L667: Ersatzneubau der Lippe-Brücken „Zollstraße“ in Hamm
Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift plant zusammen mit der Stadt Hamm den Ersatzneubau der drei Brücken im Zuge der L667 über die Lippe „Zollstraße“/ „Dolberger Straße“ zwischen Lippetal und Hamm. Die L667 ist eine wichtige Verkehrsachse zwischen der Autobahn A2 und dem Gewerbegebiet Uentrop, einem der größten Gewerbegebiete der Stadt Hamm.
Überblick
Die verkehrliche Belastung der L667 liegt etwa bei rund 10.000 Kfz und etwa 2.000 Lkw täglich. Die drei Brücken „Lippe-Brücke“, „Brücke Mühlengraben“ und „Brücke Lippe-Seitengraben“ sind in den 1950er Jahren gebaut worden und bereits seit einigen Jahren für den Schwerlastverkehr (über 40t) nicht zu befahren. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung, der Lage der drei Brücken, den beengten Platzverhältnissen und den umwelttechnischen Randbedingungen durch einen Neubau in der Lippeaue, ergibt sich eine anspruchsvolle Planung, die bereits seit einigen Jahren vorangetrieben wird. Künftig sollen aus den drei Bauwerken zwei werden, die einen größeren Abflussquerschnitt haben und damit zukünftige Hochwasserereignisse enorm entschärfen werden.
Lippe-Brücken „Zollstraße“ Hamm
Aktueller Sachstand
Unter Berücksichtigung aller relevanten Randbedingungen werden für den Erhaltungsentwurf der Strecke und die Bauwerksentwürfe gemeinsam mit der Stadt Hamm die bestmögliche bauzeitliche Verkehrsführung für die Bauausführung erarbeitet.
Dabei bleibt für Planungsstand festzuhalten:
- Die Planungen sind weit vorangeschritten
- Derzeit laufen die Arbeiten mit Hochdruck, um möglichst zeitnah Baurecht zu erlangen
- Die Bestandsbauwerke werden engmaschig durch die Strassen.NRW Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift kontrolliert
Planung Lippe-Brücken: zwei für drei
Bei der Planung für den Ersatzneubau hat sich die Straßen.NRW Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift aufgrund der ökologischen und hydraulischen Bedingungen dazu entschlossen, aus drei Bauwerken zwei zu machen. So soll die „Lippe-Brücke“ wieder als klassisches Einfeldsystem neu gebaut werden. Allerdings wird die Stützweite hier deutlich größer werden als beim Bestandsbauwerk. Durch die räumliche Nähe wird aus den beiden Einfeldbauwerken „Brücke Lippe-Seitengraben“ und „Brücke Mühlengraben“ ein zusammenhängendes Zweifeldbauwerk. Insgesamt wird der Querschnitt auf der Ausbaustrecke einschließlich der neuen Brücken ausgebaut und mit einem Radweg ausgestattet.
Planungsansicht Ersatzneubau „Lippe-Brücke“
Planungsansicht Zweifeldbauwerk „Brücke Mühlengraben“ und „Brücke Lippe-Seitengraben“
Bauzeitliche Verkehrsführung
Während des Brückenneubaus für die drei Bauwerke an der Zollstraße ist eine Vollsperrung der L667 notwendig. Um zusätzliche Verkehrsbelastungen - insbesondere durch Schwerverkehr - zu vermeiden, wird eine leistungsfähige Umleitung angestrebt. Da Behelfsbrücken im Bereich der Lippeauen aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht möglich sind, wurde als Alternative eine temporäre Anschlussstelle an der A2 näher untersucht. Ohne eine geeignete Alternative würde der Umleitungsverkehr zu erheblichen Verkehrsengpässen führen.
Antworten auf häufige Fragen
Es geht um den Ersatzneubau von drei Lippebrücken im Zuge der Landesstraße L667 zwischen Lippetal und Hamm. Außerdem soll temporär eine Autobahnanschlussstelle an der A2 bei Hamm-Uentrop errichtet werden, um trotz der Bauarbeiten an den Brücken der L667 weiterhin die Erreichbarkeit der A2 sicherzustellen.
Die bestehenden Brücken befinden sich aufgrund langjähriger Verkehrsbelastungen und ihres Alters baulich in einem schlechten Zustand. Eine der drei Brücken ist nur noch eingeschränkt nutzbar.
Die L667 ist eine zentrale Verkehrsachse zwischen der Autobahn A2 und dem Gewerbegebiet Hamm-Uentrop und damit von hoher und auch überregionaler Bedeutung unter anderem für den Quell- und Ziel-Schwerverkehr und für das in direkter Umgebung liegende Gewerbegebiet.
Während des Brückenneubaus ist eine Vollsperrung der L667 erforderlich. Ohne eine sinnvolle alternative Verkehrsführung würde sich der Ausweichverkehr in Folge der Sperrung auf weite Teile der Stadt Hamm verteilen und zu erheblichen Verkehrsengpässen führen. Um diese zusätzliche verkehrliche Belastung auf ein mögliches Minimum zu reduzieren, ist eine temporäre Autobahnanschlussstelle an der A2 angedacht. Behelfsbrücken als Umfahrungen im Bereich der Lippe-Auen wurden insbesondere aus naturschutzrechtlichen Gründen verworfen.
Die temporäre Anschlussstelle ist an der „Siegenbeckstraße“ im Gewerbegebiet Hamm-Uentrop geplant.
Der Vorentwurf ist vom Bund genehmigt. Die Ausführungsplanung und die Aufstellung der Ausschreibung befinden sich in Bearbeitung.
Die Kosten werden aktuell auf rund 4,3 Mio. Euro geschätzt.
Ein Baubeginn ist derzeit frühestens für den Spätsommer 2026 vorgesehen. Derzeit laufen im betroffenen Bereich Leitungsarbeiten eines Versorgers, die vor dem Baustart abgeschlossen sein müssen.
Der Ersatzneubau soll starten, sobald die temporäre Anschlussstelle unter Verkehr ist. Die Ausschreibung für den Ersatzneubau ist weit fortgeschritten.
Die Planung für die Ersatzneubauten wurden auf Grundlage einer Planungsvereinbarung gemeinsam durch die Stadt Hamm und Straßen.NRW Regionalniederlassung (RNL) Sauerland-Hochstift erbracht. Die bauliche Umsetzung der Brücken übernimmt anschließend die Straßen.NRW RNL Münsterland.
Die Planung für die temporäre Anschlussstelle, inklusive der Einholung der erforderlichen Genehmigung beim Bund, sowie die anschließende bauliche Umsetzung liegen in der Zuständigkeit der RNL-Sauerland-Hochstift.