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Presseinformation vom 10.08.2010

Grünbrücken sind sichere Wege für Rehbock, Sau und Hase

Tierquerungshilfen im Straßenbau erhöhen die Verkehrssicherheit

[Foto: Grünbrücke] Gelsenkirchen (straßen.nrw). Grünbrücken erhöhen die Verkehrssicherheit und sind geeignete Instrumente, um Lebensräume von Tieren zu vernetzen. Davon konnten sich heute (10.08.) Medienvertreter auf der Grünbrücke bei Elmpt auf der A52 an Hand von zahlreichen Fährten überzeugen. Ein Jahr nach Inbetriebnahme ist die Grünbrücke ein voller Erfolg, wie Jagdpächter Theo Linder bestätigt. Wahrscheinlich weil sie an der Stelle eines bestehenden Wildwechsels gebaut worden ist, wurde das Bauwerk erstaunlich schnell von den Tieren angenommen, meint Michael Wießner, Forstplaner vom Landesbetrieb Jagd und Holz.

In Nordrhein-Westfalen passieren pro Jahr nach Einschätzung des Landesjagdverbandes rund 30.000 Wildunfälle. Schwere Verletzungen, mitunter Todesfälle und erhebliche Versicherungsschäden sind die Folgen. Eines der erfolgsreichsten, aber sehr aufwändigen Mittel, Unfälle zu verhindern, sind Grünbrücken. "Sie haben den Vorteil, dass sie die zerschnittenen Lebensräume der Tiere wieder entschneiden und so die biologische Vielfalt sichern", sagt Thomas Kämmerling, Sachverständiger bei Straßen.NRW.

Eine Grünbrücke kostet im Schnitt drei Millionen Euro. Gezielte Anpflanzungen leiten die Tiere zum rund 50 Meter breiten Bauwerk. Im Übergang zur Brücke und auf der Brücke selbst werden Irritationsschutzwände zur Minderung von Lärm und Lichtreflexen installiert. Besonders wichtig sind die Wahl des richtigen Standorts, die Gestaltung des Brückenumfeldes, der Brücke selbst sowie größtmögliche Störungsfreiheit.

In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit drei Grünbrücken (L361 bei Bergheim, A33 bei Bielefeld, A52 bei Elmpt). Für eine weitere Grünbrücke (A4 bei Kerpen, Baubeginn 2011) ist das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen. Die Planungen von acht Grünbrücken im Rahmen von Autobahnneubauprojekten (A1, A33, A445) sind abgeschlossen und befinden sich im Planfeststellungsverfahren.

Im Rahmen des Konjunkturprogramms II stellt die Bundesregierung auch Mittel für das Programm zur Wiedervernetzung von Lebensräumen bereit. Bundesweit werden daraus 18 Grünbrücken an bestehenden Straßen finanziert, vier davon in Nordrhein-Westfalen (an der A1 zwischen Nettersheim und Blankenheim, an der A3 bei Köln-Königsforst, an der A31 bei Dorsten-Schermbeck und an der B64 bei Bad Driburg. Die Gesamtkosten dafür betragen rund 15 Millionen Euro.

Pressekontakt: Bernhard Meier, 0209-3808-333

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