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A3: Neubau der Grünbrücke bei Königsforst

[Foto: Baustelle der Grünbrücke]Seit September 2010 baut der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen im Auftrag des Bundes eine neue Grünbrücke an der A3 bei Köln Königsforst. Grünbrücken (auch "Wildbrücken") erlauben es Tieren, Straßen ohne Gefahr für sich und die Autofahrer zu überqueren. Besonders größere Säugetiere nutzen solche Bauwerke. Aber auch weniger seltene und kleinere Arten wie Reh oder Dachs profitieren von den Querungshilfen. Gleichzeitig erhöht die Grünbrücke auch die Verkehrssicherheit, weil sie Wildunfälle reduzieren hilft.

Knapp 80 Meter breit überspannt die neuen Brücke die mit rund 81.000 Autos am Tag befahrene Autobahn. Die Tiere sollen künftig wieder ungehindert zwischen der Wahner Heide und dem Königsforst, zwei Naturschutzgebieten von europäischem Rang, wechseln können. Das war bis zur Mitte der 1930er Jahre möglich als die Autobahn gebaut wurde.

Die A3-Grünbrücke kann jedoch die beiden Schutzgebiete nicht allein verbinden. Daher unterstützt sie eine zweite an der mit rund 16.000 Fahrzeugen am Tag befahrene Landesstraße 284, die aus EU-Mitteln finanziert wird. Deren Bau soll vom Herbst 2011 bis zum Sommer 2013 dauern.

[Karte: Lage der Grünbrücken]Beide Grünbrücken, die zusammen circa acht Millionen Euro kosten werden, gleichen sich wie Zwillinge. Einziger Unterschied ist die Breite der Straßen, die sie überführen. Die Autobahn ist mit rund 35 Metern etwa dreimal so breit wie die Landesstraße. Beide Brücken werden bepflanzt und seitlich von einem so genannten Irritationsschutz eingefasst. Dadurch sind Autofahrer und Tiere abgeschottet und werden nicht voneinander abgelenkt.

Ausgelegt ist das Grünbrückenduo zunächst auf die Bedürfnisse von Rotwild. Durch gezielte Ergänzungen wird auch den Ansprüchen der kleineren Tiere, seien es nun Säugetiere oder Reptilien, Genüge getan. Zwischen beiden Grünbrücken entsteht ein etwa 400 Meter langer, von einem Zaun umschlossener Verbindungskorridor. Wie auch die Brücken ist dieser künftig für Erholungssuchende tabu.

Während der Bauzeit ist die Geschwindigkeit in den Brückenbaustellen begrenzt. Wenn die Fertigteile für die Brückenüberbauten montiert werden, gibt es einzelne Straßensperrungen. Für die A3 wird dies Mitte 2011 der Fall sein und für die L284, die Rösrather Straße, rund ein Jahr später. Die Autofahrer haben trotzdem auch Nutzen von den Grünbrücken: Jedes Tier, das über die Grünbrücken geht, kann keinen Wildunfall mehr verursachen. Die Experten sind zuversichtlich, dass die Brücken angenommen werden, denn sie liegen auf einer alten Wild-Wanderroute.


Hintergrund

Im Rahmen des Konjunkturpakets II hat die Bundesregierung auch zusätzliche Haushaltsmittel für das "Programm zur Wiedervernetzung von Lebensräumen" bereitgestellt. In Nordrhein-Westfalen entstehen damit vier Grünbrücken über bestehende Straßen des Bundes:

  • A1 zwischen Nettersheim und Blankenheim
  • A3 bei Köln-Königsforst
  • A31 bei Dorsten-Schermbeck
  • B64 bei Bad Driburg

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