A59: Grundhafte Instandsetzung zwischen Düsseldorf-Süd und Monheim-Süd

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Rhein-Berg plant eine grundhafte Instandsetzung der A59 zwischen Düsseldorf und Monheim. Der betroffene Teilabschnitt der A59 zwischen dem Autobahndreieck (AD) Düsseldorf-Süd und Monheim-Süd verläuft rechtsrheinisch und ist über die A 46 an das Düsseldorfer Stadtgebiet und das bergische Land angebunden. Auf Höhe des AD Monheim-Süd ist die A59 durch die A542 mit der parallel verlaufenden A3 verknüpft. Im Süden trifft die A59 auf die A1 und damit auf den Kölner Ring. Der A59 kommt insbesondere durch die Verflechtung mit dem transeuropäischen Netz und der untergeordneten Straßennetze eine hohe regionale Bedeutung zu.

Auf der rund zwölf Kilometer langen Strecke sollen die Fahrbahn komplett erneuert, Brücken und Lärmschutzwände instandgesetzt und die Straßenausstattung auf den neusten Stand der Technik gebracht werden.

Baubeginn: ab 2023
Geschätzte Bauzeit: 4-5 Jahre.

Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick über die gesamte Maßnahme.

Bestand
öffnen

Die A 59 zwischen dem AD Düsseldorf-Süd und dem AD Monheim-Süd wurde als Ersatzbundesstraße EB 8 zur Entlastung der Bundesstraße B 8 Mitte der Siebziger freigegeben.

Die Autobahn ist im betroffenen Bereich vierstreifig zuzüglich Standstreifen ausgebaut. Die derzeitige Fahrbahn ist als Betonfahrbahn ausgebildet.

Seit den siebziger Jahren ist auf diesem Streckenabschnitt nicht mehr viel passiert. Es haben lediglich punktuelle Reparaturarbeiten, Instandsetzungen und Ausbesserungen stattgefunden.

Die alte Betonfahrbahn ist den heutigen Belastungen nicht mehr gewachsen. Nicht nur die zunehmende Belastung durch den Kfz-Verkehr, auch die heißen Sommer machen der alten Fahrbahn zu schaffen.

Die Verkehrsbelastung liegt bei rund 50.000 Kraftfahrzeugen pro Tag. Der Anteil des Schwerverkehrs liegt bei fünf bis sechs Prozent.

Querschnitt im Bestand
Instandsetzung der Fahrbahn
öffnen

Die Fahrbahn soll in beide Fahrtrichtungen und in den Ein- und Ausfahrbereichen der Anschlussstellen instandgesetzt werden. Die alte Betonfahrbahn einschließlich der darunterliegenden stabilisierenden Schichten wird durch einen entsprechenden Asphaltaufbau ausgetauscht.

Hierbei kommen die Vorteile einer Asphaltbauweise gegenüber einer Betonbauweise zum Tragen:
Asphalt lässt sich schneller und kostengünstiger einbauen. Da Asphalt außerdem schneller erhärtet als Beton und dadurch früher befahrbar ist, können deutlich geringere Einbauzeiten realisiert werden. Zudem ermöglicht Asphalt die Herstellung einer geräuschärmeren Straßendecke.

Querschnitt nach Erneuerung
Querschnitt nach Erneuerung
Instandsetzung der Lärmschutzanlagen und Lärmschutz
öffnen

Die vorhandenen Lärmschutzwände werden aufgrund ihres Alterns durch neue, hochabsorbierende Lärmschutzwände ersetzt.

Im Zuge der Baumaßnahme ist zudem der Einbau eines lärmmindernden Fahrbahnbelags geplant, der eine Lärmminderung von 2 dB(A) bewirkt.

Im Zuge der Planungen wurde eine lärmtechnische Untersuchung durchgeführt. Die maßgebenden Werte für eine Lärmsanierung wurden nicht überschritten, so dass im Ergebnis die Abmessungen der vorhandenen Lärmschutzanlagen ausreichend und ein Neubau weiterer Lärmschutzanlagen oder eine Erhöhung sowie Verlängerung der bestehenden Lärmschutzanlagen nicht möglich ist.

Unterschied Lärmsanierung und Lärmvorsorge

Anders als bei Neu- und Ausbaumaßnahmen handelt es sich bei dieser Maßnahme um eine Instandsetzung des Bestandes. Für Lärmschutzmaßnahmen an bestehenden Straßen gilt die sogenannte Lärmsanierung. Diese ist, anders als bei der Lärmvorsorge im Zuge von Neu- und Ausbaumaßnahmen, nicht gesetzlich geregelt. Sie wird lediglich als freiwillige Leistung des Bundes auf der Grundlage haushaltsrechtlicher Regelungen gewährt. Die Regelungen zu diesem Verfahrensablauf ergeben sich aus den Richtlinien für den Verkehrslärmschutz an Bundesfernstraßen in der Baulast des Bundes – VLärmSchR-97 in Verbindung mit den Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen – Ausgabe 1990 (RLS-90).

Zur Überprüfung, ob die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen, wird eine lärmtechnische Untersuchung auf der Grundlage der Verkehrslärmschutzrichtlinie (VLärmSchR97) durchgeführt. Eine der Grundvoraussetzungen ist, dass der errechnete Beurteilungspegel den maßgeblichen Immissionswert der Lärmsanierung in Abhängigkeit von der Gebietskategorie überschreiten muss. Zur Einschätzung der Lärmsituation werden die Beurteilungspegel mit dem aktuellen Verkehrsaufkommen nach dem in den RLS-90 vorgeschriebenen Verfahren berechnet und den festgelegten Immissionswerten gegenübergestellt. Lärmmessungen sind im Zuge der lärmtechnischen Beurteilung nicht zulässig.

Lärmsanierung

Lärmvorsorge

Projektablauf
öffnen

Der zeitliche Ablauf für die grundhafte Erneuerung der A 59 ist in folgende Schritte gegliedert:

Die Planungen wurden bereits im Jahr 2016 aufgenommen. Zu dieser Zeit erfolgten im Zuge einer ersten Grundlagenermittlung Gutachten zum Fahrbahnzustand, Abfragen zum Umfang der notwendigen Arbeiten und Vermessungen.

Nach Herausarbeiten der maßgeblichen Randbedingungen des Projekts konnte im Frühjahr 2019 ein externes Büro mit den Planungen beauftragt werden.

Derzeit befindet sich das Projekt in der Endphase der Entwurfsplanung (Stand: 1. Quartal 2020).

Im nächsten Schritt sollen ab Sommer 2020 Genehmigungs- und Ausführungsplanung erfolgen.

Der Baubeginn soll voraussichtlich 2023 erfolgen. Es wird mit einer Bauzeit von rund vier bis fünf Jahren gerechnet.

Bauphasen und Verkehrsführung
öffnen

Aufgrund der Länge des Streckenabschnitts wird dieser in mehrere Bauabschnitte unterteilt.

Eine Aufrechterhaltung aller Fahrstreifen während der Bauzeit wird aufgrund der geringen Fahrbahnbreite und den statischen Zwängen aus den Brückenbauwerken nicht möglich sein.

Straßen.NRW plant daher aktuell für die Hauptphasen eine 2+0-Verkehrsführung mit einer einseitigen Richtungssperrung. Das bedeutet, dass nur ein Fahrstreifen je Fahrtrichtung zusammen auf einer Fahrbahnseite der Autobahn zur Verfügung stehen wird. Für einzelne Zwischenbauphasen wird die Richtungsfahrbahn für eine weitere Fahrspur geöffnet werden.

Um für die betroffenen Pendler die Einschränkungen bestmöglich zu reduzieren, wird in Zusammenarbeit mit den Kommunen, den Verkehrsbehörden und der Verkehrszentrale des Landesbetriebs nach effizienten Lösungen gesucht.