Arbeitsplatz Straße

Foto: Straßenwärter am Schraßenrand

Autobahnen und Straßen sind die Mobilitätsadern für Tausende von Berufspendlern, Freizeitfahrern und rund einer Millionen Berufskraftfahrern in Deutschland, die tagtäglich mit ihren Brummis Menschen oder Güter transportieren. Unsere Straßen sind aber auch der tägliche Arbeitsplatz für deutschlandweit 30.000 Straßenwärterinnen und Straßenwärter – dem Straßenbetriebsdienstpersonal –, die mit ihrer Arbeit für ein verkehrssicheres und leistungsfähiges Streckennetz sorgen.

Verkehrsteilnehmer und Straßenbetriebsdienstpersonal müssen sich den Straßenraum also teilen. Verkehr und Baustellen – da wird es am Arbeitsplatz Straße oft genug eng. Zumal sowohl das Verkehrsaufkommen als auch die Anzahl der Baustellen stetig wachsen. Das in die Jahre gekommene Straßennetz unterliegt einem hohen Verschleiß und muss immer öfter erneuert werden. Dabei spielt der hohe Anteil an Schwerverkehr eine bedeutende Rolle: Ein 40-Tonnen-LKW belastet die Straße um den Faktor 45.000 höher als ein PKW mit 1,5 Tonnen Gewicht.

Alltägliches Bild im Verkehrsraum

Aber nicht nur wenn Straßen repariert werden müssen, ist das Straßen.NRW-Betriebspersonal in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Die 1.900 Straßenwärterinnen und Straßenwärter, gekleidet in leuchtend-oranger Sicherheitswarnkleidung, gehören zum alltäglichen Bild im Verkehrsraum. Sie müssen die Lücke im fließenden Verkehr finden, um zum Beispiel verlorene Ladung oder abgefallene Auspuffanlagen von der Fahrbahn einzusammeln. Bevor eine Baufirma auf einer Straße arbeiten kann, bereitet das Straßenbetriebsdienstpersonal die Arbeiten vor, damit der Verkehr sicher an der Arbeitsstelle vorbei geführt werden kann. Sie sperren einzelne Fahrstreifen und arbeiten, immer dicht neben dem fließenden Verkehr, wenn Gras und Sträucher geschnitten oder die Wasserabläufe gesäubert werden müssen. Mit Spezialfahrzeugen und Maschinen kehren sie die Fahrbahnen, reinigen Schilder und Leitpfosten, damit sie les- und sichtbar bleiben, reparieren Schutzplanken, beseitigen Schlaglöcher, warten Ampeln und befreien die Straßen im Winter von Eis und Schnee.

Unser Appell

Foto: Straßenwärter mit Warnschwelle
  • Der Standstreifen an Autobahnen und Straßen ist für den Betriebsdienst Arbeitsraum. Als Straßennutzer müssen Sie immer damit rechnen, dass am Rande der Straßen oder auf gesperrten Fahrstreifen Betriebsdienstfahrzeuge stehen, dass dort Menschen arbeiten.

  • Beachten Sie daher unbedingt die Geschwindigkeitsgebote in Arbeits- und Baustellenbereichen. Je niedriger das Tempo, desto weniger Gefahr für das dort arbeitende Personal.

  • Werfen Sie keine Dosen oder Dinge, die Menschen verletzen können, aus dem Fahrzeug. Erschrecken Sie das Personal nicht durch unnötiges oder aggressives Hupen: Das könnte zu einem unkontrollierten Verhalten führen.

  • Halten Sie Abstand von Absperrbaken und Kegeln, damit Straßenwärter an ihren Arbeitsplatz nicht durch aufgewirbeltes Absperrmaterial verletzt werden.

  • Haben Sie Verständnis für unsere Arbeit und bedenken Sie: Es geht auch um Ihre Sicherheit!

Anstrengungen für mehr Sicherheit

Foto: Straßenwärter im Risikoparcours

Um die Unfallzahlen zu reduzieren, schult Straßen.NRW sein Betriebsdienstpersonal regelmäßig. Lehrgänge am eigens entwickelten „Risikoparcours“, durchgeführt und begleitet von qualitätszertifizierten Experten für Arbeitssicherheit, sensibilisieren die Straßenwärter für die täglichen Gefahren ihrer Arbeit. Die Schulung am „Risikoparcours“ hat das Ziel, die Achtsamkeit der Mitarbeiter für die Gefahren ihrer Tätigkeit – auch nach langjähriger Routine – aufrecht zu erhalten. [mehr...]

Bild: Postkarte CB-Funksender

Die Weiterentwicklung der persönlichen Schutzausrüstung der Mitarbeiter wird bei Straßen.NRW genauso als ständige Aufgabe begriffen wie die Verbesserung der Sicherheit von Arbeitsstellen. Zur Sicherheit an Autobahnbaustellen tragen auch CB-Funksender bei: Montiert an „Vorwarntafeln“, Kehrmaschinen, Streckenkontrollfahrzeugen oder Leitkegeln, übermitteln die Sender über CB-Funk den Hinweis „Achtung! Gefahrenstelle!“ in mehreren Sprachen, zum Beispiel in Deutsch, Englisch, Polnisch, Türkisch oder Tschechisch. Das Funksystem warnt so den LKW-Fahrer rund 350 Meter vor der bevorstehenden Baustelle und hilft, Auffahrunfälle zu vermeiden.

Foto: Warnschwelle

Ende 2007 hat Straßen.NRW als erste Straßenbauverwaltung in Deutschland Warnschwellen für die Absicherung von Baustellen auf Fahrstreifen der Autobahn eingeführt. Die gelben Warnschwellen, ausgelegt unmittelbar vor der Arbeitsstelle, sollen Autofahrer, die bis dahin alle Warnhinweise ignoriert haben, zum Wechseln der Fahrspur veranlassen.

Ein neues Regelwerk ist in Arbeit: Danach gilt ein größerer Mindestabstand zwischen Straßenbaustelle und fließendem Verkehr. Wenn der Straßenraum nicht ausreicht um genügend Abstand zu schaffen, muss die zulässige Geschwindigkeit weiter reduziert werden: Bei niedrigerem Tempo sinkt die Gefährdung für Straßenwärter und Bauarbeiter.