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Rhein-Berg | Königswinter | L193In Planung

L193: Ersatzneubau der Bahnbrücke in Niederdollendorf

Ab April 2026 ersetzt die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Rhein-Berg die stark beschädigte Brücke der Landesstraße 193 über die Bahngleise in Niederdollendorf. Die Bauarbeiten erfolgen während der planmäßigen dreimonatigen Sperrung der rechten Rheinstrecke der Deutschen Bahn. Mit einem innovativen Ausschreibungsverfahren realisiert Straßen.NRW den Ersatzneubau besonders zügig und effizient – ein Novum in Planung und Umsetzung.

Die bestehende Plattenbalkenbrücke führt über fünf Gleise der Deutschen Bahn

Projektstatus Januar 2026

Ab Ende Januar starten die Rodungsarbeiten, ab April wird die bestehende Brücke rückgebaut und die neue Stahlbogenbrücke gefertigt.

Die bestehende Brücke

Die 1963 fertig gestellte Plattenbalkenbrücke aus Stahlverbund besitzt eine Länge von ca. 70  m und eine Breite von 15 m. Das Bauwerk wird in der Mitte von sechs Stützen getragen, die sich innerhalb des Gleisfeldes befinden und dadurch betriebliche sowie sicherheitstechnische Einschränkungen verursachen. Die bestehende Brücke entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen an Sicherheit und Verkehrsnutzung; insbesondere können die derzeit maßgebenden Verkehrslasten nicht mehr uneingeschränkt aufgenommen werden. Zudem ist die Brücke nicht auf eine umweltfreundliche Mobilität ausgerichtet: Separate Rad- und Gehwege fehlen, wodurch die Nutzung für Radfahrende und Fußgänger:innen deutlich eingeschränkt ist.

Gründe für den Ersatzneubau

Der Ersatzneubau der Brücke über die Gleisanlagen der Deutschen Bahn in Königswinter-Niederdollendorf (L193) ist zwingend notwendig. Die Brücke weist aufgrund ihres Alters deutliche Schäden auf. An den Stahlträgern sind Beulen aufgetreten, wodurch die erforderliche Sicherheit und Belastbarkeit nicht mehr dauerhaft gewährleistet werden kann.

Die Nachrechnung hat gezeigt, dass eine Sanierung oder Verstärkung der Brücke weder technisch sinnvoll noch wirtschaftlich nicht vertretbar ist. Die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Brücke führt bereits zu Nutzungseinschränkungen: Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 16 Tonnen dürfen das Bauwerk nicht mehr befahren. Frühere Instandhaltungsmaßnahmen konnten die Lebensdauer lediglich vorübergehend verlängern. Um die Brücke weiterhin nutzen zu können, musste der waagerechte Berührungsschutz, der verhindert, dass Menschen oder Gegenstände gefährlich nah an elektrische Anlagen der Bahn kommen, bereits im Dezember 2023 entfernt werden. Dadurch wurde die Brücke statisch entlastet.

Zentrale Verkehrsanbindung

Die Brücke befindet sich im Stadtteil Niederdollendorf in Königswinter (Rhein-Sieg-Kreis) und ist Teil der Landesstraße L193 (ehemals B42-Trasse) – einer wichtigen Verbindung zwischen Bonn und Königswinter. Sie stellt eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen Bonn und Königswinter dar und bindet das Stadtgebiet direkt an die B42 sowie die A562 an. Täglich nutzen mehr als 6000 Fahrzeuge die Brücke, darunter 130 Lkws.

Darüber hinaus führt die Straßenbrücke über die Gleisanlagen der Deutschen Bahn auf der bedeutenden Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Unkel. Damit kommt ihr sowohl für den Straßen- als auch für den Schienenverkehr eine hohe Bedeutung zu.

Die Brücke sichert die Verbindung zwischen den angrenzenden Städten und gewährleistet den Zugang zu wichtigen Infrastruktureinrichtungen. Für die Anwohner:innen und ansässigen Unternehmen in Niederdollendorf ist sie unverzichtbar, da sie die direkte Anbindung an das angrenzende Gewerbegebiet ermöglicht. Eingebettet in ein überwiegend gewerblich genutztes Umfeld mit vereinzelter Wohnbebauung bildet die Brücke eine zentrale Verkehrsachse für die tägliche Mobilität in der Region.

Die neue Brücke

Die bestehende Brücke wird vollständig zurückgebaut – inklusive Fundamente und Widerlager – und durch einen modernen Ersatzneubau ersetzt. Ziel ist mehr Sicherheit und eine bessere Verkehrsführung für alle Verkehrsteilnehmenden.

Anstelle der alten Brücke entsteht eine stählerne Stabbogenbrücke mit außenliegenden Hauptträgern in Form eines sogenannten „Langerschen Balkens“ mit orthotropen Fahrbahnplatten. Die neue Brücke verbindet eine markante, zeitgemäße Architektur mit den Anforderungen an eine leistungsfähige und zukunftsorientierte Verkehrsinfrastruktur.

Mit einer Länge von 85 Metern und einer Breite von 15 Metern bietet sie ausreichend Platz für alle Verkehrsteilnehmende. Der Verkehrsraum wird dabei neu geordnet: Vorgesehen sind zwei Fahrstreifen mit jeweils 3,50 Metern Breite, ein 3 Meter breiter kombinierter Rad- und Gehweg auf der Ostseite sowie ein 2 Meter breiter Gehweg auf der Westseite. Dadurch wird die Sicherheit erhöht und eine umweltfreundliche Mobilität gezielt gefördert.

Die Stabbogenkonstruktion wird in mehreren Einzelteilen angeliefert, auf dem Vormontageplatz zusammen geschweißt und während der kurzen Sperrpause der Deutschen Bahn eingeschoben. Der Bahnverkehr wird davon kaum beeinträchtigt. Die Widerlager stehen außerhalb der Gleisanlagen auf robusten Bohrpfählen.

Technische Daten:

  • Stützweiten: 85 m
  • Bogenhöhe: 13,10 m
  • Breite zwischen den Geländern: 15 m
  • Widerlager: Es handelt sich um kastenförmige Wider­lager (3,10 m stark) aus Stahlbeton mit einer robusten Gründung auf Bohrpfählen, ausgestattet mit parallelen Flügeln aus Widerlagerwand, Flügelwänden sowie seitlichen und hinteren Kammerwänden. Die neuen Wider­lager stehen außerhalb des Gleisbereichs.
  • Gründung: Tiefgründung (ca. 12 m) mittels Bohrpfählen (Durchmesser 1,20 m), um eine ausreichende Tragfähigkeit sicherzustellen.

Brückenbau in Rekordzeit: schnell und innovativ

Für den Ersatzneubau der Brücke setzt Straßen.NRW auf eine moderne Planungs- und Bauweise mit funktionaler Ausschreibung, um Planungs- und Bauzeiten deutlich zu verkürzen und Beeinträchtigungen für Anwohner:innen, Verkehr und Bahn möglichst gering zu halten. Vom ersten Spatenstich bis zur Verkehrsfreigabe vergehen nur rund zehn Monate. Die Kosten für das Projekt in Höhe von ca. 20 Millionen Euro trägt das Land Nordrhein-Westfalen.

Bauen im engen Zeitfenster der DB-Sperrpause

Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass die wesentlichen Arbeiten ausschließlich während der Sperrpause der Deutschen Bahn durchgeführt werden müssen. In dem Zeitraum vom 11. Juli bis 3. November 2026 wird die bestehende Brücke zurückgebaut und der Neubau montiert sowie mithilfe selbstfahrender Modulfahrzeuge (SPMT – Self-Propelled Modular Transporter) eingeschoben.

Bauablauf und Meilensteine

  • Ab 1. April 2026: Vorbereitung der Baustelle und Einrichtung der Verkehrsführung
  • Frühsommer 2026: Vorfertigung der neuen stählernen Stabbogenbrücke auf der Straße am nördlichen Widerlager
  • Mitte Juli 2026: Abriss der bestehenden Brücke sowie Herstellung der neuen Widerlager und Unterbauten
  • Ende Oktober 2026: geplanter Brückeneinschub
  • Ab Dezember 2026: Herstellung der Fahrbahn, Asphaltierung und Restarbeiten
  • Anfang 2027: Fertigstellung und Freigabe für den Verkehr

Verkehrsführung während der Bauphase

Während der Hauptbauphase von April 2026 bis Januar 2027 ist die L193 vollständig gesperrt. Der Verkehr wird in dieser Zeit über Land- und Kreisstraßen umgeleitet. Die Umleitungsstrecken sind abgestimmt.

Die Umleitung erfolgt über folgende Strecken:

  • Grüner Weg (L286)
  • Cäsariusstraße (L286)
  • Heisterbacher Straße (K4)
  • Hauptstraße (L193)

Die Umleitungsstrecken werden frühzeitig ausgeschildert. Straßen. NRW setzt alles daran, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten und die Bauzeit effizient zu gestalten.

Meldungen zum Projekt

L193: DB-Brücke Dollendorf – vorbereitende Gehölzarbeiten für den Ersatzneubau

Für diese Arbeiten ist eine halbseitige Sperrung der L193 erforderlich.