A40: Rheinbrücke Neuenkamp muss langfristig erneuert werden

Foto: Rheinbrücke Neuenkamp

Die A40-Rheinbrücke Neuenkamp ist an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gestoßen. Rund 100.000 Fahrzeuge nutzen täglich die Brücke bei Duisburg, vor allem die rund 10.000 LKW fügen der Brücke dauerhafte Schäden zu. Mittelfristig kann die Stahlbrücke instandgehalten und verstärkt werden, langfristig muss ein Neubau her.

Wählen Sie aus, welcher Aspekt Sie interessiert:

Neubauplanung
öffnen

Die DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH wurde im Sommer 2014 mit der Planung des Neubaus der Rheinbrücke Neuenkamp beauftragt. Mehr zum Neubau erfahren Sie auf der NRW-Internetseite der DEGES.

YouTube-Video: Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp: Visualisierung Bauablauf

Copyright: DEGES

Die Lkw-Waage
öffnen

Auf der A40-Rheinbrücke Neuenkamp in Fahrtrichtung Essen hat Straßen.NRW am 9. November 2018 eine LKW-Waage in Betrieb genommen. So soll verhindert werden, dass rechtswidrig überladene Lastwagen die Brücke überfahren und Schäden an dem Bauwerk verursachen. Dies ist Voraussetzung dafür, dass die Brücke bis zur Inbetriebnahme des Neubaus ohne Einschränkungen genutzt werden kann.

Das zulässige Gesamtgewicht für LKW beträgt im gesamten Bundesgebiet 40 Tonnen oder 11,5 Tonnen Achsgewicht. Sind die LKW schwerer, bedarf es grundsätzlich einer Sondergenehmigung. In Fahrtrichtung Venlo soll eine entsprechende Anlage im Frühjahr 2019 eingerichtet werden.

Vorbereitende Messungen in der letzten Oktoberwoche haben gezeigt, dass die Maßnahme dringend erforderlich ist. Innerhalb einer Woche sind fast 1750 LKW mit mehr als 40 Tonnen Gesamtgewicht über die Brücke gefahren. Ein LKW war sogar mit über 60 Tonnen unterwegs. Mit der jetzt installierten LKW-Waage können rechtswidrige Überschreitungen in Zukunft geahndet werden.

Tempo 40 in Wiegeanlage

Beim Wiegen geht es nicht allein um das zulässige Gesamtgewicht, sondern auch um die einzelnen Achslasten. Auf der Autobahn A40 werden in der Wiegeanlage die Achslasten während der Fahrt ermittelt. Um das Gewicht eines LKW und die einzelnen Achslasten zuverlässig zu erfassen und bei einem Stopp eines zu schweren LKW den nachfolgenden Verkehr nicht zu gefährden, darf die Wiegeanlage nur mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h durchfahren werden. Meldet die automatische Anlage eine Überladung, wird das Fahrzeug durch eine Schranke an der Weiterfahrt gehindert und auf eine an der Autobahn eingerichtete Ausweichfläche geleitet. Dort werden das Gewicht und die Achslasten des LKW erneut kontrolliert. Das Nachwiegen erfolgt rechtskräftig durch Mitarbeiter der Polizei/ Bundesanstalt für Güterverkehr (BAG). Bestätigt sich der Verdacht einer Überladung, darf der LKW die Brücke nicht überfahren. Eine Ausnahme ist der so genannte kombinierte Verkehr, für den ein zulässiges Gesamtgewicht von 44 Tonnen gilt. Dieser Verkehr darf allerdings nur in einem definierten beschränkten Umkreis zu Häfen und Schienenanschlüssen durchgeführt werden.

Mit einem Flyer in acht Sprachen, der an LKW-Fahrer verteilt wird, macht Straßen.NRW auf die neue Anlage aufmerksam. Entsprechende Hinweisschilder weisen zudem weit im Voraus auf die Gewichtsbeschränkung hin.

Hintergrund

Der am häufigsten eingesetzte LKW auf Autobahnen besteht aus einer zweiachsigen Sattelzugmaschine und einem dreiachsigen Sattelanhänger. Dabei kann eine Achse hochgezogen werden, so dass die Last nur noch auf zwei Achsen verteilt ist. Bei einem voll beladenen LKW (40t) ist dann schnell die zulässige Achslast von 11,5 Tonnen überschritten. Eine Überschreitung der zulässigen Achslasten, selbst bei eingehaltenem zulässigem Gesamtgewicht, hat eine Überbeanspruchung der Brücke zur Folge.

Bildergalerie: Reparatur der Fahrbahnübergänge (Quelle: Straßen.NRW)
öffnen
Newsletter
öffnen

Abonnieren Sie auch unseren Newsletter zu diesem Bauprojekt: Senden Sie einfach eine E-Mail an info-neuenkamp@strassen.nrw.de.