Ausgleichsmaßnahme im Monheimer Rheinbogen

Für den Neubau der Leverkusener Rheinbrücke wird eine Ausgleichsmaßnahme im Monheimer Rheinbogen umgesetzt. Es handelt sich dabei um die Erweiterung einer Flutmulde, die bei Hochwasser als Retentionsraum das zusätzliche Wasser aufnehmen kann, dass durch die zukünftig größeren Pfeiler der neuen Rheinbrücke an anderer Stelle verdrängt wird. Die Arbeiten an dieser Ausgleichsmaßnahme dauern von Anfang August voraussichtlich bis Anfang Oktober 2019.

Wozu dient die Maßnahme?

Eine Karte der Ausgleichmaßnahme am Monheimer Rheinbogen

Durch den Neubau der Rheinbrücke Leverkusen gehen im Rheinvorland in Köln-Merkenich und Leverkusen ca. 18.500 Kubikmeter Retentionsvolumen verloren. Dies liegt in erster Linie an der größeren Wasserverdrängung der zukünftigen Brückenpfeiler, die deutlich größer als die bisherigen sind. Durch die sogenannte Eingriffsregelung im Bundesnaturschutzgesetz ist sichergestellt, dass dieser Eingriff adäquat möglichst nah ausgeglichen wird. Unmittelbar an der Rheinbrücke ermöglichen die angrenzenden Flächennutzungen keine entsprechende Ausgleichsmaßnahme.

Flussabwärts am Monheimer Rheinbogen sind hierfür jedoch geeignete Flächen vorhanden. An einer bestehenden, als Grünland genutzten Flutmulde kann durch Abgraben der Talflanken das erforderliche Volumen bereitgestellt werden. An der bestehenden Flutmulde wird ein Volumen von ca. 19.000 Kubikmetern abgetragen, das den Retentionsraum erweitert. Die Abgrabung beinhaltet nicht den Oberboden und erfolgt so, dass bei abklingendem Hochwasser das Wasser zum heute bereits vorhandenen Flutmuldenmittelpunkt fließt.

Umweltverträglichkeit der Maßnahme

Die Erweiterung des Überflutungsgebiets wird umweltverträglich gestaltet. Nach der Vertiefung der Flutmulde werden die Flächen wieder begrünt. Dies geschieht mithilfe eines speziellen Verfahrens, bei dem geschnittenes Gras von benachbarten Wiesen auf die Böden aufgebracht wird. Das Heu enthält zahlreiche Samen von Gräsern und Kräutern, die im Boden ansetzen und keimen. Es bildet zudem eine schützende Schicht für die aufkeimenden Wiesenarten. Auf diese Weise können die vorhandenen Eigenschaften der Fläche und ihre Bodenfunktion wiederhergestellt werden.

Einschränkungen während des Baus

Die Umleitungen während der Arbeiten am Monheimer Rheinbogen

Die Erdarbeiten für diese Ausgleichsmaßnahme beginnen Mitte August 2019. Bereits Ende Juli 2019 werden die hierfür benötigten Wege vorbereitet, indem Bäume und Sträucher entlang der Wege zurückgeschnitten und einige Fahrbahnbereiche befestigt werden. Es handelt sich dabei ausschließlich um Wege innerhalb des Rheinbogens. Für die Erdarbeiten werden die Wege dann ab dem 15. August 2019 zur Benutzung gesperrt.

Da hier während der Arbeiten ein hohes Verkehrsaufkommen durch LKW herrscht, ist die Sperrung für den Freizeitverkehr unumgänglich. In Abstimmung zwischen der Stadt Monheim am Rhein, den Eigentümern der Flächen und Straßen.NRW wurde ein Verkehrskonzept abgestimmt, das die Eingriffe für die Eigentümer und für die Natur möglichst gering hält und gleichzeitig Gefährdungen für Fußgänger, Radfahrer und Reiter im Rheinbogen minimiert. Die in der Grafik rot markierten Wege sind gesperrt. Umleitungen über den Deich sind entsprechend ausgeschildert.

Die Sperrungen werden nach Abschluss der Erdarbeiten und anschließend eventuell notwendigen Reparaturen der Wege voraussichtlich Anfang Oktober 2019 wieder aufgehoben.