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B58n: Neubau der Ortsumgehung Wesel

Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen baut mit der B58n die Südumgehung der Stadt Wesel. Dies ist sowohl für die Stadt als aber auch für die ganze Region ein wichtiges Verkehrsprojekt: Es bedeutet mehr Lebensqualität und eine höhere Verkehrssicherheit vor allem für Fußgänger und Radfahrer im Ortskern von Wesel.

Überblick

  • Vierspuriger Neubau einer überregional bedeutsamen Verbindungsstraße (zwischen der linksrheinischen Region Niederrhein und dem Münsterland sowie Verbindung der A3 mit der A57 mit Auswirkungen auch auf Fernverkehr Richtung Norden als Zubringer zur nach Norden verlaufender A31)
  • Wichtiger Beitrag zum Ausbau der Infrastruktur und Entlastung für den Ortskern Wesel von Lärm- und Abgasemissionen (bislang mehr als 17.000 Fahrzeuge/Tag)
  • Bau einer Überführung über die Bahnstrecke Emmerich-Oberhausen: Das Bauwerk wurde zunächst neben der Strecke errichtet und wird im Rahmen einer vierwöchigen Sperrpause der Bahn (25. Juni bis 23. Juli 2021) an seinen Zielort, nämlich unter die Gleise, geschoben.
  • Die Kosten für die 3,8 Kilometer lange Strecke der Südumgehung investiert der Bund mit ca. 220 Millionen Euro
  • Gesamtfertigstellung: voraussichtlich 2028

Hintergrund und Sachstand

Erste Überlegungen für die Ortsumgehung Wesel gab es schon in den 1960er Jahren. Ein Linienbestimmungsverfahren für die B58 (mit den Abschnitten Umgehung Büderich, Rheinquerung und Südumgehung Wesel) wurde in den Jahren 1989-1999 unter der Beteiligung von den Trägern öffentlicher Belange und den Bürgern der Stadt Wesel durchgeführt.

Das Bundesministerium für Verkehr hat am 27.04.1999 die Linie der B58 bestimmt. In den Jahren 1999-2005 wurden die Voraussetzungen für die neue Rheinbrücke geschaffen, die am 30.11.2009 dem Verkehr übergeben wurde. Parallel zum Neubau der Rheinbrücke wurde das Baurecht für den Abschnitt Büderich der Ortsumgehung Wesel erlangt. Diese wurde am 06.03.2014 für den Verkehr freigegeben.

Das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt Südumgehung wurde am 30.05.2011 bei der Bezirksregierung Düsseldorf eingeleitet. Der Planfeststellungsbeschluss ist am 17.02.2017 ergangen. Für diesen Abschnitt liegt ein uneingeschränktes Baurecht vor.

Visualisierung des Neubaus der Südumgehung Wesel

Hier braucht es einen Einleitungstext, evtl. etwas aus dem Copy heruasnehmen?

Bisherige Meilensteine

  • 2009: Freigabe des ersten Bauabschnitts (Brücke über den Rhein)
  • 2013: Fertigstellung Umfahrung Ortsteil Büderich
  • 2018: nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens Beginn des dritten Bauabschnitts (Südumgehung Wesel)

Aktueller Zeitplan

  • am 9. Juli 2021 wurde eine Brücke, die neben der Strecke errichtet wurde, erfolgreich unter die Gleise geschoben (im Rahmen einer Sperrpause der Deutschen Bahn)
  • Freigabe westlicher Abschnitt (Rheinbrücke bis B8): voraus. Ende 2024
  • Gesamtfertigstellung: voraussichtlich 2028

Seit Anfang 2022 laufen die Vorbereitungsarbeiten für den Neubau der Lippebrücke. Erste Arbeitsschritte sind die Anlieferung und Aufschüttung von Erde. Diese wird sowohl für den Bau der Widerlager für die neue Brücke benötigt als auch für den Damm der neuen Trasse für die Südumgehung. Etwa ein halbes Jahr muss die Erde an Ort und Stelle liegen bleiben, um sich zu setzen. Erst dann ist das Material ausreichend verdichtet, sodass mit weiteren Arbeiten (wie Betonarbeiten oder Schalungen) gestartet werden kann.

Brückenverschub 9. Juli 2021

Neben der Lippebrücke wurde eine Überführung über die Bahnstrecke Emmerich-Oberhausen gebaut. Das Bauwerk wurde zunächst neben der Strecke errichtet und wurde im Juli 2021 im Rahmen einer vierwöchigen Sperrpause der Bahn (25. Juni bis 23. Juli 2021) an seinen Zielort, nämlich unter die Gleise, geschoben. Für den Verschub wurden drei Verschubkanäle unterhalb des Bauwerkes gebaut, in denen die Brücke mit einem hydraulischen System an ihren Platz verschoben wurde.

Der Verschubweg betrug rund 70 Meter und die Verschubgeschwindigkeit ca. 7 Meter/Stunde. Die Brücke wiegt rund 10.000 Tonnen bei einer Gesamtlänge von ca. 69 Metern (Breite ca. 23 Meter, Höhe ca. 9,50 Meter). Die Kosten für das Bauwerk belaufen sich auf ca. 11 Millionen Euro. Ein 3. Gleis für die ABS 46/2 („Betuwe-Linie“) ist bereits vorgesehen

Brückenverschub im Juli 2021

Wie wird ein 10.000 Tonnen schweres Bauwerk verschoben? In diesem Video zeigen wir alle Details rund um den Brückverschub.

Ökologischer Ausgleich

Artenschutz Zauneidechse

Die Südumgehung verläuft teilweise in so genannter Troglage in einem Geländeeinschnitt und wird so harmonisch in das Stadt- und Landschaftsbild eingefügt. Eine besondere Herausforderung für die Planung war beim dritten Bauabschnitt der Artenschutz, insbesondere der Erhalt des Lebensraums für die Zauneidechse. In einem Gutachten waren 35 Exemplare der streng geschützten Eidechsenart nachgewiesen worden. Für die Tiere wurde ein 10.000 Quadratmeter großes Ersatzhabitat geschaffen und nach einer aufwändigen Umsiedlungsaktion haben die Eidechsen dort nun einen neuen Lebensraum. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird dieses Areal geöffnet, damit sich die Tiere weiter ausbreiten können.

10.000 Quadratmeter großes Ersatzhabitat für die Zauneidechse

Weitere Maßnahmen

Im Rahmen der Baumaßnahme werden weitere umfangreiche Vermeidungs-, Verminderungs- und Schutzmaßnahmen umgesetzt. Dazu gehört unter anderem die vollständig ökologisch durchgängige Gestaltung der Brücke im Naturschutzgebiet Lippeaue. Weitere Ersatzmaßnahmen sind die Schaffung eines Biotopkomplexes mit Extensivgrünland sowie Kopfbäumen und Steinkauzröhren im Naturschutzgebiet Lippeaue. Der Umfang der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen umfasst insgesamt rund 25 Hektar. Hiervon werden rund fünf Hektar real umgesetzt. Die verbleibende Eingriffs-Ausgleichs-Differenz von 20 Hektar wurde über Ersatzgeldzahlungen an die Untere Naturschutzbehörde Kreis Wesel, den Lippeverband sowie den Landesbetrieb Wald und Holz NRW beglichen.

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