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Gehölzpflege an Straßen

Gehölze und andere Anpflanzungen entlang von Straßen erfüllen wichtige Funktionen:

  • verkehrstechnisch: als Sicht-, Blend- und Windschutz
  • bautechnisch: unter anderem als Böschungssicherung
  • gestalterisch: beispielsweise zur landschaftsgerechten Einbindung der Straße

Aber der "Baustoff" Pflanze lebt und verändert sich ständig. Deshalb müssen Gehölzflächen an Straßen immer wieder gepflegt werden.

Zehn Regeln der Gehölzpflege

  1. Gehölze dürfen nicht die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer*innen gefährden, indem sie die Sicht auf Schilder, Ampeln oder Kreuzungen verdecken.
  2. Kranke und alte Bäume verlieren ihre Standsicherheit und werden dann zur Gefahr.
  3. Ein regelmäßiger Rückschnitt der Gehölze erhält die Funktion des Grüns neben der Straße.
  4. Schmale Gehölzstreifen mit höchstens vier Reihen werden regelmäßig "geläutert". Einzelne Gehölze werden dabei entfernt, damit die verbleibenden neue Seitentriebe ausbilden.
  5. Bei breiten Gehölzstreifen wird genau hingeschaut: Ist der Bestand noch jung, genügt ein gezieltes "Läutern" zur selektiven Förderung von dauerhaft stabilen Bäumen. Auch für ältere Bestände gilt als Ziel die Förderung von Dauerbäumen in einer mehrschichtigen, stabilen Bestandsstruktur. Nur bei älteren, überdichten und instabilen Beständen bleibt oft nur die Möglichkeit des abschnittweisen "auf den Stock setzen". Das heißt, dass Gehölze auf 10-20 Zentimeter zurück geschnitten werden, damit sie neu austreiben und vitale Triebe bilden.
  6. Zur Förderung einer stabilen Bestandsstruktur sollen standsichere und erhaltenswerte Einzelbäume, Sträucher und Gehölzgruppen innerhalb der Pflegeabschnitte verbleiben.
  7. Durch das abschnittsweise Vorgehen bei der Gehölzpflege haben Kleintiere und Insekten die Möglichkeit, sich auf die neue Situation einzustellen.
  8. Die Gehölzpflege richtet sich nach den Vorgaben des "Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege" (Bundesnaturschutzgesetz, BNatSchG) und den Hinweisen für die Gehölzpflege an Bundesfern- und Landesstraßen in Nordrhein-Westfalen (Ausgabe 2013). Damit wird gewährleistet, dass die Anforderungen des Natur- und Artenschutzes Berücksichtigung finden.
  9. Die regelmäßige Gehölzpflege findet vom 1. Oktober bis 28. Februar statt. Während der übrigen Zeit, der Vegetationsphase, muss bei Maßnahmen der Gehölzpflege die Verkehrssicherheit gefährdet sein. Form- und Pflegeschnitte sind auch erlaubt.
  10. Straßen.NRW betreibt seine Gehölzpflege im ständigen Dialog mit den Fach- und Naturschutzbehörden.

Vorher/Nachher – Wie die Natur sich wieder neu aufstellt

Gehölzpflege mit Maschinen

Da viele Bäume nah an der Straße stehen, wirken sich Pflegemaßnahmen mitunter zwangsläufig auf den Verkehrsfluss aus. Um effektiv arbeiten und gleichzeitig die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer*innen während der Fällarbeiten gewährleisten zu können, sind deshalb in manchen Fällen Fahrstreifen- oder Straßensperrungen erforderlich.

Spezialmaschinen, zum Beispiel ein Fällkran, können die Pflegemaßnahmen schnell und sicher durchführen. Weit auslegende Greifarme fassen auch schwere Stammteile sicher. Arbeiten sind damit auch bei laufendem Verkehr möglich.

Die Fällgreifer arbeiten in den meisten Fällen vom Seitenrand aus. Das hat den Vorteil, dass die Gehölzflächen vielfach nicht befahren werden müssen.

Beeinträchtigungen der Fauna und Flora in den Gehölzflächen werden dadurch deutlich reduziert. Auch in puncto Arbeitssicherheit sind derartige Maschinen vorteilhaft: Arbeiten mit der Motorsäge in teilweise steilen Böschungslagen wären nicht nur anstrengender und aufwändiger, sondern zusätzlich mit höheren Risiken verbunden.

Auch beim Abräumen und Zerkleinern des Schnittguts kommen leistungsstarke Geräte zum Einsatz, damit das Holz zügig abtransportiert werden kann.

Häufig sind die Hölzer von Bäumen am Straßenrand schief und grobastig gewachsen. In Stammform gibt es für sie zumeist keine sinnvolle Verwendung. Daher wird das Schnittgut vielfach direkt vor Ort durch Hacker zerkleinert und abtransportiert.

Durch den Einsatz der Großmaschinen kann die Zeit, in der im Straßenraum gearbeitet wird, verkürzt werden.

Gehölzfläche und Kosten der Gehölzpflege

Pro Jahr werden gut 16 Millionen Euro in die Gehölzpflege investiert. Die Strauch- und Gehölzflächen an Landes- und Bundesstraßen (ohne Autobahn) betragen ca. 13.000 ha.

Häufig gestellte Fragen

Welche Methoden werden zur Gehölzpflege eingesetzt? Was passiert mit dem Grünschnitt? Warum ist es sinnvoll, dass Straßen.NRW die Gehölzpflege ausführt? Antworten auf diese und weitere Fragen geben wir Ihnen hier.