L357: Neubau einer Brücke und eines Kreisverkehrs in Haan Informationen zur Planungsphase
Durch den Neubau der Brücke über die Bahngleise an der Millrather Straße wird die Verkehrssicherheit an der benachbarten Kreuzung erhöht werden. Zudem erhalten Fuß- und Radverkehr mehr Platz.
Das Verfahren
Eine Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung fand im Gruitener Bürgersaal am 12. April 2018 statt. Vom 29. März bis zum 28. April 2021 wurden die Planfeststellungsunterlagen bei der Bezirksregierung Düsseldorf und beim Tiefbauamt der Stadt Haan öffentlich ausgelegt.
Der Planfeststellungsbeschluss erging am 25. Juli 2023 durch die Bezirksregierung Düsseldorf. Der Beschluss und die dazugehörigen Unterlagen wurden vom 23. August bis zum 5. September 2023 in der Stadtverwaltung Haan ausgelegt. Da nach der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von vier Wochen keine Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss eingegangen sind, ist dieser am 6. Oktober 2023 rechtskräftig geworden. Somit besteht nun das Baurecht für diese Maßnahme.
Straßen.NRW hat mit der Ausführungsplanung, die für die Bauausführung erforderlich ist, begonnen.
Die Brücke über die Bahngleise
Die Bogenbrücke über die ICE-Bahnstrecke stammt aus dem Jahr 1900 und muss aufgrund ihres schlechten Zustands erneuert werden. Die Fahrbahn der bestehenden Brücke ist nur knapp fünf Meter breit. Für den Fuß- und Radverkehr steht deshalb aktuell nur ein schmaler, mit Leitplanken abgetrennter Schutzstreifen zur Verfügung. Auf dem neuen Bauwerk wird es auf beiden Seiten der Straße einen jeweils 2,50 Meter breiten Geh- und Radweg geben, die Gesamtbreite der Fahrbahn wird dann knapp elf Meter betragen.
Die Erneuerung der Brücke bietet die Gelegenheit, auch die Verkehrsführung der nordwestlich liegenden Kreuzung der Millrather Straße mit der Ellscheider Straße (K20) zu optimieren. Die Landesstraße 357 verläuft bisher vor der Brücke in einer scharfen Rechtskurve, um die Bahntrasse rechtwinklig zu queren. Künftig rollt der Verkehr über einen Kreisverkehr, an den Millrather Straße, Ellscheider Straße und Niederbergischen Allee direkt angeschlossen werden. Dafür wird die Brücke rund 40 Meter südwestlich des alten Bauwerks neu hergestellt.
Ein neuer Kreisverkehr
Der Bau des Kreisverkehrs, der künftig Millrather Straße, Ellscheider Straße und Niederbergische Allee verknüpfen wird, verbessert die Verkehrssituation für alle Verkehrsteilnehmenden. Im Rahmen der Planung wurden verschiedene Varianten der Verkehrsführung in diesem Bereich untersucht, unter anderem auch die Verkehrsregelung durch eine Ampel. Dabei ergab sich in diesem Falle, dass der Bau eines Kreisverkehrs deutliche verkehrliche und wirtschaftliche Vorteile hat.
Die Stadt Haan entwickelt südlich der Kreuzung den Technologiepark Haan, der künftig an seinem westlichen Ende über die Niederbergische Allee durch den Kreisverkehr direkt an die Landesstraße angeschlossen ist.
Westlich der Brücke werden darüber hinaus die Sichtverhältnisse an der Kreuzung Gellenkothen verbessert. Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, wird die L357 im Bereich der Rechtskurve dort verbreitert.
Vorteile für den Radverkehr
Auf der bestehenden Bahnbrücke existiert nur ein rund einen Meter breiter und von einer Schutzplanke abgetrennter Schutzstreifen. Die bestehenden Radwege entlang der L357 (Millrather Straße), Ellscheider Straße und Niederbergische Allee sind nur ungenügend miteinander verknüpft. Durch den Umbau der Kreuzung in einen Kreisverkehr verbessert sich diese Situation.
Für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen ist auf der neuen Brücke ein Rad- und Gehweg mit jeweils 2,5 Metern Breite auf beiden Seiten vorgesehen. Die bereits bestehenden und parallel auf beiden Seiten der Millrather Straße verlaufenden Rad- und Gehwege werden an den neuen Verlauf der Landesstraße angepasst. Entlang der Ellscheider Straße und der Niederbergische Allee bestehen jeweils Zweirichtungsradwege, die auch vom Fußverkehr genutzt werden können. Diese bestehende Infrastruktur wird durch Querungshilfen westlich und nördlich des Kreisverkehrs ergänzt.
Straßen.NRW plant darüber hinaus auch das Radwegenetz westlich der Brücke zu ergänzen. Dafür haben bereits Vermessungsarbeiten stattgefunden, auf deren Basis ein Radweg geplant wird, der eine knapp 1,8 Kilometer lange Lücke schließen soll.