A52: Sechsstreifiger Ausbau zwischen Autobahnkreuz Breitscheid und Anschlussstelle Essen-Rüttenscheid

Foto A52

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr plant den sechsstreifigen Ausbau der A52 zwischen dem Autobahnkreuz Breitscheid und der Anschlussstelle Essen-Rüttenscheid.

Die A52 ist mit ca. 80.000 Kraftfahrzeuge pro Tag, davon ca. fünf Prozent Schwerverkehrsanteil sehr hoch belastet. Schon heute kommt es hierdurch regelmäßig zu starken Stauerscheinungen. Diese treten vor allem in den Spitzenstunden am Morgen und am Nachmittag auf.

Um die Staus in Zukunft zu verhindern, wird die A52 leistungsfähiger gemacht, indem sie sechsstreifig ausgebaut wird. Dadurch wird sie für die Zukunft als eine dauerhafte und leistungsfähige Verbindung im nordrhein-westfälischen Autobahnnetz zur Verfügung stehen.

Am 11. Juli 2019 fand für alle Interessierten eine erste Bürgerinformationsveranstaltung zum sechsstreifigen Ausbau der A52 in Mülheim statt.

Das Projekt
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Der sechsstreifige Ausbau der A52 zwischen dem Autobahnkreuz Breitscheid und der Anschlussstelle Essen-Rüttenscheid ist neu in den „Vordringlichen Bedarf - Engpassbeseitigung“ des Bundesverkehrswegeplanes 2030 aufgenommen worden.

Abb. : Geplante Gesamt-Ausbaustrecke der A52 zwischen dem AK Breitscheid und der AS Essen-
Abb. : Geplante Gesamt-Ausbaustrecke der A52 zwischen dem AK Breitscheid und der AS Essen-Rüttenscheid (unterteilt in Teilprojekte „T1“ und „T2“)

Hierbei handelt es sich um zwei Ausbauabschnitte:

  • Autobahnkreuz Breitscheid bis Anschlussstelle Essen-Kettwig
  • Anschlussstelle Essen-Kettwig bis Anschlussstelle Essen-Rüttenscheid

Gemäß des Bundesverkehrswegeplanes 2030 sind für den Ausbau der beiden Abschnitte circa 285 Millionen Euro veranschlagt.

Zudem ist der Ausbau der A52 in die Anlage zum Gesetz über den Ausbau der Bundesfernstraßen (Fernstraßenausbaugesetz - FStrAbG) in den Bedarfsplan für Bundesfernstraßen (Anlage 1 lfd. Nr. 923) aufgenommen worden.

Die Abschnitte
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Teil 1: Autobahnkreuz Breitscheid bis Anschlussstelle Essen-Kettwig

Teil 1: Autobahnkreuz Breitscheid bis Anschlussstelle Essen-Kettwig

Auf dem ca. 8,1 km langen Abschnitt zwischen dem Autobahnkreuz (AK) Breitscheid (A3 / A52) und der Anschlussstelle (AS) Essen-Kettwig (A52 / L442) soll die A52 von vier auf sechs Streifen ausgebaut werden (Teilprojekt 1 von Bau-km 65+300 bis 73+375).

Der Abschnitt verläuft zunächst in überwiegend landwirtschaftlich, meist ackerbaulich genutztem Gebiet nördlich und nordwestlich der Siedlungsbereiche von Breitscheid und Mintarder Berg. Südwestlich der Mintarder Ruhrtalbrücke durchquert die A 52 die bewaldeten Ruhrtalhänge sowie anschließend das Ruhrtal. Im Ruhrtal und nordwestlich bis zur der Anschlussstelle Essen-Kettwig werden wiederum hauptsächlich landwirtschaftlich geprägte Bereiche von der A 52-Trasse gequert.

Bestandteil dieses Abschnittes ist auch der Neubau der ca. 1800m langen Ruhrtalbrücke.

Teil 2: Anschlussstelle Essen-Kettwig bis Anschlussstelle Essen-Rüttenscheid

Teil 2: Anschlussstelle Essen-Kettwig bis Anschlussstelle Essen-Rüttenscheid

Anschließend soll der 5,4 Kilometer lange Ausbau zwischen den Anschlussstelle Essen-Kettwig (A52/L442) und Essen-Rüttenscheid (A52/B224) sechsstreifig ausgebaut werden. Die Trasse verläuft hier wiederum durch landwirtschaftlich geprägte Flächen nordöstlich der Anschlussstelle Essen-Kettwig und dann durch die bebauten Gebiete der Essener Stadtteile Bredeney, Haarzopf und Rüttenscheid.

Projektstand
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Der zu planende Ausbau der A52 befindet sich noch in einem frühen Planungsstadium. Im Jahr 2017 hat die Vorplanung begonnen.

Als erstes wird die sogenannte Grundlagenermittlung (Vermessung, Verkehrszählung, Leitungsabfragen, etc.) durchgeführt.

Parallel wurde die Erstellung von mehreren Gutachten ausgeschrieben und beauftragt. Unter anderem ein Verkehrsgutachten zur Ermittlung der konkreten Verkehrsbelastung auf der A52 für den Ist-Zustand und für das Prognosejahr 2030. Außerdem ein Gutachten für die Erkundung des Baugrundes (Bodenbeschaffenheit, Altlastenstandorte, Bergbaueinflüsse) und die Erstellung einer Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU).

Wegen seiner großen Bedeutung für die A52 ist für die Ruhrtalbrücke Mintard eine Bestands- und Variantenuntersuchung vergeben worden.

Ziel der Vorplanungen ist es eine Vorschlagsvariante für den 6-streifigen Ausbau der A52 zu erarbeiten.

In diese Erarbeitung sollen auch die Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange mit einbezogen werden. Für die Träger öffentlicher Belange gibt es Beteiligungstermine, zum Beispiel im Rahmen der UVU.

Für die Bürger werden Öffentlichkeitstermine organisiert. Diese werden rechtzeitig vorher bekannt gegeben und sollen die Bürger über den Stand der bisherigen Planungen und deren weiteren Ablauf geben.

Außerdem werden die Anregungen der Bürger in einer frühen Planungsphase gesammelt und bei der weiteren Planung berücksichtigt.

Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU)

Das Projekt befindet sich noch in der Vorplanung. In diesem Stadium sind die wesentlichen Ziele die Festlegung der grundlegenden planerischen Kriterien der Baumaßnahme, die Entwicklung alternativer Varianten zur Umsetzung des Vorhabens und die Auswahl einer in der Entwurfsplanung weiter zu verfolgenden Lösungsmöglichkeit.

Seit Juli 2017 wird dazu eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) durchgeführt, in der die Schutzgüter nach § 2 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) behandelt und die möglichen Auswirkungen des Vorhabens auf diese Schutzgüter dargestellt werden. Hierzu hat es einen ersten Behördentermin (1. projektbegleitender Arbeitskreis i. S. v. § 15 UVPGP) zur Abstimmung gegeben.

Die Schutzgüter sind:

  • Menschen, insbesondere die menschliche Gesundheit
  • Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt
  • Fläche und Boden
  • Wasser
  • Luft und Klima
  • Landschaft
  • Kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter

Die Raumanalyse, als erster Teil der UVU, in der zunächst alle Schutzgüter systematisch erfasst, bewertet und in Karten dargestellt werden, ist in Bearbeitung und wird voraussichtlich im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein.

Ebenfalls nahezu abgeschlossen sind die seit Februar 2018 laufenden und auf Grundlage einer mit den Fachbehörden der Städte und Gemeinden abgestimmten faunistischen Planungsraumanalyse, umfangreichen Kartierungen der Artengruppen Vögel (Brutvögel, Zug- und Rastvögel), Fledermäuse, Amphibien und Libellen sowie zu den Arten Dachs und Biber. Diese Erhebungen wurden zum einen zur Bearbeitung des o. g. Schutzguts „Tiere“ im Rahmen der UVU als auch im Hinblick auf die obligatorische Artenschutzprüfung im weiteren Planungsprozess (Entwurfsplanung) durchgeführt.

Alle Ergebnisse der einzelnen Schutzgutbetrachtungen werden nun als Planungshilfe genutzt, um in ihrer Zusammenführung die Entwicklung einer umweltschonenden Trassenführung (hier: abschnittsweise Ausbaurichtung) zu ermöglichen, d.h. es werden Bereiche mit unterschiedlicher Konfliktdichte (Raumwiderstand) ermittelt, die möglichst umweltverträgliche Alternativen aufweisen.

Bearbeitungsstand der Hauptarbeitsschritte zu Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU)

1. Raumanalyse (in Bearbeitung bzw. nahezu abgeschlossen)

  • Ermittlung, Analyse und Bewertung des Untersuchungsraumes und seiner Schutzgüter unter Berücksichtigung bestehender Vorbelastungen;
  • Ermitteln des Raumwiderstandes und Darstellung von Bereichen unterschiedlicher Konfliktdichte und von Konfliktschwerpunkten;
  • Hinweise zur Optimierung von Lösungsmöglichkeiten aus umweltfachlicher Sicht (auf Grundlage des Raumwiderstandes).

2. Auswirkungsprognose und Variantenvergleich (in Planung bzw. Vorbereitung)

  • Beschreiben der zu untersuchenden Varianten;
  • Ermitteln der zu erwartenden umwelterheblichen Auswirkungen des Vorhabens auf die Schutzgüter (baubedingt, anlagenbedingt, verkehrs- / betriebsbedingt);
  • Hinweise zur Vermeidung und Verminderung von Auswirkungen;
  • Ermitteln, Beschreiben und Beurteilen der verbleibenden umwelterheblichen Auswirkungen der Varianten auf die Schutzgüter;
  • vergleichende Beurteilung der Varianten (schutzgutbezogen und schutzgutübergreifend).

Weitere, noch ausstehende umweltfachliche Untersuchungen, wie zum Beispiel FFH- (Fauna-Flora-Habitat) Vorverträglichkeitsprüfungen, spezielle faunistische Untersuchungen sowie Gutachten zu Luftschadstoffen und Verschattungen etc. sind ebenfalls Bestandteil der umweltfachlichen Untersuchungen und werden letztlich in die UVU einfließen.

Die UVU schließt mit einer schutzgutübergreifenden vergleichenden Gesamtbeurteilung der

Varianten aus umweltfachlicher Sicht ab und benennt „eine Tendenz der Ausbaurichtung“.

A52
Neubau Ruhrtalbrücke
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Die Nachrechnungen und Untersuchungen an der bestehenden Ruhrtalbrücke bei Mintard haben ergeben, dass die Brücke für den Ausbau der A52 auf sechs Fahrstreifen komplett neu gebaut werden muss. Dafür müssen auch die bestehenden Brückenpfeiler zurückgebaut werden, da sie die Last der neuen Brücke nicht aufnehmen könnten.

Auch würde durch eine Weiternutzung der Unterbauten die Feldweite (Abstand der Pfeiler) der neuen Brücke vorgegeben, sodass bei Kosten und Gestaltung keine Vorteile erzielt werden könnten.

Zurzeit werden deshalb Varianten für den Neubau untersucht, mit der Vorgabe, dass der Verkehr auf der A52 während der gesamten Bauzeit mit 2 Fahrstreifen je Richtungsfahrbahn aufrechterhalten werden kann.

Im Zuge der Variantenuntersuchung und der damit verbundenen Achsverschiebung nach Norden bzw. Süden (Planung des Brückenneubaus neben der bestehenden) werden die neuen Achs- und Gradientenlagen, Pfeilerstellungen und Überbauvarianten unter Berücksichtigung aller Randbedingungen und Zwangspunkte sowie Abbruch- und Neubauverfahren des Bauwerkes erarbeitet.

Das Ergebnis der Variantenuntersuchung soll alle erforderlichen Flächeninanspruchnahmen, deren Auswirkungen, sowie Vor- und Nachteile ausweisen. Die Ergebnisse dieser Variantenuntersuchung werden dann in die Umweltverträglichkeitsuntersuchung und die weitere Planung eingehen.

Ruhrtalbrücke „Mintard“ 2018
Ruhrtalbrücke „Mintard“ 2018

Hintergrund

Die 1966 fertig gestellte Ruhrtalbrücke „Mintard“ ist eine 1.800 m lange Stahlbrücke, die in einem leichten Bogen liegt. Sie steht auf 18 Pfeilern, deren Hohlkästen begehbar sind. Die Pfeiler aus Stahlbeton sind zwischen 15 und 65 Meter hoch. Der Abstand zwischen den Stützen, die auf Bohrpfählen stehen, liegt zwischen 66,8m und 126m. Auf den Pfeilern liegen 19 Felder eines 4,50m hohen einteiligen Stahlüberbaus. Sie überspannen das gesamte Ruhrtal. Das 28m breite Bauwerk verfügt über zwei Fahrbahnen mit jeweils zwei Fahrstreifen und einem Seitenstreifen je Fahrtrichtung.

Die Ruhrtalbrücke wurde vor ca. 20 Jahren bereits umfangreich nachgerechnet. Die Defizite waren so groß, dass die Brücke zeitweilig für den LKW-Verkehr gesperrt werden musste.

In der Folge wurde die Brücke umfangreich verstärkt. Die Brücke für den geplanten 6-streifigen Ausbau zu verbreitern oder zu verstärken ist technisch nicht möglich.

Selbst für den Verkehr auf drei Fahrstreifen in eine Fahrtrichtung ist die bestehende Ruhrtalbrücke nicht geeignet, denn die Brücke wurde seinerzeit unter dem Aspekt der Massenminimierung gebaut. Das bedeutet, dass beim Bau vor 53 Jahren die Blechdicken der Fahrbahnplatte und des gesamten Hohlkastens abgestuft wurden, um Material zu sparen.

Unterlagen zur Infoveranstaltung am 11.7.2019 (nicht barrierefrei)
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