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Neubau der A44 in Bochum

Querspange zwischen dem Nordhausen Ring (L705) und dem Autobahnkreuz Bochum / Witten (A43/A44)

[Grafik: Lageplan]

Mit dem Neubau der Querspange zwischen dem Nordhausen Ring und dem Autobahnkreuz Bochum / Witten wird eine neue West-Ost Verbindung am Südrand der Kernzone des Ruhrgebietes geschaffen. Einerseits erleichtert sie den lokalen und zwischenörtlichen Verkehr des südlichen Ballungsraumes im Ruhrgebiet. Andererseits wird eine Verbindungsalternative zur A40 für den weiträumigen West-Ost Verkehr geschaffen.

Der Opelring ist zukünftig über die Anschlussstelle Nordhausen Ring und die Halbanschlussstelle Markstraße direkt mit der A44n verknüpft. Die Halbanschlussstelle Markstraße führt den aus der Stadt Bochum kommenden überregionalen Verkehr zielgerichtet und auf kurzem Wege verkehrssicher in Richtung Osten auf die A44 und im Weiteren auf die A43, A40 und A45 ab. Im Zusammenhang mit der Anschlussstelle am Nordhausen Ring ergibt sich eine Vollanschlussstelle. Langwierige Verkehrswege, die die innerstädtischen Straßen belasten, entfallen.

Die Baukosten für die rund 3,3 Kilometer lange Baustrecke werden 55 Millionen Euro betragen.

Klagen gegen Querspange Bochum ohne Erfolg

Die Klagen mehrerer Anwohner gegen den weiteren Bau der Bundesautobahn 44 in Bochum sind vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ohne Erfolg geblieben. Im Mittelpunkt des Klageverfahrens standen Fragen des Artenschutzes, der Verkehrsprognose und der für die Anwohner zu erwartenden Lärm- und Schadstoffbelastungen.

Umsetzung und Bau

Noch im September dieses Jahres beginnt das Planungs- und Baucenter Ruhr in Essen mit der Umsetzung der vorgezogenen Ausgleichsmaßnahme (CEF-Maßnahme) "Untere Heintzmannstraße". Ebenfalls im September werden die Gebäude, welche sich noch in der zukünftigen Trasse der A44 befinden, abgerissen.

Wegen der Bergbaugeschichte der Region sind vor dem eigentlichen Bau der Autobahn umfangreiche bergbauliche Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Zudem gilt es, im Vorfeld zahlreiche Ver- und Entsorgungsleitungen zu verlegen. Nach Abschluss dieser Vorarbeiten soll zum Jahreswechsel 2011/ 2012 mit dem eigentlichem Bau der A44 begonnen werden.

Der erste Teilabschnitt wird voraussichtlich der Ausbau des vorhandenen Nordhausenringes zwischen Universitätsstraße und Abzweig zur Querspange sein. Bei einem dann optimalen Bauablauf, in dem an mehreren Teilabschnitten parallel gearbeitet werden kann, wird mit einer Bauzeit von gut zwei Jahren gerechnet.

Lärmschutz

Um die Belastungen der Menschen durch Verkehrsgeräusche weitestgehend zu mindern, werden umfangreiche aktive Lärmschutzmaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von 8 Millionen Euro gebaut. Dazu gehören Lärmschutzwälle, -wände sowie Wall-/Wandkombinationen. Außerdem wird ein offenporiger Fahrbahnbelag (OPA) eingebaut, der das Rollgeräusch der Fahrzeuge deutlich mindert.

Umwelt und Natur

Zum Schutz der Umwelt und Natur werden bereits während der Bauzeit umfangreiche Maßnahmen ergriffen: Die Baufeldräumung erfolgt außerhalb der Fortpflanzungs- und Aufzuchtszeiten. Die baubedingten Wirkungen werden in einem Teilabschnitt durch die Anlage einer mobilen Lärmschutzwand gemindert.

Später werden die betriebsbedingten Störwirkungen der A44 ebenfalls durch die umfangreichen aktiven Lärmschutzmaßnahmen gemindert. Um Beeinträchtigungen der freiraumgebundenen wie Arten Kiebitz, Wiesenschafstelze und Feldlerche im Osten des Plangebietes zu vermeiden, werden spezielle Ausgleichs- bzw. Kompensationsmaßnahmen ausgeführt, die die Lebensraumansprüche der Offenlandarten berücksichtigt.

Durch Sperreinrichtungen und Überflughilfen sowie durch umfangreiche Gehölzpflanzungen ist sichergestellt, dass ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko durch betriebsbedingte Kollisionen für die nachgewiesenen kollisionsgefährdeten Vogelarten Schleiereule, Steinkauz, Waldkauz und Waldohreule ausgeschlossen ist. Nachgewiesene Horste, Nistplätze und Brut- beziehungsweise Schlafhöhlen werden in einer Zeit beseitigt, in der sie nicht genutzt werden.

Für die Arten Wasserralle, Teichhuhn und Teichrohrsänger wird das an den Lebensraum angrenzende, städtische Regenrückhaltebecken Untere Heintzmannstraße optimiert. Vor Baubeginn entsteht hier ein rund 1.000 Quadratmeter großes Flachgewässer mit Schilf-/Röhrichtbewuchs als CEF-Maßnahme (vorgezogene Ausgleichsmaßnahme). Über ein Monitoring wird kontrolliert, ob damit die Funktionalität der Lebensstätte gewährleistet ist. Gelingt der Nachweis der Wasserralle über zwei aufeinander folgende Jahre nach Inbetriebnahme der A44 nicht, ist eine weiter Maßnahme am Hochwasserrückhaltebecken Hüller Bach umzusetzen.