A448: Neubau des südlichen Bochumer Autobahnrings

Grafik: Lageplan Querspange

Straßen.NRW schließt mit der Fertigstellung der A448 zwischen Bochum-Wiemelhausen und Bochum-Altenbochum den Bochumer Autobahnring. Durch die Verbindung des südlichen Teils des Bochumer Autobahnrings mit der A43 im Kreuz Bochum/Witten wird zukünftig der Verkehr in der Bochumer Innenstadt sowie die Autobahnen A40 und A43 entlastet.

Straßen.NRW investiert in die Fertigstellung des Bochumer Autobahnrings an dieser Stelle etwa 85 Millionen Euro. Geplant ist, den Verkehr ab Sommer 2021 über das neue Teilstück fahren zu lassen.

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Die Umsetzung
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Die Auflagen, die innerhalb der Planfeststellung zum Schutz der Tierwelt beschlossen wurden, sind umgesetzt. Seit 2010 sind zahlreiche Ausgleichsflächen für Tiere geschaffen worden. In diesen sogenannten Habitaten leben nun neben anderen Tieren Populationen von Schleiereulen, Steinkäuzen, Kleinspechte und Schwalben und auch Fledermäuse.

Besonders aufwendig wurde ein städtisches Regenrückhaltebecken zu einem Ersatzquartier für die Wasserralle umgebaut. In diesem Rückhaltebecken wurde eine Dauerstauzone eingerichtet, sodass die Wasservögel dort einen Lebensraum gefunden haben.

Um die Tiere vor dem Baulärm beim Straßenbau zu schützen, hat Straßen.NRW im Herbst 2014 außerdem eine etwa 700 Meter lange und 4 Meter hohe temporäre Lärmschutzwand an der Strecke zwischen Markstraße und Schattbachstraße errichtet. Im Sommer 2017 wurde dieser Lärmschutz dann als endgültiger Lärmschutz an der A448 weiterverwendet.

Ersatzquartier „Wasserralle“

Habitat für die Schleiereule, Fledermaus, Schwalbe

Nachdem Straßen.NRW den Flächenverbrauch im Vorfeld des Autobahnbaus ausgeglichen hatte, konnte im Herbst 2012 mit den Neubau der A448 begonnen werden.

Während der Bauarbeiten wurde von RWE auch die oberirdische Fernwärmeleitung, die über Jahrzehnte das Stadtbild an dieser Stelle prägte, abgebaut.

Im Herbst 2017 waren die Autobahnbrücken über die Steinkuhlstraße und über den Nordhausenring, die zukünftige L705, fertig. So konnten dann die im Bereich Steinkuhlstraße benötigten Ver- und Entsorgungsleitungen neu verlegt werden.

Um in Höhe der Steinkuhlstraße zukünftig die Auf- und Abfahrten der L705 (Nordhausenring) bauen zu können, wurde die Steinkuhlstraße in der Zeit von Oktober 2018 bis Juli 2019 verlegt. Denn inklusive der Auf- und Abfahrten wird dieser Knotenpunkt zwischen Opelring und Bochum-Wiemelhausen in Zukunft acht Spuren aufnehmen. Sobald dieser Knoten fertig ist, wird die letzte Lücke der A448 bis zum Autobahnkreuz Bochum/Witten geschlossen sein.

Copyright Geobasisdaten: mit Genehmigung von GEObasis.NRW vom 01.01.2017

Für das bei Niederschlägen zu erwartende Oberflächenwasser aus dem Fahrbahnbereich wurden während des Ausbaus drei Regenklär- und Regenrückhaltebecken neu gebaut. Jedes dieser Becken ist für bis zu 3.250 Kubikmeter Wasser ausgelegt und gibt bestimmungsgemäß mit Hilfe eines Ventils maximal 80 Liter Wasser pro Sekunde in die dazugehörige Vorflut.

Jeweils eins dieser Becken befindet sich am Opelring, im Bereich der Markstraße an der zukünftigen Auffahrt Bochum-Altenbochum und an der Straße „Am Palmberg“.

Impressionen vom Neubau der Querspange

Altbergbau
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Wegen des historischen Bergbaus musste vor dem Bau der A448 die Geologie vor Ort besonders berücksichtigt werden.

Denn unter der Autobahn verläuft der Isabellastollen, dort wurde ab dem 18. Jahrhundert Kohle gefördert. Mittlerweile fließt durch den Stollen Wasser, das sich im Graben der Wasserburg von „Haus Laer“ sammelt.

Deshalb baute Straßen.NRW etwa 10 Meter unterhalb der heutigen Straßendecke über die gesamte Straßenbreite ein Bauwerk aus Stahlbeton, um den wasserführenden Stollen vor den Straßenlasten zu schützen.

Sicherungsbauwerk über dem Isabellastollen

Erkundungs- und Sanierungsmaßnahmen

Nördlich der Höfestraße befindet sich der Isabellastollen. Dieser Bergwerksstollen, dessen Ursprünge bis ins 18.Jahrhundert reichen, musste aufwendig vor Lasteinwirkungen geschützt werden. Ein Sicherungsbauwerk schützt den Stollen nun dauerhaft vor Lasten aus dem zukünftigen Autobahnverkehr.

Weiterer Trassenausbau inclusive Lärmschutz
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Seit Ende August 2018 ist der Streckenabschnitt der A448 zwischen dem Kreuz Bochum/Witten (A43) und der Anschlussstelle Bochum-Altenbochum voll befahrbar.

Foto: Erdbau zwischen der Markstraße und dem Nordhausenring

Um die Lücke endgültig zu schließen zu können, mussten und müssen zwischen der Markstraße und dem Nordhausen-Ring insgesamt etwa 120.000 Kubikmeter Erde bewegt werden. Nicht zuletzt, weil hier ein Lärmschutzwall von bis zu 10 Metern Höhe entsteht, um die Emissionen der Autobahn zu minimieren.

Lärmschutz

Für den Lärmschutz wurden an dieser Stelle von Straßen.NRW 8 Millionen Euro investiert. Nicht nur Lärmschutzwände und –wälle entstehen, die Straßenbauer werden bis zur Fertigstellung den gesamten Bereich mit sogenanntem lärmmindernden, offenporigen Asphalt (OPA) ausgebaut haben. OPA mindert die Rollgeräusche der Fahrzeuge deutlich.

Damit entspricht der Ausbau dem aktuellen Stand des Immissionsschutzes und die Belastungen der Menschen durch Verkehrslärm werden weitestgehend minimiert.

Einbau des OPA

Umwelt und Natur
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Beim Bau der A448 wurden zum Schutz von Umwelt und Natur umfangreiche Maßnahmen ergriffen. Als die Strecke für die bevorstehenden Bauarbeiten gerodet werden musste, geschah dies außerhalb der Fortpflanzungs- und Aufzuchtzeiten der Tiere vor Ort.

Um die Lärmbelastungen auf die Tiere während der Bauzeit zu minimieren, errichtete Straßen.NRW ab September 2014 eine mobile Lärmschutzwand zwischen der Markstraße und der Schattbachstraße. So wurden die Tiere gegen den Baulärm geschützt. Die dort verwendeten Lärmschutz-Elemente wurden anschließend im Jahr 2017 fester Bestandteil des Lärmschutzes direkt an der A448.

Um die Lebensräume von Kiebitz, Wiesenschafstelze und Feldlerche nicht zu beeinträchtigen, wurden Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen ergriffen, um den Ansprüchen der Tiere gerecht zu werden.

Damit Greifvögel nicht zu tief über die Autobahn zu fliegen und so Opfer des Verkehrs werden, wurden Erdwälle als Überflughilfen und Sperren errichtet. Für eine natürliche Barriere sorgen zahlreiche Bäume und Sträucher, die entlang der Autobahn gepflanzt wurden.

Außerdem entsteht auf einer Länge von insgesamt etwa 1800 Metern eine 4 Meter hohe Überflughilfe für Fledermäuse an den äußeren Seiten und am Mittelstreifen der Autobahn. Das ist zum Schutz der Tiere notwendig, da Lastwagen bis zu 3,75 Meter hoch sind. Am neu fertiggestellten Teil der Autobahn zwischen dem Autobahnkreuz Bochum-Witten und der Anschlussstelle Bochum-Altenbochum ist diese Überflughilfe schon gebaut.

Für die Wasservögel Wasserrralle, Teichhuhn und Teichrohrsänger wurde aus dem städtischen Regenrückhaltebecken am Standort Untere Heintzmannstraße ein 1.000 Quatratmeter großes Flachgewässer geschaffen, an dem Schilf und Röhricht wächst.

Damit wurde den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes entsprochen.

Die Funktion dieser sogenannten CEF-Maßnahme, einer vorgezogenen Ausgleichsmaßnahme, wird durch ein Monitoring dauerhaft überprüft.

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