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Pressemeldung vom 23.09.2003 / K079-03

Durchstich im Tunnel Burgholz ist geschafft

Fertigstellung im Sommer 2006

Köln (straßen.nrw). Vierzehn Monate nach der ersten Sprengung (am 5. Juli 202) ist der Durchstich der Tunnelröhren im Wuppertaler Burgholztunnel geschafft. Von beiden Seiten hatten sich die Mineure im Auftrag des Landesbetriebes Straßen.NRW in den letzten 14 Monaten auf einer 1.800 Meter langen Strecke durch den Berg gearbeitet.

Zum feierlichen Tunneldurchstich kamen Ekhart Maatz, Leiter der Abteilung Straßeninfrastruktur und Straßenverkehr im Landesverkehrsministerium, und Michael Heinze, stellvertretender Chef des Landesbetriebes Straßen.NRW heute (23.09.) nach Wuppertal. Sie bedankten sich für die pünktliche und gute Arbeit, die bisher an dem 82 Millionen Euro teuren Landesstraßenbauprojekt L418n geleistet wurde.

Ihr ausdrücklicher Dank galt auch den beiden Tunnelpatinnen Nicole Kleinert und Renate Warnecke, beide Mitglieder des Rates der Stadt Wuppertal, die heute von ihrer Aufgabe entbunden werden konnten. Tunnelpatinnen müssen sich um die Bergarbeiter im Tunnel kümmern und um den Schutz und den Segen der Tunnelheiligen, der heiligen Barbara, bitten. Beide Tunnelpatinnen haben regelmäßig die Baustelle besucht und sich über Nöte und Sorgen der Mineure informiert. Im Verlaufe des Baugeschehens war ein tödlicher Unfall zu beklagen, bei dem der erst 23jährige bulgarische Mineur Georgi Ivanov zu Tode kam. Auch seiner wurde heute gedacht.

Rund um die Uhr lief in den letzten Monaten der Vortrieb unter Tage. Rund 300.000 Kubikmeter Felsgestein und Erdreich wurden dabei aus dem Berg geholt und größtenteils in einen ehemaligen Steinbruch auf dem Gelände des Müllheizkraftwerkes im Wuppertaler Süden gebracht.

Der Tunnel Burgholz mit seinen zwei Tunnelröhren ist das Kernstück der Neubaumaßnahme L418n. Die südliche Tunnelröhre ist 1.865 Meter lang, die nördliche Röhre mit 1.787 Metern wegen der topographischen Gegebenheiten etwas kürzer.

Bis Ende 2003 werden die Tunnelröhren jetzt auf ihren endgültigen Querschnitt erweitert und die Innenschalen der beiden Tunnelröhren betoniert. Die fertigen Tunnelröhren werden jeweils elf Meter weit und sieben Meter hoch sein. In jeder Tunnelröhre ist Platz für zwei Richtungsfahrstreifen, einen Standstreifen und zwei Notgehwege an den Fahrbahnrändern.

Sicherheit wird im neuen Tunnel groß geschrieben. Sechs Querverbindungen im Abstand von rund 270 Metern - zwei davon befahrbar, vier begehbar - dienen als Fluchtwege. Sie sorgen für Sicherheit im Tunnel genauso wie Verkehrsbeeinflussungsanlagen, elektronisch gesteuerte Lüftungsanlagen, Brandmeldeeinrichtungen, Videoüberwachung, Tunnelfunk und Orientierungsbeleuchtung. Die gesamte Betriebs- und Sicherheitstechnik wird auf die neueste, in 2003 eingeführte "Richtlinie für die Anlage und den Betrieb von Straßentunneln" (RABT), abgestimmt.

Im Sommer 2006 sollen, wenn alles nach Plan verläuft, die ersten Fahrzeuge auf der 2.550 Meter langen Neubaustrecke fahren. Die Verkehrsprognosen sagen für die neue leistungsfähige Verbindung zwischen der A46 (Sonnborner Kreuz) und der A1 (Wuppertal-Ronsdorf) im Wuppertaler Süden für das Jahr 2010 durchschnittlich 44.500 Kraftfahrzeuge, davon elf Prozent Schwerlastverkehr, an Werktagen voraus.

Die vierstreifige L418n beginnt im Bereich Sonnborner Kreuz/Kiesbergtunnel (L70) und schließt die Lücke bis zu dem bereits 1989 fertig gestellten 4-streifigen Teilabschnitt zwischen der Anschlussstelle Theishahner Straße und dem Knotenpunkt Lichtscheid.

Größter Kostenfaktor für die L418n ist der Tunnel Burgholz. Im Preis von 82 Millionen Euro sind aber noch weitere aufwändige Ingenieurbauwerke sowie die komplette Straßenausstattung der neuen Strecke enthalten. Auch umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen, die Renaturierung eines Bachlaufes und weitere Ausgleichsmaßnahmen gehören zur Gesamtmaßnahme.

Die L418n ist die erste Landesstraße in Nordrhein-Westfalen, die privat vorfinanziert wird. Dabei werden Bau- und Finanzierungskosten zunächst über den Kapitalmarkt abgewickelt und die Rückzahlungen des Landes, beginnend ab 2007, auf 15 gleichbleibende Jahresraten verteilt.

Pressekontakt: Bernhard Meier, Zentrale Kommunikation