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Pressemitteilung vom 09.02.2018

Weltmeister im Schneeschieben gesucht

Gelsenkirchen (straßen.nrw). Noch rollen sie in diesen kalten Tagen mit ihrem Streufahrzeug zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund/Unna und Bergkamen über die A1, in der nächsten Woche sind Tim Petermann (46) und Reiner Dunker (45) nicht mehr ganz so zügig unterwegs. Dann ist Präzision gefragt, wenn es darum geht, das mit einer Räumbreite von 6,50 Metern ausgerüstete Winterdienst-Fahrzeug "auf den Punkt" zu manövrieren. Die beiden Mitarbeiter der Straßen.NRW-Autobahnmeisterei Kamen trainieren für die Schneepflug-Weltmeisterschaft, die in diesem Jahr im polnischen Danzig stattfindet. Vom 20. bis 23. Februar treffen sich dort Winterdienstexperten aus der ganzen Welt zum 15. Internationalen Winterdienstkongress. Alle vier Jahre geht es dabei um Themen wie Winterdienstmanagement, neue Technik oder auch die Auswirkungen des Klimawandels auf den Winterdienst. Und bereits zum dritten Mal wird parallel zum Kongress eine Weltmeisterschaft für Schneepflugfahrer ausgerichtet. Der Ennepetaler Tim Petermann und Reiner Dunker aus Bergkamen haben sich qualifiziert.

Bereits im September 2017 wurden nach Ausscheidungskämpfen in mehreren Bundesländern in Brandenburg die Deutschen Meister im Schneepflugfahren ermittelt. Acht Teams aus NRW, Berlin, Baden Württemberg, Berlin, Hessen und Brandenburg kämpften um den Titel. Tim Petermann und Reiner Dunker sicherten sich dabei mit einem dritten Platz die Tickets für die WM in Danzig. "Leider kann dort aber nur einer von uns starten", sagt Petermann. Das wird sein Kollege Reiner Dunker sein - er ist gelernter Kraftfahrer. Tim Petermann, ausgebildeter Betriebsschlosser, übernimmt die Rolle des Coachs. Im Januar haben die beiden diese Zusammenarbeit schon im Trainingscamp in Brandenburg ausprobieren können, die Feinabstimmung steht nun in der kommenden Woche an. "Dann werden wir uns hier in Kamen noch einmal intensiv auf den Parcours vorbereiten", sagt Petermann. Zumindest auf dem Papier können die Pflug-Profis schon jetzt sehen, was sie erwartet. "Wir haben eine Übersicht über den WM-Parcours bekommen, mit der wir trainieren", sagt "Coach" Petermann.

Am Mittwoch, 21. Februar, kann Reiner Dunker dann in Danzig testen, ob die Übungsfahrten in Kamen ausgereicht haben. Als zweiter von 21 Startern darf der Mann aus Bergkamen auf die Strecke, gerade einmal zehn Minuten hat jeder Fahrer Zeit, sich auf den Parcours einzustellen. Beim Training hat Dunker seinen Kollegen Petermann noch an der Seite, im Wettkampf muss er dann allein ins Führerhaus seines Räumfahrzeugs steigen. Apropos: In Danzig sitzen alle WM-Teilnehmer am Steuer eines DAF. "Wir fahren in der Regel Unimog oder Iveco", sagt Ingo Meyer, Leiter der Straßen.NRW-Autobahnmeisterei Kamen. Bei Schaltung und Hydraulik müssten sich die Kollegen da schon umstellen. Im Brandenburger Trainingslager, in dem alle acht deutschen Teilnehmer zusammenkamen, hat sich Reiner Dunker zumindest ein wenig auf das unbekannte Fahrzeug einstellen können. Beim Trainingslauf in Danzig gibt es kurz vor dem Wettkampf die zweite Gelegenheit.

So wie bei den deutschen Wintersportlern, die zeitgleich in Pyeongchang um olympische Medaillen kämpfen, geht es auch bei der Schneepflug-WM nach dem freien Training in die Qualifikation. Um 10.10 Uhr heißt es am Donnerstag, 22. Februar, für die Kollegen in Hamm "Daumen drücken", dann muss Reiner Dunker ein erstes Mal auf die Strecke. Am Nachmittag steht dann die Entscheidung um den WM-Titel an. Gerade einmal fünf Minuten hat der Straßen-NRW-Mann Zeit, doch die gilt es natürlich zu unterbieten. Denn immerhin zu 20 Prozent zählt auch die Geschwindigkeit für die Platzierung. Das Hauptaugenmerk der Jury liegt aber auf den Fertigkeiten der Fahrer, unterschiedliche Aufgaben zu bewältigen: ein Slalom steht an, vorwärts wie rückwärts, Pylone müssen punktgenau verschoben und das Schneeschild zwischen zwei Linien abgesetzt werden. Und auch wenn es im Alltag im Winterdienst "meist geradeaus geht", wie Ingo Meyer sagt, auf dem Rastplatz oder in der Abfahrt müssen die Straßen.NRW-Mitarbeiter genau diese Fähigkeiten zeigen. Und wer weiß: Vielleicht räumt den nächsten Schnee auf der A1 ja ein Weltmeister.

Hinweis an die Redaktionen: Falls Sie im Vorfeld das Training (ab 14.2.) besuchen möchten, können Sie gerne einen Termin abstimmen. Im Nachgang zur Weltmeisterschaft im Schneepflugfahren (Snow Plough Competition) am 22. Februar bieten wir Ihnen zeitnah eine Berichterstattung mit Foto und Video an.

Pressekontakt: Susanne Schlenga, Telefon 0209-3808-333