Straßenwärter leben gefährlich

Die 1.900 Straßenwärter des Landesbetriebes Straßenbau Nordrhein-Westfalen haben einen gefährlichen Job. Statistisch gesehen stirbt jedes Jahr ein Mitarbeiter von Straßen.NRW während seines Dienstes auf der Straße. In 2017 litten die Straßenwärter auf den Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen bis jetzt unter drei fremdverschuldeten Unfällen mit Personenschaden bei sechs Beschäftigten (Stand: November 2017).

"Personenschaden, das hört sich nach Versicherungsmathematik an, dahinter stecken aber Schicksale: Es sind Menschen, die oft wochen- oder monatelang aus dem Arbeits- und dem Familienleben herausgerissen werden und manchmal ihr Leben lang an den Folgen leiden", erläutert Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek und appelliert an die Autofahrer, achtsam in Straßenbaustellen zu fahren und die angegeben Geschwindigkeitsbeschränkungen zu beachten. "Hier arbeiten Menschen für die Verkehrssicherheit. Die Autofahrer sollten sich und unsere Kollegen nicht durch Unachtsamkeit gefährden."

19 getötete Mitarbeiter seit 1993

Insgesamt wurden in Nordrhein-Westfalen seit 1993 rund 500 fremdverschuldete Unfälle mit Personenschaden von der Abteilung Arbeitssicherheit bei Straßen.NRW registriert. Noch einmal so viele Unfälle verliefen mit Sachschäden. Die schwersten Unfälle werden auf Autobahnen durch unaufmerksame Fahrer verursacht. Die Beschäftigten erlitten teils schwere Prellungen, Frakturen, oder Schocks. 19 Beschäftigte von Straßen.NRW kamen bei diesen Unfällen ums Leben. Das Risiko eines Straßenwärters bei einem Arbeitsunfall ums Leben zu kommen, ist 13 Mal höher als in der gewerblichen Wirtschaft.

Die 1.900 Straßenwärterinnen und Straßenwärter, die von ihren Stützpunkten in 80 Autobahn- und Straßenmeistereien die Verkehrssicherheit auf mehr als 20.000 Kilometern Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen gewährleisten, müssen oft im gefährlichen Verkehrsraum arbeiten, um Hindernisse von der Fahrbahn zu holen, um Baustellen einzurichten, um Schutzplanken zu reparieren, Verkehrsanlagen zu warten oder im Winterdienst Strecken zu räumen.

Auch wenn die Zahl der Unfälle von Straßenwärtern, die auf Fremdverschulden anderer Verkehrsteilnehmer zurückzuführen sind, erfreulicherweise rückläufig ist, ist jeder Unfall ein Unfall zu viel.

Nicht erfasst in dieser Statistik sind sonstige Arbeitsunfälle: Die meisten davon passieren im Bereich der Grünpflege am Rand der Straßen. Dabei arbeiten die Beschäftigten häufig in unwegsamen Bereichen mit gefährlichen Geräten wie Kettensägen. Die Mitarbeiter stürzten bei der Arbeit oder knickten um, schleudernde Äste führten zu Verletzungen trotz Sicherheitsausrüstung."

Verstärkte Anstrengungen für mehr Sicherheit

Um die Unfallzahlen weiter zu reduzieren, betreibt Straßen.NRW ein Umwelt- und Arbeitsschutz-Management, das die Straßenwärter regelmäßig schult. Die betriebseigenen Experten für Arbeitssicherheit legen großen Wert darauf, die Sensibilität der Mitarbeiter für die Gefahren ihrer Arbeit auch nach langjähriger Routine aufrecht zu erhalten. Die Weiterentwicklung der persönlichen Schutzausrüstung der Mitarbeiter wird bei Straßen.NRW genauso als ständige Aufgabe begriffen wie die Verbesserung der Sicherheit von Arbeitstellen.

Ende 2007 hat Straßen.NRW als erste Straßenbauverwaltung in Deutschland Warnschwellen für die Absicherung von Tagesbaustellen auch auf dem Fahrstreifen der Autobahn eingeführt. Die Warnschwellen sollen Autofahrer, die die bis dahin alle Warnhinweise ignoriert haben, vor der folgenden Baustelle aufrütteln und die Optimierung von Gefährdungsbeurteilungen.

Der Risiko-Parcours für Straßenwärter

Der Parcours soll Straßenwärtern helfen, gefährliche Situationen im Arbeitsalltag besser einschätzen zu können und die Arbeit sicherer zu machen. An mehreren Stationen sind die Straßenwärter deshalb mit verschiedenen Aufgaben konfrontiert. [mehr...]

Gedenkstätte für getötete Straßenwärter

Straßen.NRW unterhält an der A31-Autobahnkapelle bei Gescher eine Gedenkstätte für getötete Straßenwärter. Die über zwei Meter hohe Stahlskulptur im begrünten Umfeld der Autobahnkapelle ist im Oktober 1999 eingeweiht worden. [mehr...]

Mehr zum Thema:

  • Rund 1.900 Straßenwärter sorgen bei Straßen.NRW für ein sicheres und leistungsfähiges Straßennetz. Ihr Arbeitsplatz, die Straße, ist oftmals eng und gefährlich. Unser Faltblatt "Arbeitsplatz Straße" (PDF 378KB) gibt Tipps nicht nur für Berufskraftfahrer.

  • Im Januar 2005 berichtete die Landesunfallkasse Nordrhein-Westfalen, heute Unfallkasse NRW, über "Straßenwärter in NRW - Von der gefährlichen Arbeit für unsere Sicherheit zu sorgen": (PDF 140KB).

  • Im September 2004 widmete die Unfallkasse ihr "Thema des Monats" der "Psychischen Belastung bei Straßenwärten": (PDF 192KB).