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A555: "Diplomatenrennbahn" wird 75

Foto: Brückenbau]Die 20 Kilometer lange Autobahn A555 zwischen Köln und Bonn feiert in diesen Tagen ihren 75. Geburtstag und gilt damit als erste Autobahn Europas. Am 6. August 1932 wurde die Straße als "kreuzungsfreie Kraftwagenstraße" für den Verkehr geöffnet. Den Spitznamen "Diplomatenrennbahn" trägt die Autobahn aufgrund der Legende, dass ausländische Diplomaten und Staatsbesucher bei ihren Aufenthalten in Bonn gerne einmal mit ihren Dienstwagen den Weg nach Köln und zurück mit Höchstgeschwindigkeit zurücklegten. Das heutige Tempolimit in Höhe von Wesseling gilt erst seit 2004.

Die Ingenieure nutzten die Autobahn häufig auch zu Testzwecken: Unterschiedliche Lampentypen wurden zeitweise in den 30-er Jahren installiert, um die Blendgefahr für die Autofahrer einzuschränken. In den 90-er Jahren gab es den ersten Versuch für eine automatische Erhebung von Benutzungsgebühren auf Autobahnen, der "Maut".

Foto: Verteilerkreis Köln]Die offizielle Umwidmung zur Autobahn passierte erst 1958. Aber schon vorher war die Straße mit zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung, wenn auch ohne Mittelstreifen, versehen und von Anfang an auf eine Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern ausgelegt. Die Straße hatte keine Kreuzungen und verläuft bis heute fast ausschließlich geradeaus. Zunächst erhielt die heutige A555 eine Pflasterdecke aus Basaltsteinen, die anschließend mit Splitt abgestreut wurden, um die Fugen zu schließen. 1934 wurde das Pflaster mit einer zwei Zentimeter dicken Teerschicht abgedeckt. 8,6 Millionen Reichsmark betrugen die Baukosten für die Autobahn.

Steigende Verkehrs- und Unfallzahlen führten in den 60-er Jahren zu der Entscheidung, die Autobahn auf sechs Fahrstreifen auszubauen und mit einem Mittelstreifen mit Schutzplanken auszustatten. Dieser Ausbauzustand gilt bis heute. Während 1938 weniger als 5.000 Fahrzeuge täglich auf der Straße gezählt wurden, sind es heute im Schnitt 82.000 täglich, an Werktagen bis zu 90.000.