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B63n: Neubau der Ortsumgehung Hamm Informationen zu den Umweltaspekten

Fragen des Umweltschutzes sind ein sehr wichtiger Bestandteil der Planungen zur B63n. Für die Erstellung einer Umweltverträglichkeitsstudie werden seit Mitte Februar 2022 faunistische Kartierungen durchgeführt, mit denen das Vorkommen verschiedener Tierarten überprüft wird.

Die Untersuchungen finden an rund 20 Terminen statt, um Vorkommen und Entwicklung der Tierarten über den Jahresverlauf zu dokumentieren. Da einige der Tiere wie zum Beispiel Fledermäuse nachtaktiv sind, finden die Begehungen teilweise nachts oder in der Dämmerung statt. Nach § 16a Bundesfernstraßengesetz dürfen solche Arbeiten auch auf Privatgrundstücken durchgeführt werden. Wenn Arbeiten in unmittelbarer Nähe von Wohngebäuden erforderlich sind, wird die Stadtverwaltung die betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümer vorab zusätzlich informieren.

Seit Mitte Februar 2022 wird im Südabschnitt der B63n ermittelt, welche Tierarten an welchen Standorten vorkommen. Dafür werden beispielsweise vorhandene Nester gesucht oder mit Lebendfallen Tiere kurz gefangen und nach erfolgter Dokumentation wieder frei gelassen. Bei Fledermäusen werden die Rufe durch Aufnahmegeräte, so genannte Horchboxen, registriert. Diese Rufe können dann verschiedenen Fledermausarten zugeordnet werden.

Welche Tierarten untersucht werden, wurde vorab in einer sogenannten Faunistischen Planungsraumanalyse ermittelt. Dabei wurde untersucht, welche Tierarten überhaupt im Bereich der zukünftigen Straße vorkommen können. Dabei wurde zunächst geprüft, ob es größere Wälder, Flüsse oder andere wichtige Strukturen gibt, die als Lebensraum dienen können. Auf diese Weise wurden 32 Vogel-, drei Fledermaus- und zwei Amphibienarten identifiziert, die „planungsrelevant“ sind, also durch verschiedene gesetzliche Vorschriften geschützt werden. Im Bereich der Bahnanlagen wird allgemein untersucht werden, welche Tierarten dort vorkommen. Das Ergebnis der Faunistischen Planungsraumanalyse wurde mit der Höheren Naturschutzbehörde bei der Bezirksregierung Arnsberg und den Naturschutzverbänden abgestimmt.

Die Untersuchungen werden abschnittsweise durchgeführt. Die derzeit durchgeführten Erhebungen finden im Südabschnitt zwischen Bönen und Gewerbegebiet Schieferstraße statt. Voraussichtlich 2023 folgen dann die Kartierungen im Nordabschnitt, das heißt zwischen Gewerbegebiet Schieferstraße und Datteln-Hamm-Kanal.

Die Ergebnisse der Bestandserhebungen fließen im Anschluss in die Umweltverträglichkeitsstudie ein. In dieser werden die Auswirkungen der geplanten Straße auf die so genannten Schutzgüter nach Bundesnaturschutzgesetz (zum Beispiel Menschen, Tiere und Pflanzen, aber auch Wasser, Luft, Klima und Landschaft) ermittelt und bewertet. Daraus können im Anschluss erforderliche Schutz- oder Ausgleichsmaßnahmen abgeleitet werden. Die Umweltverträglichkeitsstudie ist ein wichtiger Bestandteil des Planungsprozesses für die B63n, da so die Belange der Umwelt ermittelt und bei der Planung berücksichtigt werden können.

Häufig gestellte Fragen zu Mensch, Landschaft und Umwelt

Die Umweltuntersuchungen haben bereits 2020 mit der Aufstellung der Faunistischen Planungsraumanalyse für den Südabschnitt begonnen. Im Jahr 2022 finden im Südabschnitt die Kartierungen der dort vorkommenden seltenen Tierarten statt. Im Anschluss wird die Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) neu aufgestellt und der Artenschutzbeitrag erarbeitet. Für den Nordabschnitt wird 2022 die Faunistische Planungsraumanalyse erstellt. Die Kartierungen und die Überarbeitung der UVS finden voraussichtlich 2023 statt.

In den weiteren Planungsschritten werden dann die Umweltverträglichkeitsprüfung und schließlich der Landschaftspflegerische Begleitplan erstellt.

Auf nahezu der gesamten Strecke führt die B63 entlang der Bahnstrecke Hamm-Dortmund. Dadurch werden die beiden Verkehrswege Straße und Schiene gebündelt und eine weitere Zerschneidung der Landschaft vermieden. Durch die Neustrukturierung des Rangierbahnhofes besteht die Möglichkeit, die Trasse auf das Gelände des Rangierbahnhofs zu verlegen. Dadurch entfällt hier die Versiegelung neuer Flächen für den Straßenverkehr.

Nach derzeitigem Stand der Planung wird mit einem Flächenverbrauch von etwa 40 Hektar für die Straße und ihre Nebenanlagen wie zum Beispiel Regenrückhaltebecken gerechnet. Zusätzlich werden Ausgleichsflächen geschaffen, zum Beispiel durch die Aufwertung bereits bestehender natürlicher Lebensräume.

Nach derzeitigem Planungsstand können alle vorhandenen Wegebeziehungen aufrechterhalten werden. Durch den straßenbegleitenden Radweg an der B63n werden neue Verbindungen für den Radverkehr geschaffen.

Die Einwirkungen der B63n auf die nähere Umgebung können erst in der Entwurfsplanung nach Vorliegen der immissionsschutztechnischen Berechnungen angegeben werden.

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