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A30-Lückenschluss bei Bad Oeynhausen

[Foto: Durchgangsverkehr in Bad Oeynhausen] Die Autobahnumgehung von Bad Oeynhausen schließt eine Lücke für die Autofahrer, die von Osnabrück aus über die A30 kommen und in Richtung Hannover zur A2 möchten. Das Teilstück komplettiert die Ost-West-Achse von den Niederlanden nach Berlin.

Zur Zeit zwängen sich täglich bis zu 50.000 Autos durch Bad Oeynhausen und vermengen sich mit dem innerstädtischen Verkehr. Zahlreiche Unfälle sind die Folge - in den zurückliegenden acht Jahren hat es auf der B61 in Bad Oeynhausen über 1.600 Mal gekracht, trotz einer neuen Ampelsystematik (1994) und einer Stauwarnanlage am Ende der A30 (1995). Die Autobahnumgehung soll die Unfallzahlen deutlich senken.

[Modellfoto]Der Plan zur nördlichen Umgehung der Stadt Bad Oeynhausen sieht einen 9,5 Kilometer langen Autobahnabschnitt mit vier Fahrstreifen vor. Dazu gehören der Umbau des Autobahnkreuzes in Löhne, der Neubau von drei Anschlussstellen, 28 Brücken und einem Tunnel.

Mit der neuen Strecke kann die Fahrzeit für PKW zwischen den Autobahnkreuzen Löhne und Bad Oeynhausen auf weniger als sechs Minuten reduziert werden. Der Durchgangsverkehr in Bad Oeynhausen wird halbiert.

Für die Anwohner sind umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen geplant: Neben einer großzügigen Tieflage der Trasse sollen über 12.800 Quadratmeter Lärmschutzwände und Erdwälle von rund 120.000 Quadratmetern vor Verkehrslärm schützen.

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Projektstand Februar 2016

[Grafik: Projektstand Jnuar 2014]

Projektdaten

  • 9521 Meter Autobahn (A30)
  • 1939 Meter Bundesstraße (B61)
  • fast 10 Kilometer untergeordneter Straßenbau
  • 26 Brücken
  • 450 Meter Tunnel
  • 1,8 Kilometer Lärmschutzwände
  • 3,7 Kilometer Lärmschutzwälle
  • 1,2 Kilometer Wand-/Wallkombinationen
  • 4,5 Kilometer Einschnitt als aktiver Lärmschutz
  • ca. 120 Hektar Ausgleichsflächen
  • ca. 7 Kilometer naturnaher Gewässerausbau

Laufendes Baugeschehen:

  • Landschaftsbau: Bepflanzung Ausgleichs- und Gestaltungsflächen
  • Lärmschutzwände WL 09 bis 11: Baubeginn erfolgte
  • Lärmschutzwände WL 01 bis 04: Baubeginn in Kürze
  • Arbeiten für den 4. Bauabschnitt und Anschluss Rehme A2/A30 vergeben

Fertig gestellt:

  • Bauwerk 4 Schrägseilbrücke über die Werre in Löhne
  • Bauwerk 5 Börstelstraße über A30
  • Bauwerk 6 Gewässer- und Kleintierdurchlass
  • Bauwerk 8 Gewässerdurchlass/Ostscheider Bach
  • Bauwerk 9 Werster Straße
  • Bauwerk 11 Werster Siek
  • Bauwerk 10 Werster Heide über A 30
  • Bauwerk 12 Bergkirchener Straße über A 30
  • Bauwerk 14 Stüher Str. über A30
  • Bauwerk 15 Eidinghausener Str. über A30
  • Bauwerk 16 Wöhrener Straße (Kaarbachunterführung)
  • Bauwerk 17 L772 über Flutgraben
  • Bauwerk 18 A30 über verlegten Kaarbach
  • Bauwerk 19 Mönnichhusen (Kaarbachunterführung)
  • Bauwerk 20.1 Geh-/Radwegbrücke Am Flutgraben
  • Bauwerk 21 Im Meerbruch über A30
  • Bauwerk 22 A30 über B61n
  • Bauwerk 23 Wirtschaftsweg Am Steinkamp / B61n
  • Bauwerk 24 Kleintierdurchlass
  • Bauwerk 25 B61/Dehmer Meierbach
  • Bauwerk 25a Alter Postweg/ Dehmer Meierbach
  • Bauwerk 26 Geh-/Radwegbrücke Alter Postweg über A30
  • Bauwerk 28 Tunnel Hahnenkamp
  • Bauwerk 29 Schrägseilbrücke über die Werre in Bad Oeynhausen
  • Lärmschutzwand 7 Eidinghausener Str.
  • 1. Bauabschnitt Strecke mit Anschlussstelle (AS) und L772, Gemeindestraßen, Gewässer
  • 2. Bauabschnitt Strecke (1,4 km) inkl. AS B61n (2 km) inkl. Knoten Dehmer Str/B61n,
  • Gewässerbau Wulferdingser Bach
  • 4 Regenklärbecken
  • Streckenbau BA 3
  • Betriebstechnik im Hahnenkamptunnel
  • Lärmschutzwände WL 06 bis 08

Insgesamt sind 23 Brücken, der Hahnenkamptunnel und 3 Streckenbauabschnitte mit den Anschlussstellen Bad Oeynhausen-Nord und Eidinghausen sowie 1,9 Kilometer B61n fertig gestellt. Rund 145 Millionen Euro Baumittel sind bereits investiert.

Meilensteine

  • Planfeststellungsbeschluss der Bez. Reg. Detmold: 02.01.07
  • Rechtskraft durch Urteil BVerwG Leipzig: 09.07.08
  • 1. Spatenstich A30: 22.10.08
  • Baubeginn der Bauwerke B61n: 01.06.09
  • Fertigstellung B61n: 14.05.12

Hintergrund

Die Planung zur Autobahnumgehung Bad Oeynhausen hat eine lange Vorgeschichte. Seit 1965 arbeiten die Straßenbauexperten an dem Thema. Seit März 2001 beschäftigt sich die Bezirksregierung Detmold als Anhörungsbehörde mit der neuen Straße. Die aktuelle Planung wurde 2001 zum ersten Mal öffentlich ausgelegt.

Vom 10.2. bis zum 14.3.2003 erörterte die Bezirksregierung mehr als 1400 Einwendungen. Als Ergebnis der Erörterung waren weitere Gutachten, Expertisen und Untersuchungen durchzuführen. Unter anderem wurde das Verkehrsgutachten fortgeschrieben, Lärm- und Schadstoffgutachten überarbeitet und auf den neuesten Stand der Technik und der europäischen Rechtsprechung gebracht.

Anfang November 2005 hat die Bezirksregierung Detmold in ihrem Abschlussbericht an das Landesverkehrsministerium vorgeschlagen, den Planfeststellungsbeschluss zum Bau der Nordumgehung zu erlassen, da diese Lösung aus verkehrlichen Gründen erforderlich und für das öffentliche Wohl für unverzichtbar sei.

Der Planfeststellungsbeschluss wurde beklagt. Über die Klagen entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 9. Juli 2008. Die Klagen wurden abgewiesen. Im Herbst 2008 wurde mit dem Bau der A30 begonnen.