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Sauerland-Hochstift | Höxter | L755In Umsetzung

L755: Verstärkung der Weserbrücke in Höxter Informationen zu den Baumaßnahmen

Die Bauarbeiten der ca. 4,4 Millionen Euro teuren Maßnahme sind im Oktober 2021 aufgenommen worden. Zunächst wird beidseits der Brücke in Höhe des Mittelpfeilers die Gründung für die Pylone erstellt. Diese besteht aus jeweils drei 15 Meter langen Großbohrpfählen mit 1,5 Meter im Durchmesser und einer 2,40 Meter mächtigen Pfahlkopfplatte (Fundament).

Diese Pfahlkopfplatte muss aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Weser innerhalb eines Spundwandkastens errichtet werden, da sie in einer Tiefe von circa 3,50 Meter und somit im Grundwasser liegt. Der Pylon in A-Form wird auf den Pfahlkopfplatten (Fundamente) aufgesetzt. In einer Entfernung von circa 22,80 Meter beidseits zum Mittelpfeiler müssen zwei Spannbetonverankerungsträger (Querriegel) im Bestandsbauwerk eingelassen werden. Die Querriegel und die beiden Pylonfüße werden parallel hergestellt, um die Bauzeit und damit auch die Dauer der Sperrzeiten deutlich zu reduzieren.

Wenn der Pylon und die Querriegel voraussichtlich im Spätsommer 2022 fertiggestellt sind, können die vier Stahlseile montiert und gespannt werden – damit wird der Brückenüberbau an dem Pylon aufgehängt. Erst dann ist die Brücke wieder voll belastbar und die Instandsetzungsarbeiten auf dem Bauwerk können durchgeführt werden. Dazu zählen die Erneuerung der Fahrbahndecke und des Gehwegbelags, der Erneuerung der Geländer, die Instandsetzung der Fahrbahnübergänge und die Beseitigung der Schadstellen am Mittelpfeiler und dem Überbau.

Solange die Bauarbeiten außerhalb des Brückenbauwerks stattfinden, kann der derzeitige Verkehr noch über die Weserbrücke geführt werden. Mit Beginn der Arbeiten am Baukörper für die Querriegel an der „alten Weserbrücke“ wird zunächst der Kfz-Verkehr von der Brücke genommen und über die Umleitung "Weserbrücke Lüchtringen" geführt. Diese Umleitung für den Kfz-Verkehr wird voraussichtlich neun Monate aufrechterhalten. Mit Beginn der Arbeiten am Pylon oberhalb der Fahrbahn, kann die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer nicht mehr gewährleistet werden. Entsprechend muss die Brücke dann auch für Fußgänger und Radfahrer gesperrt werden. Diese Sperrung wird voraussichtlich für sechs Monate andauern.

Warum können Fußgänger und Radfahrer die Weserbrücke während dieser Bauzeit (ca. sechs Monate) nicht queren?

Bereits im Vorfeld untersuchte das ausführende Ingenieurbüro in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Prüfingenieur die Möglichkeit einer Querung der Brücke für Fußgänger und Radfahrer in den unterschiedlichen Bauphasen. Es wurden zur Sicherung der Fußgänger und Radfahrer verschiedene Lösungsansätze unter anderem aus Holz- und Betonkonstruktionen auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. Das Ergebnis: Die Weserbrücke ist in der Bauphase aufgrund der Arbeiten an der obenliegenden Fahrbahnplatte, bei denen die Stahlbetonkonstruktion teilweise freigelegt werden muss, derart geschwächt, dass keine zusätzlichen Lasten wie zum Beispiel Betonteile (möglicher Fußgängertunnel) aufgebracht werden können. Eine Lösung (Tunnel) in Form einer leichteren Holzkonstruktion schafft keinen ausreichenden Schutz für querende Verkehrsteilnehmer bei herabfallenden Bauteilen. Somit kann keine sichere Querung für die Fußgänger und Radfahrer während der Bauphase gewährleistet werden. Eine sogenannte "Tunnellösung" auf der Weserbrücke ist während der Bauzeit damit nicht realisierbar.

Sowohl die Arbeiten im Gründungsbereich als auch die unterhalb des Bauwerks sind abhängig vom aktuellen Wasserstand der Weser. Es kann somit zu Verzögerungen oder Verschiebungen kommen.

Fragen und Antworten zur aktuellen Lage

Eine Freigabe der Brücke für den gesamten Verkehr ist hingegen noch nicht möglich, da die bereits bekannten, aufgetretenen Risse weitere Arbeiten notwendig machen. Die Risse sind entgegen der ersten Annahme nicht die vermuteten Beton-Aushärtungsrisse. Nach eingehender Überprüfung eines von Straßen.NRW eingesetzten Gutachters wurde festgestellt, dass die statische Berechnung durch den beauftragten externen Tragwerksplaner nicht ausreichend bemessen wurde.

Die Verstärkungsmaßnahme (Pylon, Spannbetonträger, Trageseile) hat ein Gesamtkonstenvolumen von rund 4,4 Mio Euro.

Die entstehenden Kosten werden den Unternehmen in Rechnung gestellt, die für diese Zusatzmaßnahmen verursacht haben.

Wie bei nahezu allen konstruktiven Brückenbaumaßnahmen von Straßen.NRW erfolgt die statische Berechnung durch ein beauftragtes externes Statik Büro. Die Prüfung dieser Statik erfolgte auch hier durch einen anerkannten externen Prüfer. Dieser wurde gesondert durch Straßen.NRW beauftragt.

Straßen.NRW verfügt selbstverständlich über gut ausgebildetes Fachpersonal. Im konstruktiven Brückenbau wird jedoch bei statischen Berechnungen nahezu immer auf externe Statikbüros zurückgegriffen.

Nach eingehender Überprüfung wurde durch einen zusätzlichen externen Gutachter festgestellt, dass die statische Berechnung durch den beauftragten externen Tragwerksplaner nicht ausreichend bemessen wurde.

Die notwendigen Arbeiten, um den Verkehr über das Bauwerk für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zu ermöglichen, sind derzeit in Vorbereitung. Vorarbeiten im Bereich der Statik befinden sich ebenso in Abstimmung wie die Vorarbeiten für die Bauausführung in Form von Absprachen mit den ausführenden Bauunternehmen sowie die Material- und Gerätebeschaffung.

Derzeit erarbeiten die Statiker ein Lösungskonzept für einen Ausgleich der vorhandenen Defizite an den vier Seilverankerungen. Dazu zählen auch die Planungen, wie eine solche Maßnahme durchgeführt werden kann – ob unter fließendem Verkehr oder Vollsperrung. Sobald uns weitere Erkenntnisse vorliegen und alle notwendigen Absprachen mit dem ausführenden Bauunternehmen, den Verkehrsbehörden sowie den Verantwortlichen der Stadt, den Rettungsdiensten und des ÖPNV werden wir darüber informieren. Erst nach der Landesgartenschau in Höxter sollen diese dann noch auszuführenden Arbeiten vorgenommen werden.

Wie bei nahezu allen konstruktiven Brückenbaumaßnahmen von Straßen.NRW erfolgt die statische Berechnung durch ein beauftragtes externes Statik Büro sowie zusätzlich die Prüfung der statischen Unterlagen durch einen anerkannten gesondert beauftragten externen Tragwerksplaner.

Ja, wir beabsichtigen, die betreffenden Unternehmen in Regress zu nehmen.

Nein, die Seile sind exakt wie geplant gespannt worden – das ist auch nachgewiesen und geprüft. Die Defizite liegen im Kraftüberleitungsbereich der Seilverankerung in die neuen Betonquerriegel.

Ja, selbstverständlich. Die notwendigen Arbeiten, um die Brücke für Kfz über 3,5 Tonnen freizugeben werden derzeit geplant.

Die Brücke wird pünktlich zur Landesgartenschau für den Verkehr bis 3,5 Tonnen freigegeben.

Modernisierung Brücke Emmerich - Luftbild

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