Vollsperrung der A40 in Essen - 3 statt 24 Monate Bauzeit
Am Sonntag, dem 30. September, räumten die Straßenbauer gegen 19 Uhr die letzten Baken nach einer fast dreimonatigen Sperrung der A40 bei Essen zur Seite. Damit endeten pünktlich die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Autobahn und mehreren Brücken. Seit dem 7. Juli war die A40 zwischen dem Autobahndreieck Essen und der Anschlussstelle Essen-Zentrum gesperrt. Drei Monate Vollsperrung statt einer Bauzeit von 24 Monaten, in der es immer wieder zu Sperrungen kommt - nach dieser Strategie führte der Landesbetrieb im Sommer 2012 zahlreiche Sanierungsarbeiten auf einen Schlag durch.
Das Wichtigste in Stichworten
- Baumaßnahmen:
- Nachrüstung Ruhrschnellwegtunnel, Sanierung Stadtwaldbrücke, Sanierung Helbingbrücken, Korrosionsschutz Brücke Steubenstraße; "im Schatten der Sperrung" Einbau eines offenporigen Asphalts zwischen Mülheim-Heißen und Duisburg-Kaiserberg in Fahrtrichtung Venlo
- Kosten:
- 20 Millionen Euro
- Länge der Sperrung:
- in Richtung Dortmund: 1,4 km
- in Richtung Duisburg: 2,2 km
- Verkehr:
- 92.000 Fahrzeuge täglich
Die Baumaßnahmen
Tunnel Ruhrschnellweg
Im Rahmen der seit einigen Jahren laufenden Tunnelnachrüstung in Nordrhein-Westfalen wurde auch der "Ruhrschnellwegtunnel" im Verlauf der A40 in Essen auf den aktuellen Sicherheitsstandard gebracht. Neben der in 2010 bereits erneuerten Lüftungstechnik wurde die komplette Beleuchtung, Feuerlöschanlage und die Entwässerung saniert. Vor dem Tunnelportal Ost gibt es nun eine Mittelstreifenüberfahrt. Zudem wurde eine Tunnelsperranlage aufgebaut, die im Notfall das Einfahren in den Tunnel verhindert.
Stadtwaldbrücke
Mit der Stadtwaldbrücke überspannt die A40 drei Gleise der Deutschen Bahn, unter anderem die S-Bahn-Strecke Essen-Werden-Essen-Hbf, und auch zwei städtische Straßen (Hohenburgstraße und Auf der Donau). Die Brücke war sanierungsbedürftig. Für die nötigen Abbruch- und Neubauarbeiten mussten die Bahngleise und Straßen unter der Brücke gesperrt werden. Straßen.NRW nutzte für diese Arbeiten eine von der Deutschen Bahn avisierte sechswöchige Streckensperrung. Damit ersparte der Landesbetrieb sich und den Autofahrern zudem mehrere Umbauphasen auf der A40-Brücke. Unter anderem wurden der komplette Überbau sowie die Anschlussbereiche zu den Unterbauten (Lager, Auflagebänke) erneuert.
Helbingbrücken
Zwischen der Stadtwaldbrücke und dem Ruhrschnellwegtunnel liegen im Verlauf der A40 die "Helbingbrücken". Sie mussten ebenfalls saniert werden. Unter anderem wurde der Fahrbahnbelag erneuert, die Brücke wurde neu abgedichtet und die Brückenränder ("Kappen") wurden repariert. Zudem wurde der gesamte Brückenüberbau für die aktuellen Verkehrsbelastung von rund 71.000 Fahrzeugen pro Tag angepasst.
Steubenstraße
Der Überbau der Fußgängerbrücke wurde mit einer neuen Beschichtung als Korrosionsschutz versehen.
OPA Einbau bei Mülheim
Das geringe Verkehrsaufkommen im Schatten der A40 Vollsperrung nutzten die Straßenbauer, um zwischen Mülheim-Heißen und Duisburg-Kaiserberg in Fahrtrichtung Venlo offenporigen Asphalt (OPA) einzubauen. Der offenporige Asphalt besitzt einen hohen Anteil an Hohlräumen, durch die das Wasser gut abfließen kann und die gleichzeitig Schall "schlucken". Dafür wurde am 14.7. die Richtungsfahrbahn der A40 in Richtung Venlo zwischen den zwei Anschlussstellen voll gesperrt. Am Abend des 26.7. waren die Autobahn und alle Anschlussstellen im rund acht Kilometer langen Streckenabschnitt wieder freigegeben.
Intensive Vorbereitungen
Um das äußerst knappe Zeitfenster einhalten zu können, hatte Straßen.NRW Vorkehrungen getroffen, die über das übliche Maß hinaus gingen. "Die Brücken haben wir vorher schon auf Herz und Nieren geprüft, um nicht auf unliebsame Überraschungen zu stoßen", erklärte Projektleiterin Annegret Schaber. Dazu gehörten unter anderem die Erkundung der genauen Spanngliedlage und das Feststellen der Belagsdicke auf den Helbingbrücken. Die Fertigteile für den Überbau, die neuen Fahrbahnübergänge und die Brückenlager wurden schon im Vorfeld produziert. In den zwei Jahren Vorbereitungszeit hatten die Straßenbauer alle denkbaren Szenarien durchgespielt, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.
Gegen Verzögerungen hatte man sich auch durch Vertragsstrafen geschützt. Beträge im fünfstelligen Bereich drohten den Unternehmen als tägliche Strafe, wenn die vereinbarten Arbeiten, die während der Vollsperrung passieren sollen, nicht rechtzeitig fertig werden sollten.
- Pressemeldung: A40-Vollsperrung endet: Experiment gelungen
- Pressemeldung: Halbzeit auf der A40: Arbeiten sind im Zeitplan
- Pressemeldung: A40-Vollsperrung in Essen beginnt
- Informationen der Stadt Essen
Informationen der Essener Verkehrs AGInformationen des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr

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