Emissionsschutzmaßnahmen für das Regenklärbecken N2

13. März 2018. Die Emissionsschutzmaßnahmen für das Regenklärbecken N2 sind im Planfeststellungsbeschluss verbindlich festgeschrieben. Dabei werden organisatorische und technische Schutzmaßnahmen unterschieden.

++ Organisatorische Schutzmaßnahmen ++

Alarmpläne und Meldeketten

Es gibt detaillierte Alarmpläne und Meldeketten, um auf Unfälle und andere Schadensereignisse schnell und angemessen reagieren zu können. Daran wirken unter anderem die Feuerwehren, die Rettungsdienste und die Polizei mit.

Schwarz-Weiß-Bereiche

Der saubere, unbelastete (weiße) Außenbereich wird strikt vom belasteten (schwarzen) Bereich getrennt. Das dient der rigorosen Trennung im Umgang mit belastetem und unbelastetem Material.

Fachaufsicht und Fachfirmen

Die Ausführung aller festgelegten Maßnahmen wird durch begleitende Fachgutachter und Arbeitsschutzkoordinatoren streng kontrolliert. Die Arbeiten dürfen nur von qualifizierten Fachfirmen ausgeführt werden.

Sicherheits- und Gesundheitsschutzpläne

Die speziellen Arbeitsschutzmaßnahmen sind in umfangreichen Plänen schriftlich festgelegt. Alle auf der Baustelle tätigen Personen müssen beispielweise eine persönliche Schutzausrüstung tragen.

Emissions- und Immissionsmessungen

Das gesamte Baugeschehen wird durch permanente und umfangreiche Messungen der Luft, des Oberflächenwassers und des Grundwassers begleitet. Die Schutzmaßnahmen werden somit dauernd überwacht. Bei Abweichungen können umgehend Anpassungen vorgenommen werden.

++ Technische Schutzmaßnahmen ++

Einhausungen

Für flächige Eingriffsbereiche in höher belasteten Abfall wie bei „N2“ werden sogenannte Einhausungen den Bauabschnitt nach außen absichern. Sie werden nach strengen technischen Regelwerken errichtet. Innerhalb der Einhausung wird die Luft abgesaugt und in einer mehrstufigen Reinigungsanlage gefiltert. So wird verhindert, dass ggf. belastete Stäube oder Gase nach außen gelangen können.

Damit dies auch beim Ein- und Ausfahren von LKW so bleibt, müssen die Fahrzeuge Schleusen durchfahren. Für die Mitarbeiter gibt es kleinere Personalschleusen. Eine Schleuse besteht aus zwei Toren, von denen immer eins geschlossen sein muss.

Befeuchtung

Sollten wider Erwarten trockene Abfälle vorgefunden werden, werden diese befeuchtet, um zu vermeiden, dass Schadstoffe als Staub ausgetragen werden können.

Verladung und Transport

Nicht oder gering belastetes Material wird auf Muldenkipper verladen. Höher belastetes Material wird in Spezialcontainer mit dichtem Deckel und Luftfilter verladen und abtransportiert.

Baustellenhygiene

Alle Arbeitsflächen und Fahrstraßen in den Schwarzbereichen werden asphaltiert, um sie einfach reinigen zu können. Die Reinigung erfolgt täglich, bei Bedarf auch öfter.

Waschplatz/Reifenreinigungsanlage

Zusätzlich werden im Schwarzbereich Reifenwaschanlagen und Waschplätze installiert. Bevor Transportfahrzeuge den Schwarzbereich verlassen dürfen, werden die Reifen und der Unterboden gründlich gewaschen, um potenziell belastetes Material zu entfernen. Sind danach noch Anhaftungen sichtbar, erfolgt eine Nachreinigung mit Hochdruckreinigern. Das Waschwasser wird aufgefangen und gereinigt.

Zeitablauf Regenklärbecken „N2“

  • Dezember 2017: Aufbau der Baustellenverkehrsführung
  • Januar 2018: Vorbereitung Baufeld: Asphalt abfräsen, Kampfmittelsondierung,
  • Februar 2018: Einbringen der Spundwände, Aufbau der Einhausung
  • März und April 2018
    Abfräsen des restlichen Asphalts innerhalb der Einhausung und Aushub des Straßenunterbaus / Dammschüttmaterials (gering bis nicht belastetes Material, daher noch keine vollständigen Emissionsschutzmaßnahmen erforderlich)
    Aussteifung der Baugrube: Aushub von höher belastetem Material unter vollständigen Emissionsschutzmaßnahmen (permanent geschlossene Einhausung mit Schleusenbetrieb, Abtransport in Spezialcontainern)
  • April bis Juni 2018: Abbau der Einhausung nach Sicherung der belasteten Bereiche und anschließend endgültige Fertigstellung des Regenklärbeckens
  • Sommer 2018: neue Asphaltschicht, Verkehrsfreigabe

Was passiert mit dem teils belasteten Aushub?

Die Entsorgung des Aushubs wurde EU-weit ausgeschrieben. Den Zuschlag bekam die Currenta GmbH & Co. OHG. Der Aushub wird damit vollständig auf eine Deponie der Klasse 3 (Sonderabfall) verbracht oder bei Bedarf verbrannt (höhere Schadstoffkonzentrationen).

Der Gesamtaushub für das Regenklärbecken „N2“ beträgt 5.050 t, davon 2.700 t höher belastetes Material.

Hier geht es zum Film über den Bau des Regenklärbeckens.

Teile der Schutzausrüstung
Einhausung mit Baufeld (links) und Verladebereich (rechts)
Vollschutz für die Mitarbeiter
Die Einhausung über dem Baufeld des Regenklärbeckens
Luftabsaugungs- und Reinigungsanlage