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Ausbau und Verlegung der A4n zwischen Düren und Kerpen

[Foto: Tagebau]Zwischen Düren und Kerpen durchquert die Autobahn 4 auf rund neun Kilometern das Abbaufeld des Kohletagbaues Hambach der RWE Power AG. Etwa 2017 wird der Tagebau die vorhandene Autobahntrasse erreichen und bergbaulich in Anspruch nehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt soll eine Ersatztrasse südlich des Tagebaugebietes entstehen.

Die benachbarten Autobahnabschnitte von Aachen bis Düren und von Kerpen bis Köln sind bereits weitgehend sechsstreifig ausgebaut. Auch der neue Abschnitt wird sechs Fahrstreifen statt bisher vier umfassen.

[Grafik: alte und neue A4]RWE Power und Straßen.NRW haben vereinbart, die Verlegung und den Ausbau der A4 im Abschnitt Düren - Kerpen als gemeinsame Maßnahme durchzuführen. Die Gesamtstrecke von 17,6 Kilometern dieser rund 153 Millionen Euro teuren Baumaßnahme teilt sich in drei Abschnitte auf:

  1. einen Ausbauabschnitt von der Anschlussstelle Düren bis zum Überführungsbauwerk der K2
  2. einen Verlegeabschnitt, in dem die Trasse südlich um das Abbaugebiet außerhalb der Sicherheitszone in enger Bündelung mit der DB-Strecke Köln-Aachen und der RWE-"Hambachbahn" geführt wird
  3. einen Ausbauabschnitt von der Überführung über die DB-Strecke nahe Kerpen-Sindorf bis zur Ansschlussstelle Kerpen

Mit dem Wegfall der alten Trasse entfällt auch die Anschlussstelle "Buir". Im Zuge der Verlegung der A4 sind zwei neue Anschlussstellen vorgesehen. Eine wird sich bei Ellen und Merzenich mit Anbindung an die L264 befinden, die zweite bei Geilrath und Elsdorf mit Anbindung an die B477n. Neben der Autobahn 4 müssen auch die RWE-eigene "Hambachbahn" und die Bundesstraße 477n verlegt werden.

Bürger- und Baubüro

Alle beteiligten Unternehmen tragen schon jetzt Sorge, dass Beeinträchtigungen und Belästigungen für Autofahrer und Bürger auf ein Mindestmaß reduziert werden. In Kerpen-Buir ist ein ortsnahes Bürger- und Baubüro "A4" eingerichtet, wo Betroffene und Interessierte eventuell auftretende Probleme ansprechen und gemeinsam mit den Fachleuten des Landesbetriebes Straßenbau NRW nach Lösungen suchen können:

Bürger- und Baubüro "A4"
An der Brennerei 37-45, 50170 Kerpen-Buir
Telefon 02275/91539-0
Sprechstunden dienstags von 16 bis 17 Uhr (zusätzliche Abendsprechstunden nach Bedarf)

Lärmschutz

Bei allen Maßnahmen des Straßenbaues steht im Vordergrund, die Belastungen für Mensch und Umwelt in möglichst engen Grenzen zu halten. So kommt auch dem Lärmschutz mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von über 21 Millionen Euro eine zentrale Bedeutung zu. Mehr als die Hälfte davon ist für das Lärmschutzvorhaben "Tieflage Buir" vorgesehen. Hier wird die A4 über mehrere Kilometer in einer bis zu zwölf Meter tiefen Schneise geführt, zusätzlich sind ein offenporiger Asphalt ("OPA") und im Bereich von Buir - wie auch allen anderen betroffenen Ortsteilen - "aktive" Lärmschutzmaßnahmen in Form von Lärmschutzwänden oder -wällen vorgesehen.

Umwelt und Natur

Der Bau einer neuen Verkehrstrasse bedeutet immer auch eine Durchtrennung von Lebensbereichen für die Tierwelt. Insgesamt sieben Amphibienarten haben die Umweltfachleute hier feststellen können. Zahlreiche "Querungsmöglichkeiten" - zum Beispiel Amphibiendurchlässe und -leiteinrichtungen - werden im östlichen Trassenbereich in der Nähe des geschützten Gebietes "Steinheide" entstehen. Eine Besonderheit dabei ist eine 35 Meter breite "Grünbrücke", die den dort in großer Anzahl lebenden Amphibien, aber auch anderen Tieren, ein gefahrloses Überqueren der Autobahn ermöglichen wird.

Für die streng geschützten Fledermausarten wie die Bechsteinfledermaus sind - erstmalig an Autobahnen im Rheinland - "Fledermausüberflughilfen" im Westen bei Ellen und im Bereich des Waldgebietes Steinheide vorgesehen, die das Risiko einer Kollision der Tiere mit den Kraftfahrzeugen verringern sollen.