L427: Ersatzneubau der Brücke über den Deilbach in Velbert
Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr bereitet den Ersatzneubau – also den Abriss und Neubau – der Brücke über den Deilbach an der L427 (Nierenhofer Straße) in Velbert-Nierenhof vor.
An der Brücke wurde im Sommer 2025 während einer Brückenprüfung ein Schaden festgestellt. Auch nach der Reparatur konnte die L427 in diesem Abschnitt nicht mehr für den motorisierten Verkehr freigegeben werden. Seitdem ist die Landesstraße zwischen L439 (Kohlenstraße) und Grenzweg für den motorisierten Verkehr gesperrt. Der Fußverkehr kann die Brücke weiterhin nutzen.
Verkehrskonzept und Umleitungen
Die gesperrte Brücke liegt in einem engen Tal zwischen den Velberter Stadtteilen Nierenhof und Bonsfeld. Gegenwärtig führt eine weiträumige Umleitung für den motorisierten Verkehr über die Böckenbuschstraße und die L107 (Vogteier Straße / Tunnel Langenberg / Panner Straße / Hauptstraße / Bonsfelder Straße).
Die Buslinie OV 8 der Verkehrsgesellschaft der Stadt Velbert (VGV) ist zwischen den Haltestellen Steinbrink und Nierenhofer Straße unterbrochen. Fahrgäste müssen aussteigen und die Brücke zu Fuß queren, um ihre Fahrt fortzusetzen.
Der Fußverkehr kann die Brücke weiterhin nutzen.
Von der Sperrung betroffen sind neben Anwohnenden auch mehrere größere Gewerbebetriebe, die südwestlich des Deilbachs angesiedelt sind. Diese Gewerbebetriebe sind für ihre Kund*innen und Lieferant*innen nur aus südlicher Richtung über die Nierenhofer Straße zu erreichen. Aufgrund der beengten Straßenverhältnisse hat Straßen.NRW im Bereich einer engen S-Kurve auf der L427 zwischen Am Sonnenhang und Nierenhofer Straße 234 eine provisorische Ampelanlage in Betrieb genommen. So wird sichergestellt, dass der LKW-Verkehr den Bereich geregelt und sicher passieren kann.
Darüber hinaus haben Straßen.NRW und die Stadt Velbert vereinbart, sich bezüglich des Winterdienstes auf den Umleitungsstrecken eng miteinander abzustimmen und gegenseitig zu unterstützen.
Verkehrsführung seit Sommer 2025
Das Projekt
Die Brücke aus dem Jahr 1900 ist eine Gewölbebrücke aus Mauerwerk und gerade einmal sieben Meter lang. Die Herausforderung, diese Brücke zu ersetzen, liegt vor allem in ihrem unmittelbaren Umfeld: Das Deilbachtal im Niederbergischen Land ist gekennzeichnet von beengten Straßenverhältnissen und starken Steigungen. Der Deilbach selbst ist ein schmaler Wasserlauf, der jedoch als Risikogewässer gilt. Für ihn sind südlich und nördlich der L427-Brücke Überschwemmungsgebiete ausgewiesen.
Knapp 15 Meter westlich der Brücke liegt eine für den ÖPNV wichtige Bahnstrecke, etwa 20 Meter von der Brücke entfernt befindet sich der S-Bahnhof Velbert-Nierenhof. Zwischen den Gleisen und der Brücke führt eine Zufahrt zum Gewerbegebiet Grenzweg. Weitere Gewerbebetriebe befinden sich vor allem westlich der Bahngleise. Wohngebiete und der Busbahnhof liegen östlich des Deilbachs.
Seit der Sperrung und Instandsetzung im Sommer 2025 kann die Brücke nur noch zu Fuß passiert werden. Fahrzeuge können die Brücke nicht mehr nutzen.
Um einen schnellen Neubau zu ermöglichen, wird der Ersatzneubau der Deilbach-Brücke als so genannte „funktionale Ausschreibung“ ausgeschrieben. Bei einer funktionalen Ausschreibung gibt Straßen.NRW nicht jeden Bauschritt im Detail vor. Stattdessen wird das Ziel beschrieben – in diesem Fall also, eine sichere und langlebige Brücke zu bauen. Die detaillierte Planung erfolgt dann durch die beauftragte Baufirma, die dabei ihre firmenspezifischen Ressourcen optimal in Planung und Bau einfließen lassen kann. So entstehen maßgeschneiderte, oft besonders effiziente und vor allem schnellere Lösungen. Die Ausschreibung für den Ersatzneubau wurde Ende Januar 2026 veröffentlicht.
Die notwendigen Abstimmungen für bauvorbereitende Maßnahmen werden parallel vorangetrieben. So müssen unter anderem Wasser- und Stromleitungen, die derzeit im unmittelbaren Umfeld der Brücke verlaufen, verlegt werden. Notwendig sind auch enge Abstimmungen mit den zuständigen Wasserbehörden. Da Bäume entfernt werden mussten, um Platz für das künftige Baufeld zu schaffen, wurden Artenschutzprüfungen durchgeführt. Weitere Arbeiten umfassten Baugrund- und Schadstoffuntersuchungen. Vor dem Abriss der alten Brücke soll eine Behelfsbrücke für den Fußverkehr hergestellt werden.
Ziel von Straßen.NRW ist es, noch 2026 mit dem Bau zu beginnen.
Informationensveranstaltungen
Westlich der Brücke über den Deilbach sind zahlreiche Gewerbebetriebe angesiedelt, die auf eine gute Erreichbarkeit für Lieferant*innen und Kund*innen angewiesen sind. In mehreren Gesprächsrunden stellte Straßen.NRW Anlieger*innen aus dem Grenzweg und aus dem Bereich Ziegeleiweg / Steinbrink den aktuellen Stand der Arbeiten für den Ersatzneubau vor. Ziel der Gespräche war unter anderem, die Belange der Gewerbetreibenden zu sammeln. Themen waren unter anderem die Erreichbarkeit der Grundstücke während der Arbeiten am Neubau und mögliche Varianten für den Einsatz von Behelfsbrücken.
Niederlassungsleiterin Nicole de Witt versicherte den Anwesenden im Dezember 2025: „Wir wissen, dass die Situation für Anwohnende und Gewerbetreibende schwierig ist und dass die weiträumigen Umleitungen Zeit, Geld und auch Nerven kosten. Deshalb ist es unser Ziel, hier in Velbert-Nierenhof so schnell wie möglich eine neue Brücke zu bauen. Die Planungen dafür laufen auf Hochtouren. Viele konstruktive Gespräche sind bereits geführt worden und wir sind auf einem guten Weg – nicht zuletzt dank der großen Unterstützung, die wir hier vor Ort erfahren haben.“
Weitere Informationsveranstaltungen sind geplant.