Lärmschutz wird durch Neubau der Rheinbrücke erheblich verbessert

Mit dem Neubau der Leverkusener Rheinbrücke wird auch der Lärmschutz rund um den ersten Bauabschnitt erheblich verbessert. Durch Einsatz von Flüsterasphalt und andere Maßnahmen kann der Verkehrslärm um bis zu 10 Dezibel reduziert werden, das entspricht einer Halbierung der wahrgenommenen Lautstärke. Wie wird dies jedoch erreicht?

Flüsterasphalt – innovative Technik für weniger Lärm

Eine grundlegende Maßnahme ist die Verwendung des sogenannten Flüsterasphalts. Dieser offenporige Asphalt besteht zu einem Viertel aus Hohlräumen. Diese Hohlräume absorbieren, also „schlucken“ einen Großteil der Rollgeräusche, die die darüberfahrenden Autos verursachen. Zudem wird das unangenehme Aquaplaning durch den Flüsterasphalt verhindert: Erst unter der oberen, offenporigen Schicht verbirgt sich eine wasserdichte Ebene, von der das Wasser seitlich abfließt. Als Vergleich kann man sich etwa einen Steinfußboden gegenüber einem Teppich vorstellen: Auf dem Teppich läuft es sich deutlich leiser als auf Stein. Die offene und feinraue Oberfläche des Flüsterasphalts hat noch weitere Vorteile: Bei geschlossenen Oberflächen – also bei herkömmlichem Asphalt – wird die Luft zwischen Reifen und Fahrbahn für kurze Zeit eingeschlossen, verdichtet und danach wieder freigelassen. Dieses sogenannte Air-Pumping intensiviert den verursachten Lärm. Durch die offene Oberfläche des Flüsterasphalts wird dieser Effekt reduziert. Zudem minimiert diese Oberfläche auch Schwingungen der Reifen – so wird es noch leiser. Weil Flüsterasphalt jedoch auch Wartungs- und damit kostenintensiver ist, wird er nicht auf jeder Autobahn eingesetzt.

Was passiert sonst noch?

Zusätzlich zum Asphalt werden entlang der Strecke höhere und schallabsorbierende Lärmschutzwände errichtet. Die heutigen Wände sind ca. 3,50 bis 4,50 Meter hoch. Künftig werden auf der A1 durch Köln-Merkenich eine 6 Meter hohe Lärmschutzwand auf der Nordseite, eine 8 Meter hohe Wand im Mittelstreifen sowie eine insgesamt 10 Meter hohe Wall-Wand-Kombination auf der Südseite errichtet. Einige Anlieger haben zudem Anspruch auf eine Überprüfung des passiven Lärmschutzes an ihren Gebäuden in Bezug auf isolierende Fenster, Türen und Lüfter. Die Berechtigten werden hierzu von Straßen.NRW gesondert informiert.

Isophonenkarte

Eine Isophonenkarte hat die Aufgabe, Lautstärkeemissionen grafisch darzustellen – also zu zeigen, an welcher Stelle es wie laut ist. Auf den hiergezeigten Isophonenkarten ist die Lautstärkebelastung für Köln-Merkenich mit der prognostizierten Verkehrsdichte für das Jahr 2030 dargestellt.

Köln-Merkenich 2030 mit aktuellem Lärmschutz

Köln-Merkenich 2030 mit verbessertem Lärmschutz

Die Einheit Dezibel (dB)

Dezibel gibt die Lautstärke eines Geräuschs im Verhältnis zur menschlichen Hörschwelle an. Diese wird mit 0 dB festgelegt. Die untenstehende Tabelle zeigt einige Referenzwerte zur Veranschaulichung.