Die untersuchten Varianten für die A1 inklusive Rheinbrücke

Das am 23. November 2015 eingeleitete Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der A1 zwischen der Anschlussstelle Köln-Niehl und dem Autobahnkreuz Leverkusen-West einschließlich Neubau der Rheinbrücke Leverkusen führte mit dem am 11.10.2017 verkündeten Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig zur Baurechtserlangung. Im Zuge dieses Planfeststellungsverfahrens wurden mittels Einwendungen während des Erörterungstermins bzw. als Klageunterlage nach der Beschlussfassung diverse Varianten zum Autobahnausbau eingebracht, die einen oberirdischen Ausbau der A1 mit Tunnelvarianten kombinieren.

Nachfolgend soll auf die durchgeführte Variantenprüfung und die in der Verfahrensunterlage dokumentierte Bewertung der einzelnen Vorschläge eingegangen werden.

Vorgehensweise einer Variantenprüfung

Die zum Ausbau dieses Autobahnabschnittes eingebrachten Varianten wurden alle einer Variantenprüfung unterzogen. Diese Variantenprüfung beinhaltet unterschiedliche Kriterien, welche in zwei Hauptgruppen eingeteilt werden. Hierbei gibt es „absolute“ und „relative“ Bewertungskriterien. Kann eine Variante z. B. eine oder mehrere absolute Bewertungskriterien nicht erfüllen, führt dies bereits im Zuge der Grobanalyse zum Ausschluss dieser Variante.

Bewertungskriterien zur Variantenprüfung

Die Kriterien sind im Detail im Planfeststellungsbeschluss Kapitel 5.3.2.2.2, Seite 204 f., festgehalten.

Absolute Ausschlusskriterien

Verkehrswert:

  • Gewährleistung der durchgängigen Befahrbarkeit für alle für den Autobahnverkehr zugelassenen Regelfahrzeuge nach StVZO
  • Anbindung aller heutigen Fahrbeziehungen, damit es zu keinen Netzverlagerungen kommt
  • Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit sollen zukunftsorientiert der Verkehrsbelastung im Prognosejahr gemäß dem Regelwerk entsprechen

Bauen unter Verkehr

  • Während der Bauzeit sollen alle heute vorhandenen Fahrstreifen, zumindest auf der durchgehenden Strecke der A 1, und alle Fahrbeziehungen aufrecht erhalten werden, um die schon eingeschränkte Verkehrssituation nicht weiter zusätzlich zu verschlechtern.
  • Keine Verlagerung des Verkehrs in das untergeordnete Straßennetz

Realisierungszeitpunkt des Vorhabens

  • Bedingt durch die baulichen Beeinträchtigungen der Rheinbrücke und ihre nicht näher bestimmbare Restlebensdauer soll ihr Neubau bis 2020 realisiert werden (1. Teilbauwerk).

Relative Bewertungskriterien

  • Wirtschaftlichkeit
  • Eingriffe in die gesicherte Altablagerung Dhünnaue
  • Nutzungs-/Gesundheitseinschränkung für den Menschen durch Verringerung des heutigen Abstandes (Immissionen, Erholung)
  • Beeinträchtigung von Natur und Landschaft
  • Einschränkung des untergeordneten Verkehrsnetzes (städtische Straßen, Rad-/ Gehwege)
  • Beeinträchtigung des Rheins (Schifffahrt, Hochwasserabfluss)
  • Einschränkung der betrieblichen Abläufe von gewerblicher Nutzung

Varianten 1 – 4

Die nachfolgenden Varianten 1 – 4 wurden mittels Einwendungen bzw. während des Erörterungstermins (04.07.2016 – 08.07.2016) in das Planfeststellungsverfahren eingebracht.

Variante 1

Variante 1 für den Bauabschnitt 1 inklusive Rheinbrücke Leverkusen

Merkmale

  • Oberirdischer Ausbau der A1 von der Anschlussstelle Köln-Niehl bis zum Autobahnkreuz Leverkusen
  • Durchgangstunnel westlich der Anschlussstelle Köln-Niehl bis östlich des Autobahnkreuzes Leverkusen

Untersuchungen zur Variantenprüfung:

  • verkehrliche Bewertung der Variante durch ein Verkehrsgutachten der Ingenieurgesellschaft Brilon, Bondzio, Weiser vom März 2016

Ergebnis aus der Variantenprüfung

Auszug aus dem Planfeststellungsbeschluss vom 10.11.2016:

„Eine entsprechende Untersuchung zur Prognose der verkehrlichen Nutzung der Tunnelstrecke zeigt, dass diese Strecke lediglich von 30.000 Fahrzeugen / Tag genutzt wurde. Der Tunnel wäre also hochgradig ineffektiv.“

Variante 2

Variante 2 für den Bauabschnitt 1 inklusive Rheinbrücke Leverkusen

Merkmale

  • Wegfall der Rheinbrücke und es oberirdischen Autobahnkreuzes Leverkusen-West, einschließlich des oberirdischen Autobahnabschnittes der A1 bis zum Autobahnkreuz Leverkusen
  • Durchgangstunnel westlich der Anschlussstelle Köln-Niehl bis westlich des Autobahnkreuzes Leverkusen

Ergebnis aus der Variantenprüfung

Auszug aus dem Planfeststellungsbeschluss vom 10.11.2016:

„Aus folgenden Gründen scheidet diese Variante bereits in der Grobanalyse aus:

  • sehr große Eingriffe in die Altablagerungen insbesondere durch den nördlichen Tunnel, sehr große Massentransporte
  • sehr aufwendige Bauweise, da neben den Tunneln der A 1 und der A 59 auch alle Verbindungsrampen des Autobahnkreuzes Leverkusen-West eigene Tunnelrohren benötigen (unterirdisches Autobahndreieck)
  • sehr hohe Kosten aufgrund der Gesamtlange des Tunnelsystems und der Anzahl der Tunnelröhren
  • sehr niedriges Sicherheitsniveau aufgrund der notwendigen Ein- und Ausfahrten (RAA 2008: „Vermeidung von Ein- und Ausfahrten in Tunneln“)
  • Autobahnknoten in Tunnellage entsprechen nicht dem aktuellen Stand der Technik
  • Verlagerung von Verkehr ins innerstädtische Straßennetz durch Wegfall der Anschlussstelle Leverkusen-West“

Variante 3

Variante 3 für den Bauabschnitt 1 inklusive Rheinbrücke Leverkusen

Merkmale

  • Wegfall des oberirdischen Autobahnabschnittes zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen-West und dem Autobahnkreuz Leverkusen
  • Bau einer Rheinquerung und Teile des Autobahnkreuzes Leverkusen-West, zusätzlicher Durchgangstunnel westlich der Anschlussstelle Köln-Niehl bis westlich des Autobahnkreuzes Leverkusen

Untersuchungen zur Variantenprüfung:

  • verkehrliche Bewertung der Variante durch ein Verkehrsgutachten der Ingenieurgesellschaft Brilon, Bondzio, Weiser vom August 2016

Ergebnis aus der Variantenprüfung

Auszug aus dem Planfeststellungsbeschluss vom 10.11.2016:

„Durch den Verzicht der Hochstraße B entfallen die direkten Verkehrsbeziehungen von der AS Köln-Niehl an die A 3. Es kommt zu unverträglichen Verlagerungen des Verkehres in innerstädtische Bereiche: ca. 13.000 Kfz/24/h auf innerstädtische Straßen im Bereich des südwestlichen Quadranten des Autobahnkreuzes Leverkusen und ca. 5.000 Kfz/24/h auf innerstädtische Straßen im Bereich des nord-westlichen Quadranten des AK Leverkusen.“

Variante 4

Variante 4 für den Bauabschnitt 1 inklusive Rheinbrücke Leverkusen

Merkmale

  • Unterirdischer Ausbau der A1 (Tunnel) zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen-West und dem Autobahnkreuz Leverkusen
  • Bau einer Rheinquerung und Neubau des Autobahnkreuzes Leverkusen-West mit erforderlichen Anschlussbauwerken in die Tunnellage des östlichen A1-Abschnittes, zusätzlicher Durchgangstunnel westlich der Anschlussstelle Köln-Niehl bis westlich des Autobahnkreuzes Leverkusen

Ergebnis aus der Variantenprüfung

Auszug aus dem Planfeststellungsbeschluss vom 10.11.2016:

„Aus folgenden Gründen scheidet diese Variante bereits in der Grobanalyse aus:

  • Planungsprozess und Baudurchführung benötigen mehr Aufwand an Zeit als die Vorzugsvariante
  • um die Baumaßnahme unter laufendem Verkehr durchzufuhren, ist eine Inanspruchnahme der Altablagerung Dhünnaue notwendig. Es muss eine Ersatzbrücke gebaut werden.
  • Verknüpfung der beiden Tunnelstrecken westlich des Autobahnkreuzes Leverkusen ist nur mit sehr eingeschränkten Entwurfsparametern möglich
  • sehr hohe Kosten aufgrund der Gesamtlange des Tunnelsystems und der Anzahl der Tunnelröhren, die Kosten übersteigen die Kosten der Vorzugsvariante
  • sehr große Massentransporte“

Die Varianten 1 – 4 wurden mittels Einwendungen bzw. während des Erörterungstermins (04.07.2016 – 08.07.2016) in das Planfeststellungs-verfahren eingebracht und nach erfolgter Prüfung mit dem Planfeststellungs-beschluss vom 10.11.2016 aus den oben genannten Begründungen verworfen.

Den vollständigen Planfeststellungsbeschluss finden Sie hier.

Variante 5 ("Kombilösung")

Der Planfeststellungsbeschluss vom 10.11.2016 wurde beklagt. Mit Vorlage der Unterlagen zur Klagebegründung im Januar 2017 wurde eine weitere Variante zur sogenannten „Kombilösung“ (Variante 5) vorgelegt, welche geprüft und am 13.03.2017 über eine Klageerwiderung bewertet wurde.

Variante 5 ("Kombilösung") für den Bauabschnitt 1 inklusive Rheinbrücke Leverkusen

Merkmale

  • Wegfall des oberirdischen Autobahnabschnittes der A1 zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen-West und dem Autobahnkreuz Leverkusen
  • Bau einer Rheinquerung auf den bestehenden Gründungen der Bestandsbrücke mittels Querverschub und Neubau einzelner Bauwerke im Autobahnkreuz Leverkusen-West ohne Eingriff in die Altablagerung, zusätzlicher Durchgangstunnel von der Anschlussstelle Köln-Niehl (Vollanschluss) bis westlich des Autobahnkreuzes Leverkusen; zusätzliche Verlängerung des Tunnels für den Durchgangsverkehr östlich des Autobahnkreuzes Leverkusen

Untersuchungen zur Variantenprüfung:

  • verkehrliche Bewertung der Variante durch ein Verkehrsgutachten der Ingenieurgesellschaft Brilon, Bondzio, Weiser vom Januar 2017
  • Stellungnahme zu einem angenommenen Querverschub der Rheinbrücke Leverkusen, Ingenieurbüro PSP, Prof. Sedlacek&Partner
  • Prüfung und Kommentierung der Stellungnahme des Ingenieurbüros PSP zu einem angenommenen Querverschub der Rheinbrücke Leverkusen, Ingenieurgesellschaft HRA, Prof. Dr.-Ing. Hanswille
  • Fachgutachterliche Einschätzung der Kombilösung aus Sicht der Luftschadstoffbelastung, Ingenieurbüro für Numerische Simulation, SimuPLAN
  • Fachgutachterliche Ausarbeitung der Eingriffsbereiche in die Altablagerung durch die Kombilösung, Ingenieurbüro Kocks

Zusammenstellung der Ergebnisse aus der Variantenprüfung

Auszüge aus der Klageerwiderung der Bezirksregierung Köln vom 13.03.2017 zur Variantenbewertung der Kombilösung (Die vollständige Klageerwiderung finden Sie hier):

Ergebnisse aus der Variantenprüfung

Fazit verkehrliche Bewertung

Verkehrsgutachten der Ingenieurgesellschaft Brilon, Bondzio, Weiser vom Januar 2017:

„Aus verkehrlicher Sicht führt die von den Klägern vorgeschlagene Variante immer noch zu erheblichen innerstädtischen Verlagerungsverkehren. Im Zuge des durchgeführten Planfeststellungsverfahrens wurde bereits mit Variante Nr. 3, Teil B, Kap. 5.3.2.3, S. 214 „Tunnel bei gleichzeitigem Verzicht der Hochstraße B“ diese verkehrliche Situation abgewogen.“

Fazit Rheinquerung / Baufelder / Bauwerksgründungen

Stellungnahme zu einem angenommenen Querverschub der Rheinbrücke Leverkusen, Ingenieurbüro PSP, Prof. Sedlacek &Partner:

„Ein Verschub des bestehenden Bauwerks sowie die weitere Nutzung der bestehenden Gründungen ist aus statischer Sicht nicht möglich. Ungeachtet dessen würden die provisorischen Gründungen zum abgerückten Neubau bzw. zur Aufnahme des verschobenen Bestandsbauwerks und der erforderlichen Baufelder und Baustraßen zu Eingriffen in die Altablagerung führen.“

Fazit Bauen unter Verkehr

Fachgutachterliche Ausarbeitung der Eingriffsbereiche in die Altablagerung durch die Kombilösung, Ingenieurbüro Kocks:

„Allein der erforderliche Ersatzneubau der im AK Leverkusen West verbleibenden Bauwerke zur Anbindung der A1 an die A59 und umgekehrt bzw. dem Anschluss der nord-westlichen Stadtteile von Leverkusen bedingt Eingriffe in die Altablagerung.“

Fazit Durchgangstunnel

Zusammenfassung der Klageerwiderung:

„Die etwa 50m breite Tunneltrasse löst im eng bebauten Planungsraum der Tunnelanlage (links- und rechtsrheinisch) erhebliche Betroffenheiten aus. Der Bau des Durchgangstunnels birgt diverse Risiken. Neben der Untertunnelung von Wohn- und Gewerbebereichen in Köln Merkenich und der Stadt Leverkusen birgt die Unterquerung des nördlichen Chemparkgeländes erhebliche Planungs- und Ausführungsrisiken. Diese beziehen sich auf die Sicherstellung, dass die Bauarbeiten zu keinerlei Setzungen bzw. Erschütterungen führen, die den Betrieb bzw. die Sicherheit aller durch den Bau betroffenen Anlagen des Chemparks Leverkusen gefährden. Diese würde ebenso für die in der Klageunterlage mit Variante „Langtunnel Version B mit Unterquerung der Deponie“ bezeichnete Lösung gelten und hier die Sicherungssysteme der Altablagerung „Dhünnaue“ betreffen."

Der Planergänzungsbeschluss vom 17.07.2017

Auf Grundlage der Unterlagen zur Klageerwiderung vom 13.03.2017 und der hieraus resultierenden Variantenbewertung wurde am 17.07.2017 ein Planergänzungsbeschluss erlassen, der die eingebrachte Variante 5 wie folgt bewertet:

Auszug aus dem Planergänzungsbeschluss vom 17.07.2017, S. 43:

„Laut ergänzendem Verkehrsgutachten [Brilon Januar 2017, Anlage 3] kommt es dadurch zu erheblichen Verlagerungen von Verkehr in das Stadtgebiet von Leverkusen. Man kann von bis zu 12.000 zusätzlichen Kfz am Tag in einzelnen Stadtbereichen ausgehen. Das Planungsziel ist durch die „Kombilösung“ nicht abgebildet. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens ist dies bereits ausführlich dargelegt worden.“

„Schon wegen der Nichterfüllung des absoluten Bewertungskriteriums „Erhaltung des Verkehrswertes" ist die in der Klageschrift vorgeschlagene Alternative „Kombilösung" auszuscheiden.“

Auszug aus dem Planergänzungsbeschluss vom 17.07.2017, S. 44/45:

„Durch diesen Ergänzungsplanfeststellungsbeschluss ist die Begründung des Planfeststellungsbeschlusses um eine Passage ergänzt worden, in der die von den Klägern erst im Klageverfahren näher spezifizierte sog. Kombilösung bewertet und einem Vergleich mit der planfestgestellten Alternative unterzogen wird. In dieser Bewertung wird unter Anwendung der nach dem Planfeststellungsbeschluss für die Ausscheidung von nicht planzielkonformen Alternativen und der Bewertung von möglichen Alternativen festgelegten Kriterien die Alternative "Kombilösung" untersucht. Die Bewertung kommt unter Prüfung der relevanten Kriterien zum Ergebnis, dass diese Variante sich nicht als eindeutig bessere Alternative aufdrängt. Der Planfeststellungsbeschluss hat damit auch die von den Klägern erst im Klageverfahren spezifizierte Alternative „Kombilösung" behandelt und in Anwendung der nach der Rechtsprechung des BVerwG zur Alternativenauswahl maßgebenden Kriterien zu Recht ausgeschieden.“

Auszug aus dem Planergänzungsbeschluss vom 17.07.2017, S. 45:

„Die Untersuchungen der Alternativen haben insbesondere ergeben, dass sich keine der ernsthaft in Betracht kommenden Alternativen als eine eindeutig bessere Lösung hätte aufdrängen müssen. Das gilt insbesondere auch für die erst im Klageverfahren von den Klägern vorgetragene sog. Kombilösung. Diese ist im Schriftsatz vom 13.03.2017 einer eingehenden Bewertung unterzogen worden. Dabei hat sich gezeigt, dass diese Alternative, gemessen an den Ausschluss-kriterien, die im Planfeststellungsbeschluss in Kapitel 5.3.2.2.2 sowie den relativen Bewertungskriterien, die im Planfeststellungsbeschluss in Kapitel 5.3.2.2 festgelegt worden sind, sich nicht als eindeutig bessere Alternative aufdrängt. Vielmehr scheidet sie, wie im Schriftsatz vom 13.03.2017 auf S. 31 ff. dargelegt, schon aus verkehrlicher Sicht aus, da die von den Klägern vorgeschlagene Kombivariante zu erheblichen innerstädtischen Verlagerungsverkehren führt, die bei der Planfeststellung vermieden werden sollen.“

Den vollständigen Planergänzungsbeschluss finden Sie hier.

Die Urteilsverkündung des Bundesverwaltungsgerichtes vom 11.10.2017

Die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss wurde am 26. und 27.09.2017 vor dem 9. Senat des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig verhandelt und mit der Urteilsverkündung am 11.10.2017 zurückgewiesen.

Auszüge aus der Urteilsverkündung des Bundesverwaltungsgerichtes vom 11.10.2017:

Urteil BVerwG, Seite 54, 134 aa)

„[d]er Beklagte hat im Ergänzungsbeschluss vom 14. Juli 2017 die vom Kläger im gerichtlichen Verfahren geltend gemachte Kombilösung anhand der von ihm zugrunde gelegten, vom Kläger nicht angegriffenen Auswahlkriterien geprüft.“

Urteil BVerwG, Seite 54, 136

„Die Entscheidung, danach die Kombilösung schon auf der Ebene der Grobanalyse auszuschließen, lässt keinen Fehler erkennen. Sie ist insbesondere dadurch gerechtfertigt, dass die vom Kläger vorgeschlagene Variante zu einer Unterbrechung von Fahrbeziehungen und damit zu Netzverlagerungen führt.“

Urteil BVerwG, Seite 54, 135 bb)

„Der Beklagte hat im Rahmen einer Grobanalyse anhand sogenannter absoluter Ausschlusskriterien vorab alle Varianten ausgesondert, die keine durchgängige Befahrbarkeit für alle Fahrzeuge unter Aufrechterhaltung aller Fahrbeziehungen, keine zukunftsorientierte Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit, keine bauzeitliche Aufrechterhaltung aller bisherigen Fahrstreifen der A 1 und Verkehrsbeziehungen sowie keinen schnellstmöglichen Ersatz der Brücke, möglichst bis 2020, gewährleisten. Diejenigen Trassenvarianten, die diese Anforderungen erfüllen, hat er sodann einer vergleichenden Betrachtung anhand sogenannter relativer Bewertungskriterien wie etwa der Wirtschaftlichkeit, des Umfangs notwendiger Eingriffe in die Altablagerung oder der Beeinträchtigung von Natur und Landschaft unterzogen.“

Urteil BVerwG, Seite 51, 125 bb)

„Soweit der Sachverständige Prof. Dr. Lauterbach für den Kläger eine fehlende Untersuchung der Belastung mit PM2,5-Partikeln rügt und diese auf 25 μg/m3 schätzt, berücksichtigt er weder die vorgenannten Luftschadstoffuntersuchungen noch setzt er sich mit diesen inhaltlich auseinander. Seiner Annahme, es bedürfe einer Absenkung der PM2,5-Belastung auf 15 μg/m3, um jährlich zwischen 140 und 200 Menschenleben in Leverkusen zu retten, wird - ungeachtet der Frage der Belastbarkeit dieser Hypothese - das Vorhaben weitgehend gerecht, für welches nach der konservativen, d.h. weitere Verbesserungen durch technischen Fortschritt unberücksichtigt lassenden Berechnung der vorgelegten Untersuchungen etwa 17 μg/m3 PM2,5 prognostiziert werden. Die Behauptung, der Ausbau der A 1 werde mit einer Erhöhung der Sterblichkeit und der Zunahme schwerster Erkrankungen erkauft, geht daher - auch angesichts des Umstands, dass das Vorhaben insgesamt zu einer Verringerung der Schadstoffbelastung führt - ins Blaue.“

Die vollständige Urteilsverkündung finden Sie hier.