L755: Verstärkung der Weserbrücke in Höxter
Die Weserbrücke Höxter ist derzeit für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Der Grund ist bekannt: das Bauwerk hat statische Defizite, die den heutigen Ansprüchen des Schwerlastverkehrs nicht mehr standhalten. Zudem weist die Brücke Hohlstellen, Risse und ein ungewöhnliches Schwingverhalten auf.
Seit 2016 ist das Bauwerk für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Nach einer misslungenen Verstärkungsmaßnahme im Jahr 2023 wurde geprüft, ob eine Sanierung dieser Verstärkungsmaßnahme möglich ist. Dies ist geprüft und beurteilt worden. Das Ergebnis: das Risiko, dass bei einer erneuten Sanierung Schäden entstehen, die am Ende dazu führen, dass die Brücke gar nicht mehr benutzbar wäre, ist zu hoch. Die Planung für einen Ersatzneubau sind im Februar 2026 gestartet.
Hintergrund
Die Weserbrücke von Höxter verbindet die südöstliche Innenstadt mit dem Brückfeld. Von der Altstadt aus ist sie Teil der Landesstraße 755 (Fürstenberger Straße), deren Abzweigungen südwärts über die niedersächsische Landesstraße 549/550 (Bahnhofstraße) nach Boffzen und als L 549 nach Neuhaus im Solling führt und als Landesstraße 550 nach Fürstenberg (Weser). Nordwärts führt die niedersächsische Landesstraße 550 (Holzmindener Straße) östlich des Höxteraner Stadtteils Lüchtringen und nach Holzminden. Auch die Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen, die in Höxter entlang zwischen Altstadt und Weser verläuft, kreuzt die L 755 in Höhe der Weserbrücke in Nähe des Haltepunktes Höxter–Rathaus.
Bestandsbauwerk
Das 1955 entstandene Bauwerk ist an einem historisch wichtigen Ort entstanden, hier in der Nähe soll auch Karl der Große die Weser überschritten haben. Durch die Lage auf beiden Seiten der Weser ist der Standort nahezu hochwasserfrei. Die Spannbetonbrücke ist 138 Meter lang und etwa 14 Meter breit. Das Bauwerk besteht unter anderem aus einem dreizelligen Hohlkasten. Der Überbau ist in Längs- und Querrichtung mit Vorspannung im nachträglichen Verbund vorgespannt. Ihr Mittelpfeiler ist so angelegt, dass Treibgut und mögliche Eisschollen möglichst wenig Angriffsfläche bieten.
Antworten auf häufige Fragen
Das Bauwerk lässt sich nicht mehr sanieren. Es wäre zwar theoretisch möglich. Doch das Risiko zu hoch. Es besteht die Gefahr, dass dabei weitere Schäden entstehen und sie anschließend nicht mehr nutzbar wäre.
Ja. Es gab einen langen Prüfprozess mit allen Beteiligten. Nach diesem Prozess hat Straßen NRW vorgeschlagen, dass wir das Bauwerk nach aktuellem Stand nicht mehr sanieren. Die Fachabteilung im Verkehrsministerium teilt diese Einschätzung.
Das Bauwerk kann voraussichtlich noch etwa zehn Jahre in dieser Form genutzt werden – etwa bis 2036. Die Verstärkungsmaßnahme mit dem Pylon, vier Seilen und zwei Spannbetonverankerungsträgern sollte eine temporäre Lösung für das Bauwerk sein, um den Schwerverkehr über die Brücke führen zu können. Ein Ersatzneubau wäre 2036 aufgrund des Bauwerksalters ohnehin notwendig gewesen.
Die Beschränkung auf 3,5 Tonnen bleibt bestehen. Die Fachleute erachten es als wahrscheinlich, dass bis dahin keine weiteren gravierenden Probleme auftreten. Parallel dazu startet Straßen.NRW mit der Planung für einen Ersatzneubau.
Die Umleitung für den Schwerverkehr erfolgt seit 2016 über die B64 und die Weserbrücke Höxter-Lüchtringen im Zuge der K46.
Der Ersatzneubau der Weserbrücke soll 2036 abgeschlossen sein.
Die neue Brücke soll an derselben Stelle wie das Bestandsbauwerk errichtet werden.
Die Brücke liegt in der Baulast des Landes. Der Ersatzneubau 2036 wird vom Land NRW finanziert.
Allein in der Planungsphase müssen Aspekte, wie Bauweise, Umweltbelange, Anschlüsse, Verkehrsführung, Umgebungsuntersuchungen und Hochwassergefahren genauestens untersucht werden.
Ziel ist es, dass 2036 ein Bauwerk entsteht, das alle Tragwerksvorgaben erfüllt.
Der Neubau erfordert eine umfangreiche Planung, Voruntersuchungen, Genehmigungen, Finanzentscheidungen, technische Prüfungen und die Bürgerbeteiligung.
Ziel ist es, eine sichere Weserquerung zu bauen, die alle Tragwerksvorgaben erfüllt, die Verkehrssicherheit für alle Fahrzeuge gewährleistet, den Lärmschutz berücksichtigt und die langfristig nutzbar ist.
Solange die Straße L755 eine Landesstraße ist, bleibt sie für alle Fahrzeuge, auch für LKW, zugänglich. Änderungen wären nur bei einer Änderung des Straßenstatus möglich und hängen auch von finanziellen Fragen ab.
Weitere Planungen, beispielsweise eine Südumgehung, stehen nicht in Zusammenhang mit dem Ersatzneubau.
Beteiligt sind unter anderem Straßen.NRW, Fachabteilungen, Planungsbehörden, Politik und Verwaltung.