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Ertüchtigung von Brücken

Mehr als 9000 Brücken mit einer Gesamtlänge von rund 370 Kilometern betreut der Landesbetrieb an Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen in Nordrhein-Westfalen. Besonders ältere Bauwerke leiden unter dem ständig anwachsenden Schwerlastverkehr. Die meisten Brücken sind zwischen 1960 und 1980 gebaut worden.

Zunahme des Schwerlastverkehrs

[Foto: LKW]Der stetig wachsende Anteil des Schwerlastverkehrs stellt eine starke Belastung der Straßen dar. In 15 Jahren sollen nach den bundesweit gültigen Prognosen noch einmal 80 Prozent mehr LKW auf unseren Straßen fahren, bis 2050 wird allein für den Güterverkehr eine weitere Steigerung des Schwerverkehrs um 50 Prozent erwartet. Dabei hat ein LKW mit zweimal zehn Tonnen Achslast die gleiche Zerstörungswirkung wie 160.000 PKW.

Straßen, die vor mehr als 20 oder 30 Jahren gebaut wurden, sind für geringere Verkehrsmengen geplant worden. Dazu gehören auch die Brückenbauwerke, für die es bereits ein engmaschiges Netz von Kontrollen gibt. Jede der mehr als 9.000 Brücken in Nordrhein-Westfalen wird mindestens einmal im Jahr zumindest angeschaut, ob sich Veränderungen am Bauwerk ergeben haben. Den umfangreichsten Check bietet die alle sechs Jahre stattfindende Hauptprüfung.

Brückenertüchtigung bei Straßen.NRW

[Foto: Talbrücke]Die deutliche Zunahme des Straßengüterverkehrs hat das Bundesverkehrsministerium veranlasst, in den letzten Jahren eine Reihe von Forschungsvorhaben in Auftrag zu geben, um gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Auswirkungen auf den Brückenbestand zu gewinnen und daraus die notwendigen Maßnahmen zur Erhaltung und Ertüchtigung der Bauwerke ableiten zu können.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen hat diese Forschungsprojekte betreut und regelmäßig über die gewonnenen Erkenntnisse auf den Dienstbesprechungen von Bund und Ländern berichtet. Besonders intensiv wurde die von Teilen der Wirtschafts- und Transportverbänden erhobene Forderung untersucht, die zulässigen Gesamtgewichte von Lastzügen und Lastzugkombinationen anzuheben.

[Grafik: Alter von Brücken]Um die Brücken an Nordrhein-Westfalens Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen leistungsfähig und sicher zu erhalten, ermittelt jetzt eine "Projektgruppe Brückenertüchtigung" bei Straßen.NRW, welche Bauwerke besonders belastet sind und welche Maßnahmen notwendig sind, um mögliche Defizite so schnell wie möglich zu beseitigen. NRW ist wegen der Altersstruktur seiner Autobahnen und Bundesstraßen das mit Abstand am stärksten betroffene Bundesland.

300 Brücken zuerst - 3,5 Milliarden Euro Kosten

Aufgrund des sehr großen Bestands an Brücken in Nordrhein-Westfalen muss die Projektgruppe nach einer Prioritätenreihung vorgehen. In einem ersten Arbeitspaket sind 300 Großbrücken zeitnah zu untersuchen. Dabei sollen die Hauptrouten für den Schwerverkehr in Nordrhein-Westfalen wie die Autobahnen A1, A2, A3 und A40 zuerst bearbeitet werden. Mit 3,5 Milliarden Euro kalkuliert Straßen.NRW das Bauvolumen für die sich aus der Überprüfung dieser Brücken ergebenden Ertüchtigungsmaßnahmen.


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