Hauptnavigation:
 

A44-Lückenschluss zwischen Ratingen-Ost und Velbert

[Grafik: Lageplan] Der Autobahnneubauabschnitt der A44 zwischen der A3 (Autobahnkreuz Ratingen-Ost) und der B227 in Velbert ist eines der größten Lückenschlussprojekte im nordrhein-westfälischen Autobahnnetz. Die vom Bund genehmigten Baukosten belaufen sich auf insgesamt 222 Millionen Euro.

Der Streckenabschnitt hat eine Länge von rund neun Kilometern. Die A44 wird hier künftig mit zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung sowie einem Standstreifen verlaufen. Die Gesamtbreite der Fahrbahn beträgt 29,50 Meter. Auf etwa halber Strecke des Neubauabschnitts wird eine neue Anschlussstelle entstehen, die die Autobahn mit der L156 verknüpft. Im Bereich zwischen der A3 und der L156 führt die Trasse durch ein Wasserschutzgebiet.

Brückenbauwerke

Fotomontage: Talbrücke]Eine der größten Herausforderungen für den Bau ist die Errichtung von zwölf Brücken. Fünf dieser Brücken werden zur Minimierung der Eingriffe in Natur und Landschaft als Talbrücken ausgeführt:

  • Brücke Kaltenbach (129 Meter)
  • Brücke Homberger Bachtal (216 Meter),
  • Brücke Angerbach (391 Meter)
  • Brücke Laubecker Bachtal (206 Meter)
  • Brücke Ganslandsiepen (194 Meter).

Alle Brücken dieses Neubauabschnitts haben zusammen genommen eine Gesamtlänge von fast 1,5 Kilometern mit einer Gesamtfläche von 40.000 Quadratmetern. Das entspricht einer Fläche von fünf Fußballfeldern. Auf allen Bauwerken wird ein 3 Meter hoher Spritzschutz zur Sicherung des Grundwasserschutzes angeordnet. Darüber hinaus werden auf den Brücken zum Teil Lärmschutzwände mit einer Höhe von bis zu 4 Metern errichtet.

Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

Der Eingriff in Natur und Landschaft durch den Neubau der Autobahn wird mit Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Umfang von insgesamt 132 Hektar Fläche kompensiert. Davon verbleiben 70 Hektar in landwirtschaftlicher Nutzung, 62 Hektar kommen in Form von Gehölzpflanzungen, naturnaher Gewässerrenaturierung und Sukzessionsflächen zur Ausführung. Mit den Baumaßnahmen ist 2010 im östlichen Abschnitt zwischen der B227 und der L156 begonnen worden.

Bauaktivitäten

Am 30.08.2010 begannen die Bauaktivitäten an der L156 Ratinger Straße" mit der Brücke im Bereich der neuen Anschlussstelle "Heiligenhaus". Im Vorfeld waren bereits mehrere Gebäude abgerissen worden, um den notwendigen Platz für eine provisorische Verlegung der L156 zu gewinnen. Die Umfahrung war für den Neubau der Brücke erforderlich und wird bis zum endgültigen Ausbau der L156 in diesem Bereich genutzt. Die Fertigstellung des Brückenbauwerks erfolgte Ende 2012.

Zur Herstellung eines Regenrückhaltebeckens westlich der zukünftigen Talbrücke "Laubecker Bachtal" wurde zunächst ein Weg von der L156 hergestellt. Die Arbeiten für den Bau des Regenrückhaltebeckens begannen im Herbst 2011. Sie wurden im August 2012 abgeschlossen.

Parallel hierzu erfolgte im Bereich der zukünftigen Trasse der A44 von der B227 bis zum Bereich "Ganslandsiepen" auf einer Länge von ca. 900 Metern die Herstellung einer Baustraße, um zunächst die erforderliche Dammvorschüttung für das östliche Widerlager der Talbrücke "Ganslandsiepen" sowie die Vormontagefläche für den Stahlbau zu errichten.

Talbrücke Ganslandsiepen

Die Beauftragung des Neubaus der Talbrücke "Ganslandsiepen" mit einer Auftragssumme von 15 Millionen Euro erfolgte ebenfalls in 2011. Bis Ende Januar 2014 wurden die Stahlkonstruktionen der Überbauten über das Tal des "Gansbach" verschoben und die Betonplatte des nördlichen Überbaues hergestellt. Anschließend wurde Ende Februar 2014 der Schalwagen mit einem 800 und einem 500 Tonnen Kran auf den südlichen Überbau versetzt. Das erste Feld der Fahrbahnplatte des südlichen Überbaues der zukünftigen Richtungsfahrbahn Velbert / Essen wurde in der ersten Woche März 2014 betoniert. Die Herstellung dieser Platte wird bis Anfang Mai 2014 andauern.

Im nördlichen Überbau werden die Leitungen der Brückenentwässerung und die Besichtigungsstege installiert, die Abdichtung auf der Betonfläche hergestellt, die Kappen gebaut und die Kammerwand für den Abschluss der Brückenkonstruktion geschalt / betoniert. Gleichzeitig erfolgen die Erdarbeiten auf der östlichen Seite des Bauwerkes, um eine Zufahrt zur Andienung auf den nördlichen Überbau zu erhalten. Das Bauwerk wird voraussichtlich Ende 2014 fertig gestellt sein.

Ausbau der B227

Anfang April 2013 haben die Bautätigkeiten an der B227 begonnen. In diesem Bereich liegt die zukünftige A44 etwa acht bis 15 Meter unter dem derzeitigen Gelände, so dass hier eine rund 110 Meter lange Stützwand parallel zu den vorhandenen Wasserbehältern des Rheinisch-Westfälisches Wasserwerkes und ein Brückenbauwerk, das die B227 über die A44 führt, hergestellt werden müssen. Der Verkehr wird zurzeit über eine provisorische Straße um die Baugrube der Brücke geführt. Diese Verkehrsführung bleibt bis zum Ausbau der B227 bzw. der Herstellung der noch fehlenden Rampen der zukünftigen Anschlussstelle "Hetterscheidt".

Vor Weihnachten 2013 hat ein Mitglied der Bau ausführenden Arbeitsgemeinschaft (ARGE) das Insolvenzverfahren einleiten müssen. Die verbleibende Firma der ARGE hat bis Ende Februar 2014 die vertraglichen Regelungen vorgenommen. Anfang März 2014 hat diese Firma mit den Erdarbeiten zur Herstellung der Baugrube fortfahren, so dass ab Anfang April 2014 die Unterbauten (Fundamente / Wiederlager / Pfeiler) der Brücke gebaut werden können. Im Zuge der Herstellung der Stützwand wird der Kopfbalken ergänzt, die letzte Lage der Verankerung in das Erdreich installiert und die Verblendung mit Natursteinen vorgenommen.

Nach derzeitigen Planungen ist mit dem Abschluss der Arbeiten an der B227 Ende 2014 zu rechnen.

A44-Neubau zwischen dem Laubecker Bachtal und der Brücke Ganslandsiepen

Ende Juni 2013 wurde mit dem Bau der A44 zwischen dem "Laubecker Bachtal" und dem Bauwerk "Ganslandsiepen" begonnen. Im Zuge dieses ca. 1,2 Kilometer langen Abschnittes werden zwei Wirtschaftswegebrücken über die zukünftige A44, sowie umfangreiche Erd- und Oberbauarbeiten mit allen erforderlichen Entwässerungseinrichtungen inklusive eines Regenrückhaltebeckens hergestellt.

Das Regenrückhaltebecken im Bereich der "Hülsbecker Straße" wird einschließlich der Schächte und der Anbindung an den "Laubecker Bach" bis Ende März 2014 hergestellt. Zurzeit werden die Widerlager der Brücke "Heidestraße" gebaut, bei dem Bauwerk "Wülfrather Straße" wurde der Überbau Ende Februar 2014 betoniert und die Kappen werden geschalt. Der Durchlass des "Schmalbeckbach" ist hergestellt worden und der zukünftige Straßendamm der A44 mit einer Höhe bis zu 5 MEternohne die Spritzschutzwälle über dem tiefsten Punkt des Geländes wird in diesem Abschnitt geschüttet. Der Einschnitt der A44 von bis zu 10 Metern Tiefe zwischen der "Heidestraße" und dem Regenrückhaltebecken wird hergestellt; die überschüssigen Bodenmengen werden z. B. für Baumaßnahmen im Stadtgebiet Heiligenhaus und den Erdarbeiten beim Bauwerk "Ganslandsiepen" weiter verwendet. Die Gesamtmaßnahme wird voraussichtlich Anfang 2015 abgeschlossen.

Die Herstellung einer Zufahrt zum westlichen Bereich des Bauwerkes "Laubecker Bachtal" wurde ebenfalls Ende Juni begonnen. Im Zuge dieser Arbeiten wird die A44 auf einer Länge von etwa 400 Metern inklusive des Anschlusses an die östliche Seite der L156 "Ratinger Straße" hergestellt. Die Erdarbeiten zur Herstellung der Ab- und Auffahrtsrampen der zukünftigen Anschlussstelle "Heiligenhaus" wurden durchgeführt, zurzeit erfolgt die Installation der Entwässerungseinrichtungen, die Herstellung des Lärmschutzwalles mit einer vorläufigen Höhe von ca. 5 Metern über der nördlichen Fahrbahn der A44 und die Aufschüttung des Straßendammes der A44. Im Zuge dieser Arbeiten wird das bereits hergestellte Regenrückhaltebecken an den "Laubecker Bach" angeschlossen.

Ausbau der L156

Der Ausbau der L156 "Ratinger Straße" zwischen dem "Angerweg" und dem "Werkerwald", und damit der Anschluss des vorhandenen Bauwerkes an die L156, wurde ausgeschrieben und die Submission durchgeführt. Zurzeit erfolgen die Prüfung der Angebote und die Vergabe der Baumaßnahme. Mit dem Beginn der Arbeiten ist im frühen Sommer 2014 zu rechnen. Auf Grund der hohen Verkehrsbelastung und der Nutzung der vorhandenen Straße durch eine Buslinie kann eine Vollsperrung oder eine großflächige Sperrung nach Abstimmungen mit der Straßenverkehrsbehörde bzw. der Polizei nicht erfolgen, was eine erhebliche Bauzeitverkürzung gebracht hätte. Deshalb erfolgt der Ausbau in Abschnitten von bis zu 150 Meter Länge. Mit dem Beginn der Arbeiten ist mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Der ortskundige Verkehrsteilnehmer sollte den Baubereich großräumig umfahren.

Zurzeit erfolgt die Ausschreibung des Brückenbauwerkes "Laubecker Bach". Dieses Bauwerk ähnelt im Aussehen und der Dimensionierung der Brücke "Ganslandsiepen". Die Ausschreibung wird nach umfangreichen Untersuchungen des anstehenden Bodens im April 2014 beendet. Die Arbeiten beginnen im Spätsommer 2014 und werden ca. zwei Jahre andauern.

Im Frühjahr 2013 wurden weitere Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Bereich zwischen der L156 und der Anschlussstelle B227 durchgeführt. Weitere Arbeiten sind für den Herbst 2014 im Bereich "Ganslandsiepen" bzw. "Laubecker Bach" geplant.

Sicherheitshinweis

Der Landesbetrieb Straßenbau NRW freut sich über das rege Interesse der Bevölkerung an den Baumaßnahmen. Auf Grund der Sicherheitsgefährdung der Interessenten wird darum gebeten, die Baustraßen und Nebenwege nicht zu befahren und die abgesperrten Flächen oder die Baubereiche nicht zu betreten. Ziel des Landesbetriebes Straßenbau NRW ist es, die Baumaßnahme in kürzest möglicher Zeit zu realisieren.

Ausblick

Nach derzeitigem Stand können bis Ende 2016 wesentliche Teile des Ostabschnittes fertig gestellt sein. Im Westabschnitt könnte 2014 mit ersten Bauaktivitäten begonnen werden, wenn ausreichend Finanzmittel durch den Bund zur Verfügung gestellt werden. Die Bauzeit für den Westabschnitt beträgt mindestens 4 Jahre.


Mehr zum Thema

Faltblatt "Neubau A44 zwischen Ratingen-Ost und Velbert": PDF 1,1MB