Neubau der Schnettkerbrücke
Mit dem Ausbau der westlich anschließenden A40 wird die B1 bei Dortmund zur Autobahn. Die 75 Jahre alte Schnettkerbrücke wird dabei durch eine moderne Konstruktion ersetzt. Mit einer Breite von über 40 Metern bietet sie Platz für jeweils drei Fahrstreifen, Standstreifen und für die Geh- und Radwege in beiden Fahrtrichtungen. Die Baukosten werden etwa 35 Millionen Euro betragen.
Bauablauf
Zunächst entstand die neue südliche Brückenhälfte, die den Autofahrern vier Fahrstreifen bot. Im September 2008 konnte dann der gesamte Verkehr über den neuen Überbau geführt werden. Der Abbruch der alten Schnettkerbrücke war im Oktober 2009 abgeschlossen. Mit dem Stahlbau für die zweite neue Brückenhälfte wurde im September 2009 begonnen.
Im Sommer 2007 wurde auch mit dem Ausbau der knapp 5 Kilometer langen Strecke zwischen der A45, der Schnettkerbrücke und der Wittekindstraße begonnen. Dieser rund 30 Millionen Euro teure Bauabschnitt war im Oktober 2009 abgeschlossen.
Bauzeit
Der Neubau der Schnettkerbrücke soll bis Mitte 2012 fertig gestellt werden. Zu Beginn der Baumaßnahme 2005/2006 kam es zu Verzögerungen wegen zusätzlicher Verbesserungsmaßnahmen im Baugrund, die wegen der Statik auch Verstärkungen der Stahlkonstruktion erforderten. Der Mehraufwand bei der Gründung, die zusätzlichen Stahllieferungen und ein erster, sehr ungünstiger Winter führten zu einer Verlängerung des ursprünglichen Terminplans um ein knappes Jahr. Bei einer derartig komplexen Baumaßnahme sind Änderungen und auch zusätzliche Leistungen gegenüber dem vorgesehenen Bauablauf nicht auszuschließen. Seit Frühjahr 2007 bewegt sich der Bauablauf wieder im Rahmen der geplanten Fristen. Mit Beginn der Gründungsarbeiten im nördlichen Bauabschnitt im Sommer 2009 traten zusätzliche Probleme bei der Gründung der Fundamente der Bogenachsen auf, die zu einer weiteren Verzögerung führen.
Verkehrsführung
Während der gesamten Bauzeit wird der Verkehr auf der B1 vierstreifig aufrechterhalten. Lediglich für die Schweißarbeiten bei der Brückenmontage des Stahlbogens (der südliche und nördliche Brückenüberbau wird zusammenmontiert) wird eine Vollsperrung der B1 an vier Wochenenden erforderlich werden. Die hierfür erforderlichen Vollsperrungen werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Auch der Radweg von Westen nach Osten oder umgekehrt wird während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten. Seitdem die Abbrucharbeiten an der alten Schnettkerbrücke begonnen haben, ist der Rad- und Gehweg auf dem südlichen Überbau der Schnettkerbrücke passierbar: Dieser führt von der Anschlussstelle Hombruch-Wittekindstraße in westlicher Richtung über die neue Schnettkerbrücke und anschließend über einen provisorischen Rad/Gehweg auf die "Emil-Figge-Straße" und weiter Richtung Universität Dortmund. Diese Route gilt - in umgekehrter Reihenfolge - auch für den Verkehr in Gegenrichtung.
Die neue Schnettkerbrücke
Prägendes Gestaltungsmerkmal der neuen Brücke ist der über 100 Meter lange Stahlbogen in der Brückenachse. Die große Stützweite der Bogenbrücke sorgt für optische Transparenz und lässt den Blick frei auf das Emschertal. Für den Autofahrer wird die Schnettkerbrücke zukünftig als "Tor nach Dortmund" in den zentralen Stadtbereich führen. Transparente Lärmschutzwände erlauben Durchblicke - auch vom Geh- und Radweg auf die Fahrstreifen - und bieten so ein Mehr an Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.
Hintergrund
Seit 1931 überspannt die Schnettkerbrücke das von zahlreichen Kleingärten genutzte Emschertal im Westen von Dortmund. Sie ersetzte damals die "alte" Schnettkerbrücke, die noch vor dem ersten Weltkrieg entstand. Inzwischen fahren täglich rund 80.000 Fahrzeuge über diesen Abschnitt der B1, der hier auch "Ruhrschnellweg" genannt wird.
Zusammen mit der A40 im Westen und der A44 im Osten bildet die B1 bei Dortmund eine Hauptschlagader für den Ost-West-Verkehr im zentralen Ruhrgebiet. Für das Jahr 2015 rechnen die Fachleute hier mit rund 100.000 Fahrzeugen pro Tag.
Mit dem Spatenstich zum Neubau der Schnettkerbrücke am 9.9.2005 begann Straßen.NRW auch den Lückenschluss im Autobahnnetz, wie ihn der Bund im "Bedarfsplan für Bundesfernstraßen" als "Vordringlichen Bedarf" ausgewiesen hat.
Stahl für die Schnettkerbrücke kommt aus Sibirien
Etwa 80 Prozent der 5.000 Tonnen Stahl, die für die Schnettkerbrücke benötigt werden, werden in Sibirien hergestellt und vormontiert. Von dem hochmodernen Schwerindustriestandort Kurgan östlich des Urals geht es mit der Eisenbahn etwa 14 Tage lang quer durch Westsibirien bis St. Petersburg. Nach dem Verladen auf Schiffe folgt eine fünftägige Fahrt über die Ostsee bis nach Lübeck. Von dort aus bringen Schwertransporte die Teile über die Autobahn bis nach Dortmund. Die gesamte Wegstrecke beträgt über 4.500 Kilometer.
Der Stahl wird nach hier geltenden Normen hergestellt und weiter verarbeitet. Die Stahlgüte und das Verschweißen der Profile kontrolliert für Straßen.NRW ein Rostocker Institut in Sibirien.
Die angelieferten Teile werden unmittelbar neben der B1 zum endgültigen Brückenprofil zusammengefügt. Im Längsverschub wird dann das Profil abschnittsweise über das Emschertal bis zur anderen Seite bewegt.
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