaligen Oberkreisdirektor Dr. Hermann Janning, dem stellvertretenden Landrat Gerd Dominik sowie dem Bürgermeister der Stadt Soest, Peter Brüseke (*1947-*2018) die Ortsumgehung zwischen Lühringsen und Bundesstraße B1 für den Verkehr frei. Daraufhin setzte sich ein Autokorso in Bewegung, der den knapp fünf Kilometer langen mehr als 35 Millionen D-Mark teuren Abschnitt erstmals befuhr.

Bessere Anbindung an überregionalen Verkehr

Geplant und gebaut wurde die Ortsumgehung vom Landschaftsverband Westfalen Lippe, Straßenneubauamt Soest, heute Straßen.NRW. Der 4,6 Kilometer lange Streckenabschnitt vervollständigt die insgesamt 11,2 Kilometer lange Ortsumgehung der Stadt Soest. „Seit der Verkehrsfreigabe im November 1996 wird der östliche Wallring in  Soest, insbesondere die Walburger Unterführung, vom Durchgangsverkehr entlastet“, erklärt Klaus Peter Trockel, ehemaliger Abteilungsleiter Planung der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift. „Wir haben auch die Anbindung an A2, A44 und die an die sauerländischen Naherholungsgebiete deutlich verbessert“, fügt er an. Gleichzeitig wurden die Soester Industriegebiete verkehrsgünstig an das überregionale Fernstraßennetz angebunden. Durch die B475 wurde das Neubaugebiet im Soester Norden erst möglich. Gegner des Projektes sahen damals den Danziger Ring als Alternative an.

Blick zurück

Im Jahr 1976 wurde die Streckenführung der Ortsumgehung erstmals geplant, 1978 angepasst und 1984 zum Planfeststellungsverfahren eingereicht.  Nach insgesamt sechs Klagen und mehr als 60 Einwendungen wurde die Trasse im Oktober 1995 mit einem Planfeststellungsbeschluss für bestandskräftig erklärt. Der Bau der Ausbaustrecke konnte beginnen.Bereits im Vorfeld waren bei Straßenbauarbeiten archäologische Funde einer frühmittelalterlichen Wüstung „Gelmen“ entdeckt worden, die entlang der geplanten Trasse westlich der Schledde führte. Das Areal konnte ausgegraben und in die Denkmalliste der Stadt Soest eingetragen werden. „Die Ausgrabungen waren damals ein voller Erfolg“, erinnert sich Martin Bohlemann, pensionierter Landschaftsplaner aus der Hansestadt. „Sie zeigen die Besiedlung der Soester Börde bereits seit dem dritten Jahrtausend vor Christus auf.“

Bombenfund an ehemaligem Verschiebebahnhof

Nicht nur die Archäologen hatten bei der Planung und beim Bau der B475 Ortsumgehung im Bereich der geplanten Trasse alle Hände voll zu tun. Der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg beseitigte und entschärfte nach Luftbildern der Alliierten insgesamt 18 bis zu 500 Kilogramm schwere Sprengbomben, 700 Stabbrandbomben und 1.000 Kilogramm Munitionsteile aus dem zweiten Weltkrieg. Diese waren in der Nähe der geplanten Trasse am ehemaligen Verschiebebahnhof Soest (Deutschen Reichsbahn) gefunden worden, der während des Krieges Ziel unzähliger Luftangriffe war.

Ausgleichsflächen von mehr als elf Fußballfeldern

Nach den Grabungsarbeiten konnte die heutige Straßen.NRW-Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift die Neubaustrecke mit neun Brückenbauwerken realisieren. Zudem wurde für die B475n ein landschaftspflegerischer Begleitplan aufgestellt und umgesetzt, bei dem mehr als elf Fußballfeldgroße Flächen ausgeglichen wurden. „Wir haben Feldgehölze, Wildhecken und Gehölzstreifen für Insekten Kleinsäuger und Vögel geschaffen“ weiß Martin Bohlemann, der als Landschaftsplaner mit der Ortsumgehung eines seiner ersten größeren Straßenbauprojekte in seiner Heimatstadt umsetzte. „In der Nähe der Schledde haben wir durch flächige Pflanzungen, Kopfbäume und Anlegen von Totholzhaufen einen strukturreichen Lebensraum geschaffen“, fügt er an. „Weiterhin wurde der Stadtpark in der waldarmen Region um Soest auch durch 5 Hektar Aufforstung vergrößert “, erinnert sich Bohlemann.

Pressekontakt: Christiane Knippschild, Telefon 0291-298-129

Zurück