Instandsetzung und Verstärkung von Brücken

Untersuchungen des Bundesverkehrsministeriums und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zu den Auswirkungen des überdurchschnittlich angestiegenen Schwerverkehrs haben gezeigt, dass insbesondere bei älteren Brücken die Tragfähigkeitsreserven allmählich erschöpft sind. Die Bauwerke müssen verstärkt - der Fachmann sagt "ertüchtigt" - oder sogar neu gebaut werden.

Derzeit wird die Statik der Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen mit Hilfe zeitgemäßer Rechenmodelle überprüft. Für diese Aufgabe hat Straßen.NRW eine eigene Projektgruppe eingerichtet. Ihr Schwerpunkt liegt zunächst auf der Nachrechnung von 375 Brücken, die aufgrund ihres Alters, ihrer Bauweise oder der besonders hohen Verkehrsbelastung an ihre Grenzen kommen, sowie auf den ebenfalls 805 Bauwerken im Zuge der Korridorrouten.

Straßen.NRW hat bislang für die Hauptrouten des Schwerverkehrs in NRW ein Transitnetz für die Brückenertüchtigung verfolgt. Der Bund will die Idee des Transitnetzes für den Schwerverkehr auf das Bundesgebiet übertragen. Die Hauptrouten für den Schwerverkehr werden jetzt mit dem Begriff Korridor bezeichnet. In NRW liegen die folgenden Autobahnen in den Korridorrouten des Bundes: A2, A3, A30 und Abschnitte der A1, A4, A40 und A44.

Es ergibt sich eine Auswahl von 1119 Brücken. 358 Bauwerke von 601 bislang nachgerechneten sind mittel- bis langfristig zu ersetzen (Stand: April 2019).

Straßen.NRW betreut rund 10.000 Brücken in Nordrhein-Westfalen. Die neueren Bauwerke entsprechen den aktuellen technischen Standards und zukünftigen Verkehrsanforderungen. Vor allem bei den Brücken aus den 60er und 70er Jahren - ein Großteil der Brücken in NRW wurde in dieser Zeit gebaut - besteht aber Handlungsbedarf. Sie sind ursprünglich für deutlich geringere Verkehrsbelastungen geplant und gebaut worden. Ein Sicherheitsrisiko für die Verkehrsteilnehmer besteht dennoch nicht: Brücken werden in sehr kurzen Abständen von den Experten auf ihren Zustand geprüft.

Immer mehr LKW auf den Straßen

Der stetig wachsende Anteil des Schwerverkehrs stellt eine starke Belastung der Straßen dar. Bis zum Jahr 2050 sollen nach den bundesweit gültigen Prognosen noch einmal 80 Prozent mehr Güterverkehr auf unseren Straßen fahren. Dabei hat ein LKW mit zweimal zehn Tonnen Achslast auf der Autobahn die gleiche Zerstörungswirkung wie 60.000 PKW. Nordrhein-Westfalen ist wegen des hohen Verkehrsaufkommens und wegen der ungünstigen Altersstruktur seiner Autobahnen und Bundesstraßen das am stärksten betroffene Bundesland.