A3: Ausbau zwischen Ratingen-Ost und Breitscheid (Abschnitt Ratingen)

Seit vielen Jahren kommt es aufgrund der hohen Verkehrsbelastung auf der A3 fast täglich zu Verkehrsstaus während der Spitzenzeiten. Damit der Verkehr zukünftig in NRW sicherer und leichter fließen kann, sieht der Bundesverkehrswegeplan 2030 auch den Ausbau der A3 zwischen Köln und Dinslaken vor.

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Niederrhein plant den 8-streifigen Ausbau der A3 zwischen dem Autobahnkreuz Ratingen-Ost (A3/A44) und dem Autobahnkreuz Breitscheid (A3/A52) unter dem Arbeitstitel: Abschnitt Ratingen.

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Projektbeschreibung
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Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Niederrhein plant den achtstreifigen Ausbau der A3 zwischen dem Autobahnkreuz Ratingen-Ost und Autobahnkreuz Breitscheid damit der Verkehr zukünftig dort sicherer und leichter fließen kann. Die Planung wird unter dem Arbeitstitel „Abschnitt Ratingen“ geführt. Die Planungsgrenze des Streckenabschnittes südlich des AK Ratingen–Ost liegt auf Höhe des Brachter Bach (bei Betriebskilometer 97) und endet im Norden kurz vor dem Autobahnkreuz Breitscheid am Bauwerk „Am Sondert /B227“ (km 91,2). Der Abschnitt ist somit ca. 5,8 km lang.

Die Baumaßnahme ist im Bundesverkehrswegeplan als Projekt A3- G40-NW aufgeführt.

Der Streckenabschnitt liegt im Stadtgebiet von Ratingen.

Der Neubau der Angerbachtalbrücke wird für die Straßenbauer eine besondere Herausforderung darstellen, da das Bauwerk aus den 30er Jahren mit einem durchgängigen Brückenüberbau versehen ist. Der Abriss der Brücke kann daher nicht in Teilen und pro Fahrtrichtung erfolgen, sondern nur als Ganzes geschehen.

Will man den Verkehr auf der A3 auch während der gesamten Bauzeit (mit jeweils 3 Fahrspuren) aufrechterhalten – und das ist Grundvoraussetzung - hat dies zur Konsequenz, dass zunächst eine neue Brücke neben der heutigen Angerbachtalbrücke gebaut werden muss und dann erst die alte Brücke abgerissen werden kann.

Dies alles wird im Bereich des Naturschutzgebietes Angerbachtal geschehen. Von daher wird man sich besonders an dieser Stelle viele Gedanken über eine landschaftsschonende Bauweise, über Vermeidungs- und Schutzmaßnahmen während der Bauzeit und auch zur Erschließung der Baustelle machen müssen.

Im Streckenabschnitt liegt – in Fahrtrichtung Oberhausen - die Rastanlage Hösel. Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) ist mit dem Ausbau dieser Rastanlagen zur Erweiterung der Stellplatzkapazitäten beauftragt. Die Planung der DEGES muss bei den Ausbauüberlegungen mit berücksichtigt werden. Weitere Informationen gibt es hier.

Karte Projektabschnitt

Die Chancen des Ausbaus

Gleichzeitig mit dem achtstreifigen Ausbau (vier Fahrspuren pro Fahrtrichtung) werden Lärmschutzmaßnahmen zum Schutz der Anwohner der angrenzenden Bebauung vorgesehen. Dabei liegt der Fokus vor allem auf den Ortsteilen Ratingen-Eggerscheid und Ratingen-Hösel sowie für den Bereich Krummenweg nahe des Ausbauendes.

Die Verbesserung des Lärmschutzes im Sinne der Lärmvorsorge ist bei „wesentlichen Änderungen“ wie dem Ausbau einer Straße zwingend vorgeschrieben, nicht aber bei einer „Temporären Seitenstreifenfreigabe.“ In der Lärmvorsorge sind niedrige Grenzwerte an den Immissionsorten einzuhalten.

Auch die Entwässerung der Fahrbahn sowie Zuführung der Straßenabwässer zum Wasserkreislauf wird nach dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) setzt hier besondere Anforderungen an die Straßenplaner.

Benachbarte Ausbauprojekte

Das Projekt schließt an der A3 im Süden (Richtung Köln) an die Planung des Abschnittes Erkrath heran. Informationen zum Abschnitt Erkrath gibt es hier.

Der Umbau des AK Breitscheid, welches sich im Norden (FR Oberhausen) an die Planung anschließt, wird planerisch von der Regionalniederlassung Ruhr betreut. Weitere Information finden Sie hier.

Das Hauptbauwerk im AK-Ratingen-Ost (Brücke der A44 über die A3) wurde inzwischen mit Blick auf die Weiterführung der A44 nach Velbert fertiggestellt. Die Brücke ist so konstruiert, dass dem 8-streifigen Ausbau der A3 nichts entgegensteht.

Mit dem Lückenschluss der A44 vom AK Ratingen-Ost bis zum bereits fertig gestellten Abschnitt ist die DEGES betraut worden. Weiterer Informationen finden Sie hier.

Projektablauf
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Projektphasen bis zur Realisierung (Quelle: Straßen.NRW)

Aktuell befindet sich das Projekt in der Vorplanung und somit noch am Anfang. Zunächst werden mit der Vermessung des Geländes und der Erstellung eines digitalen Geländemodells die Grundlagen für die Vorplanung geschaffen. Umfangreiche Verkehrsuntersuchungen werden durchgeführt, um den derzeitigen Verkehr zu erfassen und den zukünftigen Verkehr zu prognostizieren. Darauf baut die technische Ausgestaltung der Straße auf.

Gleichzeitig wird eine Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) erarbeitet. In dieser werden Aussagen über die voraussichtlichen Auswirkungen des Straßenbauvorhabens auf die Schutzgüter gemäß des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes (UVPG) getroffen und die Umweltauswirkungen verschiedener Varianten vergleichend gegenübergestellt.

Zu den Schutzgütern zählen:

  1. Menschen, insbesondere die menschliche Gesundheit
  2. Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt,
  3. Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft
  4. Kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter sowie
  5. Wechselwirkungen zwischen den vorgenannten Schutzgütern

In einem ersten Arbeitsschritt wurden von den Umweltplanern alle notwendigen Informationen zu den Schutzgütern (z.B. Wasserschutzgebiete, Naturschutzgebiete) aus den Informationssystemen des Landes NRW, der Landkreise und Städte zusammengetragen. Auch städtebaulichen Vorgaben und bestehende Infrastrukturen (wie z.B. Leitungen, Pipeline) und Bebauung müssen berücksichtigt werden. Der Untersuchungsrahmen wurde bereits im Juli 2019 mit den Vertretern der Fachbehörden und Städte abgestimmt. Die Karte mit der Abgrenzung des Untersuchungsraumes ist im Downloadbereich verfügbar.

Es wurden 2019 alle Lebensräume (Biotope) im Planungsraum flächendeckend erfasst und dokumentiert. Zudem wird 2020 in den geeigneten Lebensräumen systematisch nach Tieren geforscht. Allein die Erfassung der Tierarten (z.B. Vögel, Fledermäuse, Amphibien) nimmt ein gesamtes Jahr in Anspruch, da die Funktion der Lebensstätte nur über die Beobachtung über einen längeren Zeitraum hinaus zu beurteilen ist.

Alle Untersuchungen dienen dem Ziel, die Bereiche zu ermitteln, in denen aufgrund des besonderen Wertes auch besondere Konflikte mit dem Ausbau der Autobahn / des Autobahnkreuzes zu erwarten sind. Dabei werden die gesetzlichen Vorgaben des UVPG eingehalten.

Aufbauend auf der Grundlagenermittlung, werden – ergebnisoffen - verschiedene Varianten für den Ausbau des Autobahnkreuzes und angrenzenden Abschnitte der Autobahn skizziert. Dabei steht im Fokus, dass jede Variante den verkehrlichen Zweck erfüllen muss. Die Vorgabe, den Verkehr auch während der Bauzeit mit möglichst wenigen Einschränkungen für den Verkehrsteilnehmer fließen zu lassen, muss beachtet werden. Gerade in Bezug auf die Großbrücken liegt hier eine besondere Herausforderung beim 8-streifigen Ausbau. Weiterhin wird die Lärmemission untersucht und ein Immissionsschutzkonzept erarbeitet. Auch wird überprüft, ob eine Tieflage oder Abdeckung der A3 zur Einhaltung der Lärmschutzgrenzwerte zwingend ist.

Diese Varianten sollen eine Gesprächsgrundlage für einen Austausch mit Anwohnern, Interessenvertretern, der Politik sowie allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern sein.

Das Ziel der UVU ist die Festlegung einer Vorzugsvariante, die im Vergleich mit den anderen möglichst geringe Umweltauswirkungen aufweist.

Bei der Entscheidung welche Variante in der weiteren Planung (=Entwurfsplanung) ausgearbeitet wird, spielen zusätzlich die Faktoren Wirtschaftlichkeit sowie bauliche Umsetzbarkeit eine große Rolle. Auch muss bei der Ausbauplanung einer sehr stark befahrenen Autobahn bedacht werden, dass die Verkehrsteilnehmer die Autobahn mit möglichst geringen Behinderungen während der Bauzeit weiter nutzen können.

Generelle Aussagen über den Planungsablauf finden Sie hier.

Bildergalerie
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