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Ausbau und Verlegung der A4 zwischen Düren und Kerpen

[Foto: Tagebau] Zwischen Düren und Kerpen verlief die Autobahn 4 auf rund neun Kilometern durch ein Tagebaugebiet, das etwa 2017 vom Kohletagbau Hambach der RWE Power AG erreicht und bergbaulich in Anspruch genommen wird. Die Autobahn wurde hier nach Süden verlegt und im September 2014 dem Verkehr übergeben.

Die benachbarten Autobahnabschnitte von Aachen bis Düren und von Kerpen bis Köln sind bereits weitgehend sechsstreifig ausgebaut. Auch der neue Abschnitt umfasst sechs Fahrstreifen statt bisher vier.

[Grafik: alte und neue A4] RWE Power und Straßen.NRW hatten vereinbart, die Verlegung und den Ausbau der A4 im Abschnitt Düren - Kerpen als gemeinsame Maßnahme durchzuführen. Die Gesamtstrecke von 17,6 Kilometern dieser rund 192 Millionen Euro teuren Baumaßnahme teilte sich in drei Abschnitte auf:

  1. Einen Ausbauabschnitt von der Anschlussstelle Düren bis zum Überführungsbauwerk der K2 in Höhe der Ortschaft Ellen (Fertigstellung Juni 2015)
  2. Einen Verlegeabschnitt, in dem die Trasse südlich um das Abbaugebiet außerhalb der Sicherheitszone in enger Bündelung mit der DB-Strecke Köln-Aachen und der RWE-"Hambachbahn" geführt wird (Fertigstellung September 2014)
  3. Einen Ausbauabschnitt von der Überführung über die DB-Strecke nahe Kerpen-Sindorf bis zur Ansschlussstelle Kerpen

Der letzte Ausbauabschnitt von der Überführung über die DB-Strecke bis zur Anschlussstelle Kerpen wird Anfang 2016 fertiggestellt. Mit diesem letzten Abschnitt ist die A4 von Köln bis Aachen dann durchgehend 6-spurig ausgebaut.

[Foto: Anschlussstelle Elsdorf] Mit dem Wegfall der alten Trasse ist auch die Anschlussstelle "Buir" entfallen. Im Zuge der Verlegung der A4 sind zwei neue Anschlussstellen entstanden. Eine befindet sich bei Ellen und Merzenich mit Anbindung an die L264, die zweite bei Geilrath und Elsdorf mit Anbindung an die B477n.

Neben der Autobahn 4 wurden bereits die RWE-eigene "Hambachbahn" und die Bundesstraße B477n verlegt. Der Abriss und Neubau der Brücke über die DB-Strecke Köln-Aachen bei Kerpen-Sindorf wurde im Juli 2014 fertiggestellt.

Bürger- und Baubüro

Alle beteiligten Unternehmen tragen Sorge, dass Beeinträchtigungen und Belästigungen für Autofahrer und Bürger auf ein Mindestmaß reduziert werden. In Kerpen Buir wurde ein ortsnahes Bürger- und Baubüro "A4" eingerichtet. Hier konnten zu regelmäßig festgelegten Terminen Betroffene und Interessierte auftretende Probleme ansprechen und mit den Fachleuten von Straßen NRW nach Lösungen suchen.

Lärmschutz

Bei allen Maßnahmen des Straßenbaues steht im Vordergrund, die Belastungen für Mensch und Umwelt in möglichst engen Grenzen zu halten. So kommt auch dem Lärmschutz mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von über 21 Millionen Euro eine zentrale Bedeutung zu. Mehr als die Hälfte davon ist in das Lärmschutzvorhaben "Tieflage Buir" geflossen. Hier wird die A4 über mehrere Kilometer in einer bis zu zwölf Meter tiefen Schneise geführt, zusätzlich sind ein offenporiger Asphalt ("OPA") eingebaut und im Bereich von Buir - wie auch allen anderen betroffenen Ortsteilen - "aktive" Lärmschutzmaßnahmen in Form von Lärmschutzwänden oder -wällen errichtet worden.

Umwelt und Natur

Der Bau einer neuen Verkehrstrasse bedeutet immer auch eine Durchtrennung von Lebensbereichen für die Tierwelt. Insgesamt sieben Amphibienarten haben die Umweltfachleute hier feststellen können. Zahlreiche "Querungsmöglichkeiten" - zum Beispiel Amphibiendurchlässe und -leiteinrichtungen - sind im östlichen Trassenbereich in der Nähe des geschützten Gebietes "Steinheide" entstanden. Eine Besonderheit dabei ist eine 35 Meter breite "Grünbrücke", die den dort in großer Anzahl lebenden Amphibien, aber auch anderen Tieren, ein gefahrloses Überqueren der Autobahn ermöglicht.

Für die streng geschützten Fledermausarten wie die Bechsteinfledermaus sind - erstmalig an Autobahnen im Rheinland - "Fledermausüberflughilfen" im Westen bei Ellen und im Bereich des Waldgebietes Steinheide errichtet worden , die das Risiko einer Kollision der Tiere mit den Kraftfahrzeugen verringern sollen.