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Sanierung von Brücken

[Foto: Talbrücke]Untersuchungen der Bundesverkehrsministeriums und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) zu den Auswirkungen des überdurchschnittlich angestiegenen Schwerverkehrs haben gezeigt, dass insbesondere bei älteren Brücken die Tragfähigkeitsreserven allmählich erschöpft sind. Die Bauwerke müssen verstärkt - der Fachmann sagt "ertüchtigt" - oder sogar neu gebaut werden.

Derzeit wird die Statik der Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen mit Hilfe zeitgemäßer Rechenmodelle überprüft. Für diese Aufgabe hat Straßen.NRW eine eigene Projektgruppe eingerichtet. Ihr Schwerpunkt liegt zunächst auf der Nachrechnung von rund 400 Brücken, die aufgrund ihres Alters, ihrer Bauweise oder der besonders hohen Verkehrsbelastung an ihre Grenzen kommen, sowie auf den ebenfalls rund 400 Bauwerken im Zuge der Hauptrouten des Schwerverkehrs (Transitnetz) wie z.B. Abschnitte der Autobahnen A1, A2, A3, A40, A42 und A57. Es wurde also eine Auswahl von rund 800 Brücken getroffen. Sie bilden das erste Aufgabenpaket. 87 Bauwerke von 175 bislang nachgerechneten sind mittel- bis langfristig zu ersetzen (Stand: November 2013). Die Straßenbauverwaltung schätzt den Ertüchtigungsbedarf auf 4,5 Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren alleine für rund 400 große Brücken im Verlauf von Bundesfernstraßen in Nordrhein-Westfalen.

[Grafik: Alter von Brücken] Straßen.NRW betreut rund 10.000 Brücken in Nordrhein-Westfalen. Die neueren Bauwerke entsprechen den aktuellen technischen Standards und zukünftigen Verkehrsanforderungen. Vor allem bei den Brücken aus den 60er und 70er Jahren - ein Großteil der Brücken in NRW wurde in dieser Zeit gebaut - besteht aber Handlungsbedarf. Sie sind ursprünglich für deutlich geringere Verkehrsbelastungen geplant und gebaut worden. Ein Sicherheitsrisiko für die Verkehrsteilnehmer besteht dennoch nicht: Brücken werden in sehr kurzen Abständen von den Experten auf ihren Zustand geprüft.

Regelmäßige Checks

[Foto: Brückenprüfung] Straßen, die vor mehr als 30 oder 40 Jahren gebaut wurden, sind für geringere Verkehrsmengen geplant worden. Dazu gehören auch die Brückenbauwerke, für die es bereits ein engmaschiges Netz von Kontrollen gibt. Jede der Brücken wird mindestens zwei Mal im Jahr angesehen, um zu prüfen, ob sich Veränderungen am Bauwerk ergeben haben. Die umfangreichste und intensivste Prüfung bietet die alle sechs Jahre stattfindende Hauptprüfung, bei der die gesamte Brücke in Augenschein genommen und bewertet wird. Eine zusätzliche Prüfung findet alle drei Jahre statt.

Mehr als 10.000 Brücken mit einer Gesamtlänge von rund 370 Kilometern betreut der Landesbetrieb an Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen in Nordrhein-Westfalen. Mehr als 6.000 Brücken davon sind Brücken im Verlauf der Bundesfernstraßen.

Immer mehr LKW auf den Straßen

[Foto: LKW] Der stetig wachsende Anteil des Schwerverkehrs stellt eine starke Belastung der Straßen dar. Bis zum Jahr 2050 sollen nach den bundesweit gültigen Prognosen noch einmal 80 Prozent mehr Güterverkehr auf unseren Straßen fahren. Dabei hat ein LKW mit zweimal zehn Tonnen Achslast auf der Autobahn die gleiche Zerstörungswirkung wie 60.000 PKW. Nordrhein-Westfalen ist wegen des hohen Verkehrsaufkommens und wegen der ungünstigen Altersstruktur seiner Autobahnen und Bundesstraßen das am stärksten betroffene Bundesland.


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