Die Autobahn 40 in Nordrhein-Westfalen

Aktuelle Projekte an der A40

A40 / A52: Umbau des Autobahndreiecks Essen-Ost

Um den Engpass am Autobahndreieck Essen-Ost zu enstpannnen, plant Straßen.NRW, die derzeit einstreifige Auffahrt von der A52 auf die A40 auf zwei Fahrstreifen umzubauen. [mehr...]

A40: Rheinbrücke Neuenkamp muss erneuert werden

Die A40-Rheinbrücke Neuenkamp ist an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gestoßen. Mittelfristig kann die Stahlbrücke instandgehalten und verstärkt werden, langfristig muss ein Neubau her. [mehr...]

A40: Brückensanierungen bei Duisburg-Kaiserberg

Die Raffelbergbrücke und die Brücke über den Ruhrschifffahrtskanal im Zuge der A40 sind in die Jahre gekommen und müssen saniert werden. [mehr...]

A40: Lärmsanierung zwischen Essen-Ost und Gelsenkirchen-Süd

Um die Geräuschkulisse des Autobahnverkehrs zu mindern, führt Straßen.NRW ab März 2014 Sanierungsmaßnahmen zwischen dem Autobahndreieck Essen-Ost und der Anschlussstelle Gelsenkirchen-Süd durch. [mehr...]


Die Schlagader des Ruhrgebiets

Als "Ruhrschnellweg" ist die Autobahn vor allem bekannt, die zum Teil mitten durchs Herz der Revierstädte führt. Sie ist die älteste und wichtigste Verkehrsachse der größten Stadtlandschaft in Nordrhein-Westfalen mit über 5 Millionen Einwohner.

Mittlerweile ist die ehedem als "B1" bekannte Stadtautobahn über ihre regionale Ausnahmestellung hinausgewachsen. In den frühen 1990er Jahren wurde die Strecke mit einem früheren Abschnitt der A2 von Duisburg bis zur niederländischen Grenze zusammengelegt; seitdem gibt es sie als A40.

Zusammen mit diesem linksrheinischen Teilstück ist die A40 heute zentraler Teil einer europäischen Verkehrsachse. Über die Grenze zu den Niederlanden bei Venlo führen ihre Fortsetzungen direkt nach Antwerpen und Rotterdam.

Dennoch hat sie im Ruhrgebiet den Charakter einer Stadtautobahn für den lokalen und regionalen Verkehrsbedarf behalten. Mit ihrer dichten Folge von Anschlussstellen führt sie direkt in die Citybereiche der wie an einer Kette aufgereihten Großstädte.

Unterbrochen ist diese Folge zur Zeit noch in Dortmund, wo die Straße im Innenstadtbereich noch den traditionellen Namen B1 tragen muss. Um die Lücke zwischen der A40 und der östlich wartenden A44 zu schließen, wird die Innenstadt untertunnelt.


A40 in Stichworten

  • Alias: "Ruhrschnellweg"
  • Länge: 94 km (vollständig in NRW)
  • von: Grenzübergang Straelen (NL)
  • bis: Dortmund
  • Baubeginn: 1928 (als Kraftfahrstraße)
  • Fertigstellung: 1970 / -
  • 45 Anschlussstellen
  • davon: 6 Autobahnkreuze
  • 2 Raststätten

Verkehrszahlen (2009):

  • Moers: 85.000 KFZ pro Tag
  • Dreieck Essen-Ost: 123.000 KFZ pro Tag
  • Bochum: 107.000 KFZ pro Tag

Geschichte

Der "Ruhrschnellweg"

Noch bevor überhaupt größere Pläne für ein Autobahnnetz aufgestellt wurden, wurde ab 1926 eine zentrale Verkehrsader im Ruhrgebiet geplant, die die industriellen Zentren von West nach Ost verbinden sollte. Ab 1928 begann der Bau einer Kraftfahrstraße, die 1935 fertig gestellt wurde; ein Jahr vorher war sie als "Reichsstraße 1" (R1) benannt worden.

Für damalige Verhältnisse hatte sie mit neun Metern einen als großzügig angesehenen Querschnitt. Bereits 1940 wurde überlegt, den Querschnitt zu vergrößern; der 2. Weltkrieg verhinderte jedoch entsprechende Baumaßnahmen.

Nach dem Krieg wurden diese Planungen aufgenommen. Der Ruhrschnellweg sollte durchgehend vierspurig ausgebaut werden. Die Planungen wurden durch die gegebene Trasse kompliziert, die teilweise durch dicht bebaute Innenstadtgebiete führte. Die vorhandene Straße wies zahlreiche Straßen- und Eisenbahnkreuzungen auf, die angemessen umgebaut werden mussten.

Die ersten Bauarbeiten an der jetzigen Bundesstraße 1 (B1) begannen im Frühjahr 1954. Im Osten sollte die B1 beim Autobahnkreuz Dortmund/Unna an die A1 anschließen, im Westen sollte der Ruhrschnellweg bis über Essen hinausführen.

In den folgenden Jahren wurden nach und nach einzelne Abschnitte freigegeben. Während der Ruhrschnellweg in Essen bereits als Stadtautobahn konzipiert war, die im Stadtzentrum in Tunnellage geführt wird, konnte in Dortmund keine kreuzungsfreie Trassenführung erreicht werden.

Der Ruhrschnellweg war 1963 mit seinen oberirdischen Teilstücken fertig gestellt. 1970 wurde der Essener Tunnel dem Verkehr übergeben; die B1 als vierspurige Kraftfahrstraße war damit komplettiert.

Die Ruhrautobahn als "Ruhrschleichweg"

Zum Jahresbeginn 1977 wurde die Bundesstraße zur Autobahn umgewidmet: als A430 durchzog sie nun das mittlere Ruhrgebiet. Beim Kreuz Duisburg-Kaiserberg hatte sie im Westen Anschluss an die A3, im Osten beim Kreuz Dortmund/Unna an die A1. Das östliche Stück der B1 zwischen Holzwickede und Kreuz Dortmund/Unna wurde jedoch der nach dem Kreuz anschließenden A44 zugeschlagen. Das mit den Jahren stark zunehmende Verkehrsaufkommen ließ den Spottnamen "Ruhrschleichweg" aufkommen; auch die bis heute auf Dortmunder Stadtgebiet bestehende Autobahnlücke (wo der Ruhrschnellweg weiterhin B1 heißt) trug erheblich dazu bei, dass die A430 ihre Belastungsgrenze oftmals überschritt.

Der Fall des Eisernen Vorhangs und die deutsche Wiedervereinigung ließen Anfang der 1990er Jahre die West-Ost-Verkehrsströme weiter anschwellen. Die A430 wurde von einer regionalen Verkehrsader zur europäischen Magistrale. Es wurden bald sogar utopisch anmutende Pläne beispielsweise zur kompletten Untertunnelung des Ruhrgebiets ins Spiel gebracht, die jedoch wegen der absehbar astronomischen Kosten nicht weiter verfolgt wurden.

1992 wurde der Entwicklung zunächst mit einer Umbenennung Rechnung getragen: die A430 wurde mit dem Abschnitt der A2 vom Grenzübergang Straelen (nach den Niederlanden) bis zum Kreuz Duisburg-Kaiserberg als neue A40 zusammengefasst.

In Planung bzw. Vorbereitung ist der Um- und Ausbau der B1 im Dortmunder Stadtgebiet, um die Autobahnlücke zwischen der A40 und der A44 zu schließen. Der zur Zeit noch oberirdisch befahrene Innenstadtbereich soll in Tunnellage unterquert werden; die dann zur Autobahn aufgestufte B1 wird in diesem Bereich als A40 weitergeführt werden.


Streckenverlauf

  • Niederlande: A67
  • (1) Grenzübergang Straelen
    + Niederdorf Süd (nur Richtung Dortmund)
  • (2) Straelen B221
  • (3) Wankum
  • (4) Wachtendonk
  • (5) Kempen
  • (6) Kerken B9
    + Neufelder Heide
  • (7) Neukirchen-Vluyn
  • (8) Kreuz Moers A57
  • (8) Moers
  • (9) Moers-Zentrum
  • (10) Duisburg-Rheinhausen
  • (11) Duisburg-Homberg
  • (12/1) Duisburg-Häfen West
  • (12/2) Duisburg-Häfen Ost
  • (13) Kreuz Duisburg A59
  • (14) Kreuz Kaiserberg A3
  • (15) Mülheim an der Ruhr
  • (16) Mülheim-Styrum B223
  • (17) Mülheim-Dümpten
  • (18) Mülheim-Winkhausen
  • (19) Mülheim-Heißen B1
  • (20) Mülheim-Heimaterde
  • (21) Essen-Frohnhausen
  • (22) Essen-Holsterhausen
  • (23) Essen-Zentrum B224
  • (23) Essen-Zentrum-(Ost)
  • (24) Essen-Huttrop B227
  • (25) Dreieck Essen-Ost A52
  • (26) Essen-Frillendorf
  • (27) Essen-Kray
  • (28) Gelsenkirchen-Süd B227
  • (29) Bochum-Wattenscheid-West
  • (30) Bochum-Wattenscheid
  • (31) Dückerweg
  • (32) Bochum-Stahlhausen
  • (33) Bochum-Hamme B226
  • (34) Bochum-Freudenbergstraße
  • (35) Bochum-Zentrum B51
  • (36) Bochum-Stadion
  • (37) Bochum-Harpen
  • (38) Kreuz Bochum A43
  • (39) Bochum-Werne
  • (40) Dortmund-Lütgendortmund B235
  • (41) Dortmund-Kley
  • (42) Kreuz Dortmund-West A45
  • (43) Dortmund-Dorstfeld
  • (44) Dortmund-Barop
    Übergang in die B1

Wussten Sie schon ...

... dass die A40 einen Mittelstreifen für Bahn- und Busbenutzer hat?

Zwischen Mülheim a.d.Ruhr und Essen fährt die Stadtbahn-Linie U18 im Mittelstreifen der Autobahn; Haltestellen der Stadtbahnlinie werden über Fußgängerbrücken erreicht.

In Essen verkehren Busse der Essener Linien 145 und 147 als "Spurbusse" auf dem Mittelstreifen der A40, wo Betonschienen sie in der vorgegebenen Spur führen.


Links und rechts der Autobahn

Die A40 beginnt an der niederländischen Grenze in Sichtweite von Venlo. Auf ihren ersten Kilometern führt sie durch den Naturpark Maas-Schwalm-Nette, einem grenzüberschreitenden Projekt in Deutschland und den Niederlanden. Bei Neukirchen-Vluyn erreicht sie bereits den Westrand des Ruhrgebiets und passiert bald Moers und Duisburg mit dem größten Binnenhafen Europas.

Zwischen Mülheim a.d.Ruhr und Oberhausen führt sie weiter nach Essen, wo sie den Innenstadtbereich in einem Tunnel unterquert.

Nächste Station ist Gelsenkirchen, und kurz danach kündigt sich Bochum an. Nach dem Kreuz Bochum (Verbindung mit der A43) wird ein Stück offene Landschaft durchfahren, bevor die Vororte-Stadteile von Dortmund erreicht werden. Hier endet die Autobahn zur Zeit am Kreuz Dortmund-West (Verbindung mit der A45).