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Ruhr | Kamen | B233In Planung

B233 in Kamen: Erneuerung der Brücken und Fahrbahn der Hochstraße

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr saniert voraussichtlich ab 2025 die B233 (Hochstraße) in Kamen. Die Hochstraße verläuft auf drei Brücken über die Kamener Innenstadt und wird damit unter anderem über Bahngleise, verschiedene städtische Straßen und den Fluss Seseke geführt.

Sie ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung, die täglich von rund 30.000 Fahrzeugen genutzt wird. Diese Zahl war Ergebnis der Verkehrsdatenerhebung von 2021. In beide Fahrtrichtungen stehen dem Verkehr auf der Hochstraße jeweils zwei Fahrspuren zur Verfügung.

Geplant ist die Fahrbahn der Hochstraße zu erneuern und die Brücken instand zu setzen. Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu den Baumaßnahmen und dem Verkehrskonzept. Die Arbeiten werden in mehreren Abschnitten erfolgen. Straßen.NRW ist bemüht, die Eingriffe in den Verkehr während der Arbeiten so gering wie möglich zu halten. Dennoch müssen Verkehrsteilnehmende mit Engpässen und Wartezeiten rechnen.

Impression von der Info-Veranstaltung Mitte Juni 2024

Im Juni 2024 informierte Straßen.NRW bei einer Info-Veranstaltung über die geplante Maßnahme. Rund 80 Bürger*innen folgten der Einladung und nutzten die Gelegenheit, um sich aus erster Hand zu informieren. „Dass diese Maßnahme eine Riesen-Herausforderung für alle Beteiligten wird, ist klar“, betonte Niederlassungsleiterin Nicole de Witt. In den Fragerunden zwischen den Fachvorträgen ging es vor allem um das Verkehrskonzept während der Maßnahme und die zu erwartenden Ausweichverkehre, aber auch um den Lärmschutz und das Tempolimit auf den Brücken sowie die Dauer und die Kosten der Maßnahme.  

Hintergrund

Die Fahrbahn der Hochstraße ist zum Teil in einem schlechten Zustand und muss erneuert werden. Die Brückenbauwerke müssen saniert werden, um ihre Nutzungsdauer zu verlängern.

Die Unterseite der Brücke am südlichen Ende der Hochstraße wurde bereits in den Jahren 2020/2021 instand gesetzt und mit Hilfe einer sogenannten externen Vorspannung verstärkt. Ab 2025 erfolgen die Erneuerung der Fahrbahn in diesem Bereich und weitere Maßnahmen zur Instandsetzung des Bauwerks. Nach Abschluss der Arbeiten können die aktuell geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgehoben werden.

Die Arbeiten am zweiten, nördlichen Bauabschnitt beginnen zu einem späteren Zeitpunkt. Derzeit plant Straßen.NRW die Erneuerung der Fahrbahn und die Instandsetzung der Brücke über die Seseke. Sobald Details – wie der Beginn der Arbeiten und das Verkehrskonzept – feststehen, wird Straßen.NRW die Öffentlichkeit darüber informieren.

Mittelfristig müssen die drei Brückenbauwerke, mit denen die Hochstraße über die Kamener Innenstadt geführt wird, ersetzt werden.

Bauabschnitt 1: südliche Hochstraße

Die Arbeiten zur Erneuerung der Hochstraße in Kamen beginnen auf dem Abschnitt zwischen Henry-Everling-Straße und Sesekedamm. Hier verläuft die Hochstraße über zwei Brückenbauwerke, die aus den Jahren 1975 und 1977 stammen. Das kleinere der beiden Bauwerke führt über die L663 (Heerener Straße). Daran schließt die Brücke über die Bahngleise, Schäfer-, Post- und Bahnhofstraße sowie den Gerberweg an. Diese Brücke wurde in den Jahren 2020 und 2021 bereits durch Straßen.NRW verstärkt. Zudem wurden im Bereich der Bahngleise die Kappen der Brücke ersetzt.

Der Zustand der Fahrbahn der B233 in diesem Bereich hat sich in den vergangenen Jahren stark verschlechtert. Deshalb beginnt Straßen.NRW mit der Erneuerung der Hochstraße auf diesem Abschnitt.

Ab 2025 wird auf dem gesamten Abschnitt die Fahrbahn erneuert. Zusätzlich wird die Brücke über die Bahngleise, Schäfer-, Post- und Bahnhofstraße sowie Gerberweg instand gesetzt. Dazu gehört unter anderem die Erneuerung weiterer Kappen, Lager sowie der Austausch der Fahrbahnübergänge. Auch die bestehenden Lärmschutzwände auf der Brücke werden ersetzt. Zusätzlich wird die Brücke neu abgedichtet und Schäden am Beton der Pfeiler, Widerlager sowie der Unterseite der Brücke werden beseitigt.

Das Verkehrskonzept für die Dauer der Arbeiten wird derzeit noch ausgearbeitet und unter anderem mit der zuständigen Verkehrsbehörde abgestimmt. Straßen.NRW plant derzeit, die notwendigen Arbeiten auf mehrere Unterabschnitte aufzuteilen. Der Verkehr soll während des gesamten Zeitraums mindestens eine Spur in jede Fahrtrichtung nutzen können. Für kurze Zeiträume kann es zudem zu Engpässen für den Verkehr unterhalb der Brücke kommen.

Kleine Brückenkunde

  • Als Kappen werden die äußeren Bereiche der Brücke bezeichnet, auf denen sich häufig die Geh- und Radwege befinden.
  • Lager sind bewegliche Gelenke, mit denen die unter anderem durch den Verkehr hervorgerufenen Kräfte von der Fahrbahn der Brücke nach unten weitergeleitet und verteilt werden.
  • Fahrbahnübergänge sind Konstruktionsteile, die einen sicheren Übergang zwischen der Fahrbahn auf der Brücke und der angrenzenden Fahrbahn gewährleisten. Diese Fahrbahnübergänge gleichen die Längenänderungen einer Brücke aus, die im Wesentlichen durch warme oder kalte Temperaturen verursacht werden.
  • Als Widerlager bezeichnet man die tragenden Elemente am Anfang und am Ende einer Brücke und als Pfeiler die Tragelemente zwischen den Widerlagern.

Bauabschnitt 2: nördliche Hochstraße

Der zweite Bauabschnitt befindet sich zwischen Sesekedamm und L654 (Lünener Straße) und ist etwa einen halben Kilometer lang. Der Zustand der Fahrbahn in diesem Bereich ist für die aktuellen Verkehrsströme noch ausreichend.

Die knapp 230 Meter lange Brücke, die über die Seseke, Bollwerk und die Koppelstraße führt, stammt aus dem Jahr 1977. Straßen.NRW hat in den vergangenen Jahren ausführlich geprüft, wie die Lebensdauer der Brücke verlängert werden kann. Dafür wurden aufwendige Berechnungen durchgeführt, um einen statischen Nachweis für mögliche Maßnahmen zur Verstärkung der Brücke zu erbringen. Diese rechnerischen Verfahren wurden unter anderem deshalb entwickelt, weil die Belastung von Straßenbrücken durch den Verkehr während der vergangenen Jahrzehnte stark gestiegen ist. Darüber hinaus fließen neue Erkenntnisse, zum Beispiel über den Alterungsprozess der verbauten Materialien wie Bewehrungsstahl oder Beton, in die Berechnungen ein. Die Richtlinien zur Nachrechnung von Straßenbrücken werden durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung fortlaufend aktualisiert.

Aufgrund der besonderen Bauweise dieser Brücke über Seseke, Bollwerk und Koppelstraße waren zusätzliche Untersuchungen und Berechnungen nötig. So wurde das Bauwerk unter anderem neu vermessen und geprüft, ob die tatsächlichen Abmessungen der Brücke mit den vorliegenden Plänen übereinstimmen. Dafür setzte Straßen.NRW unter anderem Flugdrohnen ein. Zudem war ein aufwendiges 3D-Modell der Brücke erstellt worden, um sie kleinteilig zu untersuchen und gezielt auch einzelne Teile der Brücke zu berechnen. Seit Anfang 2024 liegen Straßen.NRW die Ergebnisse der Nachrechnung vor. Die Brücke muss voraussichtlich nicht verstärkt werden. Straßen.NRW beginnt nun mit der Planung zur Instandsetzung der Brücke und der Fahrbahn in diesem Bereich.

Meldungen zum Projekt

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