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B61: Sanierung des Weserauentunnels

Straßen.NRW saniert den ursprünglich im Jahr 2002 freigegebenen Weserauentunnel im Zuge der B61n in Porta Westfalica. Die B61 mitsamt des erneuerten Abschnittes B61n gilt als überregional bedeutsame Verbindungsachse in Nord-Südrichtung, weshalb der Weserauentunnel eine hohe Relevanz nicht nur im Streckennetz von OWL, sondern auch darüber hinaus hat. Die Tunneltechnik ist veraltet und wird deswegen ab voraussichtlich 2028 erneuert.

Der Weserauentunnel hat eine bedeutende Verbindungsfunktion im Kreis Minden-Lübbecke.

Projektstatus Frühjahr 2026

Derzeit finden Planungstätigkeiten durch ein beauftragtes Ingenieurbüro statt.

Sanierung des Weserauentunnels

In enger Zusammenarbeit der Landesverkehrszentrale NRW (LVZ) und der Regionalniederlassung OWL (RNL OWL) lässt Straßen.NRW ab voraussichtlich 2028 sämtliche Technikanlagengewerke wie Brandschutz, Notrufeinrichtungen, Beleuchtung und Belüftung auf den aktuellsten Stand bringen. Zeitgleich werden baulich zwingende Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.

Notwendigkeit der Sanierung

Bedingt durch die abgängige Tunneltechnik, die zuletzt öfter auftretende und auch länger andauernde Sperrungen bedeutet hat, ist es notwendig, die Sicherheitsausrüstung des Weserauentunnel auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen. Am Bauwerk wurden außerdem bei Bauwerksprüfungen ausgeprägte Schäden an den Notgehwegen (Kappen) festgestellt.

Maßnahmen der betriebstechnischen Sanierung

Die technische Ausrüstung bzw. Nachrüstung erstreckt sich über sämtliche Anlagengewerke. Dazu gehören unter anderem die vollständige Sanierung der betriebstechnischen und verkehrstechnischen Ausstattung sowie u. a. der Beleuchtung und Sicherheitstechnik. Die Brandmeldeanlage wird komplett erneuert mitsamt Erweiterung der Flucht- und Rettungswege.

  • Austausch gesamter, sicherheitstechnischer Anlagen im Tunnel
  • Austausch Gesamtanlagen im Betriebsgebäude + Erneuerung in den Pumpwerken
  • Erneuerung der Anlagen in den Vorfeldern
  • Erneuerung + Erweiterung der verkehrstechnischen Einrichtungen (Vorverlagerung der Sperreinrichtung)


Insgesamt sind folgende Technikgewerke von der Maßnahme betroffen:

  • Beleuchtungen im Tunnel
  • Tunnellüftungen
  • Verkehrstechnik
  • Kommunikation
  • Brandmeldung
  • Brandbekämpfung
  • Visuelle Sicherheit
  • Stromversorgung
  • Tunnelsteuerung
  • Betriebsgebäude
  • Informationssicherheit
  • Entwässerung

Maßnahmen der bautechnischen Sanierung

Aufgrund des o. g. Schadensbildes ist eine dauerhafte und wirtschaftliche Instandsetzung der Bestandskappen nicht gegeben. Die Kappen sind einschließlich der Kabelschutzrohre zu erneuern. Diese Sanierung umfasst:

  • Erneuerung der Notgehwegkappen inkl. Leerrohre unterhalb der Kappen
  • Abdichtung der Kappen
  • Verlegung der Kabelschutzrohre für die Leitungen der betriebstechnischen Ausstattung
  • Einbau von Kabelzieh- und Entwässerungsschächten in den Kappen und am Haveriebecken
  • Verlegen taktiler Aufmerksamkeitsfelder

Außerdem wird die Fahrbahndeckschicht erneuert.

Aktueller Planungsstand

Gemeinsam mit lokalen Verwaltungsbehörden und Träger*innen öffentlicher Belange werden aktuell mögliche Sperrkonzepte während der Sanierungsmaßnahme thematisiert und konkretisiert.

Derzeit erarbeitet ein externes Ingenieurbüro die Plaungsunterlagen für die umfangreiche Sanierung des Weserauentunnels. Eine Fertigstellung der Ausschreibungsplanung ist für 2027 erwartet. Aufgrund vorgelagerter Maßnahmen auf möglichen Umleitungsstrecken beginnt die Tunnelsanierung jedoch nicht vor 2028.

Hintergründe zum Weserauentunnel

Der ca. 1.700 m lange Weserauentunnel ist wesentlicher Bestandteil der B61n. Aufgrund seiner geografischen Lage ist er nicht nur von hoher Bedeutung im (über-)regionalen Straßennetz, sondern weist auch bauliche Besonderheiten auf.

Geografische Lage

Die B61n führt die B61 im Abschnitt zwischen Porta Westfalica und Minden an dem Ortsteil Porta Westfalica-Barkhausen vorbei. Die B61 verläuft in Teilen parallel zur Weser, die hier den in west-östlicher Richtung verlaufenden Höhenzug des Weser- und Wiehengebirges durchquert.

Der Tunnel wurde in offener Bauweise erstellt und verläuft oberflächennah durch die Weserauen. Aufgrund der hohen Grundwasserstände sind dem Tunnel im Süden und im Norden Trogstrecken vorgelagert.

Historie

Aufgrund der geografischen Lage, insbesondere der räumlichen Enge zu Seiten des Weserdurchbruchs, verlief die B61 zwischen Bad Oeynhausen und Minden vor der Errichtung der B61n weitgehend innerhalb der Bebauung von Porta Westfalica-Barkhausen. Die B61n sollte insbesondere der verkehrlichen Entlastung der Orstdurchfahrt Barkhausen, aber auch der Entflechtung diverser Knotenpunkte und der Verbesserung der Verbindung zwischen den Ortsteilen PW-Barkhausen und PW-Hausberge dienen.

Im Jahre 1993 wurde nach mehreren langwierigen Planfeststellungsverfahren mit dem Bau der B61n begonnen: Zunächst wurde der Neubau der Weserbrücke im südlichen Teilabschnitt, dann die Errichtung des nördlichen Teilabschnittes, die "Birne", vollzogen. Schließlich wurde am 25. August 1998 der Spatenstich für den Weserauentunnel gesetzt. Am 6. Dezember 2002 konnte die Verkehrsfreigabe erfolgen.

Bedeutung in der heutigen Infrastruktur

Die B61 ist in Nord-Südrichtung ein überregional bedeutsamer Straßenzug. So verbindet die B61 die Räume Dortmund-Lünen, Bielefeld und Bremen. Auf regionaler Ebene bildet die B61 eine wichtige Verbindungsachse zwischen Bielefeld, Herford, Bad Oeynhausen, Porta Westfalica, Minden und Petershagen.

Mit einer durchschnittlichen Verkehrsstärke von ca. 28.500 KFZ/24h (DTV im Jahr 2024) gilt der Weserauentunnel heutzutage als wichtige Instanz der hiesigen Infrastruktur.

Meldungen zum Projekt

B61: Straßen.NRW informiert über Sanierung des Weserauentunnels

Am heutigen Mittwoch, 29. April 2026, hat Straßen.NRW die Vertreter*innen der lokalen Verwaltung über die anstehende Sanierung des Weserauentunnels informiert.

Foto Straßentunnel

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