L712: Ersatzneubau der Passadetalbrücke
Die Straßen.NRW Regionalniederlassung Ostwestfalen-Lippe erneuert die ursprünglich im Jahr 1966 errichtete Passadetalbrücke im Zuge der Blomberger Straße (L712) in Lemgo-Voßheide. Die L712 gilt als eine der wichtigsten Verbindungsachsen zwischen Blomberg und Lemgo, weshalb auch die Brücke einen sehr hohen Stellenwert im Verkehrsnetz von Ostwestfalen-Lippe hat.
Projektstatus Frühjahr 2026
Anfang Februar 2025 wurden Rodungsarbeiten im Bereich der zukünftigen Behelfsbrücke durchgeführt. Hierbei wurden etwa 135 Bäume und rund 3500 m² Strauchbestand gerodet.
Derzeit befindet sich die Auftragsvergabe in Vorbereitung.
Das Bestandsbauwerk Passadetalbrücke
Im Zuge des Baus der Landesstraße L712, die als Verlängerung der südlich um Lemgo verlaufenden Bundesstraße B66n (Südumgehung) dient, wurde im Jahr 1966 die Passadetalbrücke errichtet. Die 319 Meter lange Spannbetonbrücke überquert das Passadetal sowie den gleichnamigen Bach und verbindet Lage und Lemgo mit der südlich gelegenen Ortschaft Voßheide und im weiteren Verlauf Blomberg.
Laut der Verkehrszählung von 2021 wird die Brücke täglich von etwa 9.391 Kraftfahrzeugen, darunter 841 Schwerlastfahrzeuge, befahren.
Die Passadetalbrücke wurde als zweistegige Plattenbalkenbrücke in Spannbetonbauweise erbaut. Sie gliedert sich in elf Felder und weist zwischen den beidseitigen Geländern eine Breite von 14 Metern auf sowie eine Gesamtfläche von rund 4.466 Quadratmetern.
Gründe für den Ersatzneubau
Aufgrund des Alters des Bestandsbauwerks, seiner Bauweise, die zu Spannungsrisskorrosionen führen kann, und vorhandener Schäden wird ein Ersatzneubau angestrebt. Auf Basis von Nachrechnungen führt der Verkehr aktuell nur noch einspurig über die Brücke und wird über eine Ampel gesteuert. Eine Sanierung der Bestandsbrücke ist aus wirtschaftlicher Sicht nicht gerechtfertigt.
Der Ersatzneubau
Der Ersatzneubau wird in gleicher Lage und Länge wie das Bestandsbauwerk gebaut. Er wird in semiintegraler Spannbetonbauweise als siebenfeldriges Plattenbalkenbauwerk errichtet. Auf der Gesamtlänge von 319 m ergeben sich Stützweiten von 34 m, 46 m, 3 mal 53 m, 46 m und 34 m. In einer Variantenuntersuchung hat sich diese Bauweise insbesondere in der Erhaltungsfreundlichkeit, Baubarkeit und Gestaltung deutlich gegenüber anderen geeigneten Varianten durchgesetzt.
Die voraussichtlichen Kosten der Gesamtmaßnahme belaufen sich auf 29,6 Millionen Euro.
Da die umliegenden Straßen zu schmal oder nicht gut genug ausgebaut sind, um die Verkehrslast zu tragen, wäre eine Umleitung während der Baumaßnahme nur großräumig über Detmold, Blomberg und Barntrup möglich. Eine umfangreiche Planung auf Basis von Umweltbelastung, Kosten- und Zeiteffizienz hat ergeben, dass daher der Verkehr während der Arbeiten über eine Behelfsbrücke zu führen ist.
Der Bauablauf
Die Gesamtmaßnahme gliedert sich in die folgenden Abschnitte:
- Bauvorbereitung und Bau der südlichen Behelfsbrücke
- Verkehrsumlegung von der Bestandsbrücke auf die Behelfsbrücke
- Rückbau des Bestandsbauwerks
- Neubau der Passadetalbrücke
- Einrichtung der endgültigen Verkehrsführung (Verkehrsumlegung von der Behelfsbrücke auf die neu erbaute Brücke) und Verkehrsfreigabe
- Rückbau der Behelfsbrücke
Bauzeitliche Verkehrsführung
Wie oben erwähnt, wird der Verkehr während der Maßnahme über eine südliche Behelfsbrücke geführt. Nur kurzzeitig werden Vollsperrungen der L712 notwendig sein.
Kurzzeitige Sperrungen der L712
Unter anderem in den Phasen, in denen der Verkehr auf die Behelfsbrücke bzw. dann auch wieder auf den Neubau umgelegt wird, findet eine Vollsperrung der L712 statt. In diesen Zeiträumen wird der Verkehr über Detmold bzw. Lemgo und Dörentrup umgeleitet.
Sperrung während des Brückenabbruchs
Während des Abbruchs des Altbaus müssen die unter der Brücke verlaufenden Straßen Kluckhofer Weg und An der Passade aus Sicherheitsgründen vollgesperrt werden. Die Abbrucharbeiten und somit auch die Sperrungen finden innerhalb weniger Wochen versetzt statt, sodass immer eine der beiden Straßen befahrbar ist.
Während des Brückenabbruchs wird KFZ-Verkehr bis 3,5 Tonnen über den Maßbrucher Weg mit umgeleitet, der Schwerverkehr aufgrund einer gewichtsbeschränkten Brücke über die Wiembecker Straße (K85).