Landesstraße 1: Neubau der Kanalbrücke bei Hünxe
Seit dem 1. Dezember ist die Behelfsbrücke über den Wesel-Datteln-Kanal für den Verkehr freigegeben. Für die Dauer von zwei Jahren ist damit die Verbindung zwischen Krudenburg und Hünxe wieder hergestellt. Das Bauwerk bietet zwei Fahrspuren für den Personen- und Lastkraftverkehr sowie einen getrennten Rad-/Gehweg.
Wartung und Prüfung der Behelfsbrücke
Die Behelfsbrücke muss während der Einsatzzeit regelmäßig gewartet und geprüft werden. Prüfung und Wartung sind jeweils im Halbjahres Rhythmus vorgesehen, wobei geplant ist, dass sich Wartung und Prüfung im dreimonatigen Wechsel abspielen.
Die erste Wartung findet am 25. und 26.03.2012 statt. Hierzu wird sonntags die L1 auf der Brücke je nach Wartungsfortschritt halbseitig gesperrt, um dem Wartungspersonal ein gefahrloses Arbeiten zu ermöglichen. Am Montag erfolgt die Wartung vom Wesel-Datteln-Kanal aus, der Verkehr auf der L1 wird hierdurch nicht eingeschränkt.
Die erste Prüfung der Brücke ist dann für Juni geplant. Eine halbseitige Sperrung der L1 an einem Sonntag im Juni ist hierzu ebenfalls vorgesehen.
Planung und Bau der neuen Kanalbrücke
Die Planungen für die neue Brücke sind bereits angelaufen. Anschließend erfolgen die Ausschreibung und das Vergabeverfahren. Den Zuschlag erhält das Unternehmen mit dem wirtschaftlichsten Angebot.
Der Bau der neuen Brücke kann neben der Behelfsbrücke erfolgen. Nach einem im Brückenbau bewährten Verfahren kann die neue Brücke später an ihre endgültige Position verschoben werden.
Für die Herstellung der Unterkonstruktionen und das Einschieben der neuen Kanalbrücke steht die Behelfsbrücke im Weg und muss folglich nach etwa zwei Jahren demontiert werden. Dann wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2013 die Verbindung zwischen Krudenburg und Hünxe erneut für etwa sechs Monate gesperrt. Ab 2014 kann dann die neue Brücke von allen Verkehrsteilnehmern genutzt werden. Die Sperrung der direkten Verbindung zwischen Hünxe und Krudenburg beträgt somit insgesamt 15 Monate: neun Monate in 2011 und sechs Monate in 2013/2014. Ursprünglich geplant war eine insgesamt zwölfmonatige Sperrung. Durch die Verzögerung bei der Ausschreibung der Behelfsbrücke kam es jedoch zu der verlängerten Sperrzeit in 2011.
Hintergrund
Am dritten Juniwochenende wurde die Brücke der Landesstraße 1 (Dinslakener Straße) über den Wesel-Datteln-Kanal zwischen Krudenburg und Hünxe abgerissen. Die Brücke war seit März gesperrt, weil in dem Bauwerk aus den sechziger Jahren eine Stahlsorte verarbeitet war, die nach jüngsten Erkenntnissen spontan und ohne Vorankündigung reißen kann. Um ein Sicherheitsrisiko auszuschließen, wurde die Brücke zunächst gesperrt und schließlich abgerissen.
Bei der Brücke handelte es sich um eine Spannbetonbrücke aus dem Jahre 1962. Einzelne Produktionsmengen des damals im Beton eingebauten Spannstahls ("Sigma-Stahl") werden heute als spannungsrisskorrosionsgefährdet eingestuft. Das heißt, der Spannstahl kann in einem korrosionsfördernden Milieu unter Zugbeanspruchung plötzlich reißen.
Ursprünglich sollte die Behelfsbrücke in den Sommerferien gebaut werden. Das Ergebnis einer Ausschreibung hätte jedoch eine erhebliche Kostenüberschreitung mit sich gebracht: Demnach hätte die Behelfsbrücke mit über zwei Millionen Euro fast die Hälfte des Preises einer neuen Brücke gekostet. In Absprache mit dem Landesverkehrsministerium wurde das Ausschreibungsverfahren deshalb aufgehoben.
Bei einer zweiten Ausschreibung lagen die Angebote im geschätzten Kostenrahmen, so dass die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Niederrhein am 9. September den Auftrag für den Aufbau der Behelfsbrücke über den Wesel-Datteln-Kanal erteilen konnte. Wie bereits bekannt, wird die Behelfsbrücke zwei Fahrspuren für den Personen- und Lastkraftverkehr sowie einen getrennten Rad-/Gehweg erhalten.
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