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Neubau der Schnettkerbrücke

[Fotomontage: Die neue Schnettkerbrücke] Mit dem Ausbau der westlich anschließenden A40 wird die B1 bei Dortmund zur Autobahn. Die 75 Jahre alte Schnettkerbrücke wurde dabei durch eine moderne Konstruktion ersetzt. Für die Autofahrer auf der B1 / A40 führt die Schnettkerbrücke als "Tor nach Dortmund" in den zentralen Stadtbereich. Sie befindet sich im direkten Blickfeld der Bewohner des Ortsteils Dortmund-Schönau und der Pächter zahlreicher Schrebergärten im Schnettkertal.

Mit einer Breite von rund 41 Metern bietet sie Platz für jeweils drei Fahrstreifen, Standstreifen und für die Geh- und Radwege in beiden Fahrtrichtungen. Die 328 Meter lange Konstruktion kombiniert die Bauweisen einer Bogen-, Stabbogen- und Balkenbrücke mit nur einem Mittelbogen und trägt auch optisch dem anspruchvollen städtebaulichen Umfeld der Brücke Rechnung. Transparente Lärmschutzwände erlauben Durchblicke - auch vom Geh- und Radweg auf die Fahrstreifen - und bieten Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.

Die Baumaßnahme in Zahlen

Baukosten:
99,0 Millionen Gesamtkosten:
  • davon 51,2 Millionen für die B1,
  • 42,0 Millionen für die Schnettkerbrücke
  • und 5,8 Millionen für den Grunderwerb
Bauzeit:
  • Ausbau der B1 vom 08.06.2007 bis 20.10.2009
  • Neubau der Schnettkerbrücke vom 09.09.2005 bis 31.05.2012
Gesamtlänge:
etwa fünf Kilometer
Verkehrsbelastung:
100.000 KFZ täglich für 2015
Bauwerke:
  • Umbau des Kreuzungsbauwerks im Autobahnkreuz Dortmund West
  • Umbau und Verbreiterung der Brücke Wittener Straße
  • Neubau der Brücke Vogelpothsweg
  • Neubau der Gehwegbrücke Herbert-Frommberger-Weg (Regenbogenbrücke)
  • Neubau der Brücke NS IX
  • Neubau der Schnettkerbrücke

Bauablauf

[Foto: Die neue Schnettkerbrücke]Zunächst entstand die neue südliche Brückenhälfte, die den Autofahrern vier Fahrstreifen bot. Im September 2008 konnte dann der gesamte Verkehr über den neuen Überbau geführt werden. Der Abbruch der alten Schnettkerbrücke war im Oktober 2009 abgeschlossen. Mit dem Stahlbau für die zweite neue Brückenhälfte wurde im September 2009 begonnen.

Im Sommer 2007 wurde auch mit dem Ausbau der knapp 5 Kilometer langen Strecke zwischen der A45, der Schnettkerbrücke und der Wittekindstraße begonnen. Dieser rund 30 Millionen Euro teure Bauabschnitt war im Oktober 2009 abgeschlossen.

Bauzeit

Zu Beginn der Baumaßnahme 2005/2006 kam es zu Verzögerungen wegen zusätzlicher Verbesserungsmaßnahmen im Baugrund, die wegen der Statik auch Verstärkungen der Stahlkonstruktion erforderten. Der Mehraufwand bei der Gründung, die zusätzlichen Stahllieferungen und ein erster, sehr ungünstiger Winter führten zu einer Verlängerung des ursprünglichen Terminplans um ein knappes Jahr.

Seit Frühjahr 2007 bewegte sich der Bauablauf wieder im Rahmen der geplanten Fristen. Mit Beginn der Gründungsarbeiten im nördlichen Bauabschnitt im Sommer 2009 traten zusätzliche Probleme bei der Gründung der Fundamente der Bogenachsen auf, die zu einer weiteren Verzögerung führen.

Verkehrsführung

Während der gesamten Bauzeit wurde der Verkehr auf der B1 vierstreifig aufrechterhalten. Lediglich für die Schweißarbeiten bei der Brückenmontage des Stahlbogens war eine Vollsperrung der B1 an vier Wochenenden erforderlich.

Auch der Radweg von Westen nach Osten oder umgekehrt wurde während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten.

Hintergrund

[Foto: Die 75 Jahre alte Schnettkerbrücke]Seit 1931 überspannt die Schnettkerbrücke das von zahlreichen Kleingärten genutzte Emschertal im Westen von Dortmund. Sie ersetzte damals die "alte" Schnettkerbrücke, die noch vor dem ersten Weltkrieg entstand. Inzwischen fahren täglich rund 80.000 Fahrzeuge über diesen Abschnitt der B1, der hier auch "Ruhrschnellweg" genannt wird.

Zusammen mit der A40 im Westen und der A44 im Osten bildet die B1 bei Dortmund eine Hauptschlagader für den Ost-West-Verkehr im zentralen Ruhrgebiet. Für das Jahr 2015 rechnen die Fachleute hier mit rund 100.000 Fahrzeugen pro Tag.

Mit dem Spatenstich zum Neubau der Schnettkerbrücke am 9.9.2005 begann Straßen.NRW auch den Lückenschluss im Autobahnnetz.

Stahl für die Schnettkerbrücke kommt aus Sibirien

Etwa 80 Prozent der 5.000 Tonnen Stahl, die für die Schnettkerbrücke benötigt werden, wurden in Sibirien hergestellt und vormontiert. Von dem hochmodernen Schwerindustriestandort Kurgan östlich des Urals geht es mit der Eisenbahn etwa 14 Tage lang quer durch Westsibirien bis St. Petersburg. Nach dem Verladen auf Schiffe folgt eine fünftägige Fahrt über die Ostsee bis nach Lübeck. Von dort aus bringen Schwertransporte die Teile über die Autobahn bis nach Dortmund. Die gesamte Wegstrecke beträgt über 4.500 Kilometer.

Der Stahl wurde nach hier geltenden Normen hergestellt und weiter verarbeitet. Die Stahlgüte und das Verschweißen der Profile kontrollierte für Straßen.NRW ein Rostocker Institut in Sibirien.

Die angelieferten Teile wurden unmittelbar neben der B1 zum endgültigen Brückenprofil zusammengefügt. Im Längsverschub wurd dann das Profil abschnittsweise über das Emschertal bis zur anderen Seite bewegt.


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