L269n: Bau der Ortsumgehung Niederkassel

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Rhein-Berg plant mit der L269n in Niederkassel eine neue, leistungsfähige Ortsumgehung. Die derzeitige L269 führt durch die Ortsteile Mondorf und Rheidt und somit in weiten Teilen durch Niederkasseler Wohngebiet. Durch den Neubau der L269n als Ortsumgehung verlagert sich schätzungsweise 50 Prozent (bis zu 7000 Kfz/Tag) des Verkehrsaufkommens. Damit reduzieren sich die Belastungen durch Verkehrslärm und Schadstoffe erheblich. Neben der Entlastung des Niederkasseler Stadtkerns wird die L269n eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen Köln und Bonn und zum überregionalen Straßennetz, insbesondere der B8 und der A59, übernehmen. Die Fahrzeit für den Durchgangsverkehr verkürzt sich somit deutlich.

Die genehmigten Kosten für die Gesamtstrecke belaufen sich auf etwa 12,017 Millionen Euro.

Luftbildkarte Gesamtmaßnahme

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1. Bauabschnitt
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Die Bauarbeiten für den nördlichen Streckenabschnitt von der Marktstraße bis zur Südstraße sollen im Herbst 2020 beginnen und voraussichtlich ein Jahr dauern. Beide Seiten enden jeweils in einem Kreisverkehr. Für den landwirtschaftlichen Verkehr wird an der Bahnhofstraße eine Brücke errichtet, um eine Überführung über die L269n zu ermöglichen. Die Strecke beträgt ca. 1,5 Kilometer.

Bauablaufphasen:

  • Bau des Bauwerks Nr. 1
  • Bau der Strecke zwischen Bau-km 33+305 und 34+260 (Südstraße)
  • Bau der Wendeanlagen
  • Bau des Kreisverkehrs am Knotenpunkt L269n/Südstraße
  • Bau der Strecke zwischen Bau-km 32+978 (Marktstraße) und 33+305
  • Bau des Kreisverkehrs am Knotenpunkt L269n/Marktstraße
Luftbildkarte 1. Bauabschnitt
Luftbildkarte 1. Bauabschnitt
2. Bauabschnitt
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Mit dem zweiten Bauabschnitt wird eine Verbindung von der Südstraße zur Rheinstraße (L332) geschaffen. Die Straße verläuft dann in einer geraden Linie vom Sportpark zwischen dem Mondorfer See und dem Gewerbegebiet entlang. Die Strecke beträgt ebenfalls ca. 1,5 Kilometer. Das Gewerbegebiet erhält mit einem Kreisverkehr eine Anbindung an die Rudolf-Diesel-Straße. Nach einem Kurvenverlauf schließt die L269n dann, ebenfalls mit einem Kreisverkehr, an die L332 an. Die dortige Industriebahn wird dabei in den Kreisverkehr integriert. Fußgänger und Radfahrer können zukünftig einen gemeinsamen Geh- und Radweg neben dem Kreisverkehr nutzen.

Straßen.NRW baut in diesem Abschnitt zudem zwei Unterführungen als Querungsmöglichkeiten.

Der Bau des zweiten Bauabschnitts dauert voraussichtlich etwa ein Jahr. Der Baubeginn kann aufgrund laufender Gerichtsprozesse derzeit nicht abschließend benannt werden.

Bauablaufphasen:

  • Bau der Bauwerke Nr. 2 und 3
  • Bau der Strecke zwischen Bau-km 34+320 (Südstraße) und 35+058 (Rudolf-Diesel-Straße)
  • Bau des Kreisverkehrs am Knotenpunkt L269n/Rudolf-Diesel-Straße
  • Bau der Strecke zwischen Bau-km 35+110 (Rudolf-Diesel-Straße) und 35+770 (L332 Rheinstraße)
  • Bau des Kreisverkehrs am Knotenpunkt L269n/L332/Industriebahn
3. Bauabschnitt
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Im dritten und letzten Abschnitt verläuft die L269n in einem großen Bogen über die Lerchenstraße. Die Strecke beträgt etwa 500 Meter. Mit Hilfe einer Ampelanlage erfolgt der Anschluss an die bestehende L269 (Rheidter Straße). An diesem Knotenpunkt entsteht zudem eine Unterführung für Fußgänger, Radfahrer und Pferdeführende, sodass diese ohne Wartezeit auf die andere Straßenseite gelangen können.

Ein entlang der Straße verlaufender gemeinsamer Geh- und Radweg sorgt für eine durchgehende Verbindung entlang der Rheidter Straße und eine Verbindung in nordöstliche Richtung, beispielsweise nach Troisdorf-Eschmar. Der Bau des dritten Bauabschnitts dauert voraussichtlich ein Jahr und folgt im Anschluss an den zweiten Bauabschnitt. Der Baubeginn kann aufgrund laufender Gerichtsprozesse derzeit nicht abschließend benannt werden.

Bauablaufphasen:

  • Bau des Bauwerks Nr. 4
  • Bau der Strecke zwischen Bau-km 35+837 (L332 Rheinstraße) und 36+346,188 (Anschluss an L269)
  • Ertüchtigung von Wirtschaftswegen und Bau einer Wendeanlage westlich des Sportplatzes der Stadt Niederkassel
Landespflegerische Maßnahmen
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Der Neubau einer Straße verursacht Eingriffe in Natur und Landschaft. Auch bereits gefährdeten Tiere und Pflanzen können beeinträchtigt werden.

Mit einem Landschaftspflegerischen Begleitplan (LBP) und einer Artenschutzprüfung (ASP) wurde daher schon im Vorfeld untersucht, ob und welche Auswirkungen das Projekt L269n haben kann. Geeignete Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass diese Beeinträchtigungen so gering wie möglich ausfallen.

Ausgleichsmaßnahmen: Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes durch den Bau der L269n werden überwiegend durch die Extensivierung von landwirtschaftlichen Nutzflächen kompensiert. So soll erreicht werden, dass neue Lebensräume, sogenannte Offenlandbiotope, für wild lebende Tiere und Pflanzen entstehen oder in einen günstigen Zustand entwickelt werden.

Geplant sind rund 12 ha Kompensationsmaßnahmen. 2 ha sind als vorgezogenen Maßnahmen des Artenschutzes erforderlich und können innerhalb des Gesamtkonzeptes umgesetzt werden. So wurden bereits in 2019 Saumstrukturen und Brachestreifen für die Feldvogelarten Rebhuhn, Feldlerche und Kiebitz angelegt. Insgesamt 8,5 ha der Ausgleichsflächen setzen eine dauerhafte landwirtschaftliche Nutzung voraus und können als produktionsintegrierte Kompensations­maßnahmen umgesetzt werden. Diese Maßnahmen sind grundsätzlich räumlich flexibel und werden gemeinsam mit den Landwirten vor Ort festgelegt und umgesetzt.

Kleintierleiteinrichtungen: An der L269n werden künftig zwischen der Station 34+000 und 35+530 (bis zum Bauwerk Nr. 3) auf beiden Seiten der Straße Kleintierleiteinrichtungen angelegt. Diese werden mit sieben Durchlässen verbunden, sodass Kleintiere an diesen Stellen die L269n gefahrlos unterqueren können.

Überflughilfen: Zum Schutz von Fledermäusen und Vögeln werden in verschiedenen Bereichen an der L269n Bäume oder Sträucher gepflanzt, die als Überflughilfen dienen. Durch ihre Barrierewirkung werden Vögel und Fledermäuse hoch genug über die Straße geführt, sodass sie nicht in Gefahr geraten, mit dem Straßenverkehr zu kollidieren. Hierzu werden an der Südstraße, kurz vor dem Kreisverkehr, auf beiden Seiten jeweils vier Bäume gepflanzt, die große Baumkronen ausbilden. Zwischen den Bauwerken Nr. 2 und Nr. 3 werden durchgehende Gehölzkulissen auf beiden Seiten der Straße angelegt. Mithilfe von gezielten Pflanzungen an den Bauwerken, werden die Arten zu den Querungsmöglichkeiten hingeleitet.

Ausgleichsmaßnahme
Ausgleichsmaßnahme - Blumenwiese
Projekthistorie
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  • 6. November 2017: Erlass des Planfeststellungsbeschlusses
  • 19. April 2018: Beantragung der sofortigen Vollziehung für den 1. Bauabschnitt zwischen Marktstraße und Südstraße
  • 22. Mai 2018: Anordnung der sofortigen Vollziehung durch die Bezirksregierung Köln
  • 2018: Beginn der Ausführungsplanung
    Beginn der Umsetzung von vorlaufenden CEF-Maßnahmen (Maßnahmen für die dauerhafte ökologische Funktion)
  • Januar 2020 – Juni 2020: Baufeldfreimachung und Kampfmittelsondierung
Videos
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YouTube-Video: Überflug